Jump to content

Leaderboard


Popular Content

Showing most liked content since 09/20/2019 in all areas

  1. 53 likes
    „Magscht en Bierle?“ schwäbelt mich John mit vorgehaltener Hofbräuflasche auf eine Weise an, die eigentlich meint: „Hier, nimm.“ Ich schaue rüber zu Claudia, sie nickt und signalisiert mir, dass die Frage über die weitere Fahrzeugführung des restlichen Tages zu meinen Gunsten beantwortet ist. Ich nehme die eiskalte Flasche in Empfang und stoße mit ihm an. In seiner Vesperbrett-großen Pranke sieht der halbe Liter nur noch halb so groß aus und genau so schnell ist die Flasche auch leer. „Und, hast Schiss?“ fragt er mich und lässt seine hellen Zähne aufblitzen, die in seinem mahagonifarbenen Teint aussehen wie frisch gebleached. „Schiss? Weshalb?“ Ich weiß ehrlich nicht, worauf er hinaus will. „Na, drei Monate man. Da kann alles passieren. Überfall, Krankheit oder der Karren verreckt. Des isch brutal man...“ Ich nehme einen Schluck und überlege. „Nein, eigentlich... Wir suchen ja keinen neuen Landweg nach Wladiwostok. Wir fahren durch Europa. Schiss... Nein, auf gar keinen Fall. Im Gegenteil.“ Als Nele geboren wurde, änderte sich unser Leben, wie Nachwuchs wohl bei jedem Paar das Leben grundlegend ändert. Ich meine damit nicht die Anschaffung von Windeleimer und Wickelkommode, ich meine die psychischen Veränderungen. Vielleicht kann man vom „Reifen“ sprechen. Ich bin jetzt fünf Jahre Vater eines bezaubernden, blonden Mädchens und diese fünf Jahre haben mich ruhiger und nachdenklicher werden lassen. Vor allem die aktuellen Verhältnisse in meiner Heimat, in meinem Europa, lassen in mir immer öfter die Frage aufblinken, wo dies wohl hinführen wird. Als geborener Ostdeutscher ist der Europäische Gedanke für mich etwas unumstößlich lebensveränderndes. 1989 war ich sechs Jahre alt, aber mit Glasnost und Perestroika, mit Europäischer Einheit und Friedfertigkeit, änderte sich mein Leben damals schlagartig, während ich im Bett lag, schlief und nicht die leiseste Ahnung davon hatte, welch unfassbare Veränderungen gerade in Gang gesetzt worden sind und was die Folge dieser Entwicklung sein wird. Ein vereintes Deutschland und ein friedliches Europa. Was vor ´89 vielen Bürgern noch utopisch vorkam, wurde bald Realität. Aber aus falschen Erwartungshaltungen und aus Enttäuschung formierten sich auch bald Gegner der neuen Zeit. Und nun, 30 Jahre später, wird in meiner Heimat, in meinem Europa, wieder rechts gewählt. Ist der Europäische Gedanke dem Untergang geweiht? Muss ich das hinnehmen, wenn Kunden meiner Hände Arbeit meine italienischen Kollegen als Spaghettis titulieren oder meine französischen Kollegen als Froschfresser beschimpfen? Natürlich nicht. Aber wie bringe ich das meiner Tochter bei? Wie erkläre ich Ihr, das Annäherung besser funktioniert als Abweisung? Vermutlich, in dem ich es Ihr einfach zeige. Aus diesen Gedankengängen heraus und im wohligen Bewusstsein dessen, dass wir mit unserem Bulli einen treuen Wegbereiter haben, der uns alles ermöglicht, entsteht der Plan einer dreimonatigen Calitour. Nele ist begeistert, als wir ihr von unserem Vorhaben berichten. „Wie nennen wir die Tour denn?“ fragt sie aufgeregt hibbelig. „Och...“ überlege ich. „Vielleicht:“ Dein Europa
  2. 47 likes
    Epilog Alles tut weh und meine Nackenmuskulatur ist angeschwollen, als hätte ich einen schweren Boxkampf mit ernüchternder Niederlage hinter mir. Nach 93 Nächten im Casa California nötigt mich meine Mutter, ihr Gästebett zu benutzen. Entgegen meiner Gewohnheit, auch in der Hofeinfahrt meines Elternhauses das Bullidach zu öffnen und meinen Schlafsack im Obergeschoss auszurollen, tue ich ihr den Gefallen, das inhäusige Nachtlager zu benutzen und bereue es bitter am nächsten Morgen. Ich bin zu alt für diese Aufblasbetten. Nach mehreren Tagen Seelenheil am wundervollen Ostseestrand reisen wir mit dreitätigen Kurzstopps bei unseren Eltern wieder heim. Ich bin gerne bei meinen Eltern, aber ich merke jedes Mal deutlicher, wie weit sich unsere Ansichten auf gewisse Dinge mittlerweile unterscheiden. "Schlimm ist das alles." ist eine gern wiederholte These, die dann jedes Mal aufs Neue bedeutungsschwer in den Raum gehängt wird. "Was denn?" frage ich dann auch jedes Mal aufs Neue, bekomme aber fortweg die selben Antworten. "Na wie sich das halt alles entwickelt hier." Das sei "nicht mehr normal". Bei der diesmaligen Wiederholung dieser Tirade denke ich daran, dass ich meinen Reisebericht zu "Dein Europa" ganz ähnlich begonnen habe. Auch mich beschäftigt die momentane Entwicklung, wenn auch meinen Gedankengängen andere Themen zugrunde liegen. Und "schlimm"? Schlimm finde ich die Bilder aus Aleppo, die mich auf eine verstörende Art an die Luftaufnahmen Berlins und Dresdens aus dem Frühsommer 1945 erinnern. Schlimm finde ich gewisse Entwicklungen in Europa, die sich diese schrecklichen Umstände zu eigen machen, zu Werkzeugen ihrer eigenen, menschenverachtenden Weltanschauung. Aber unser jetziges, konkretes Leben in Europa als "schlimm" zu bezeichnen... Nichts läge mir ferner. Gerade in Anbetracht unserer letzten drei Monate mit all seinen Nuancen an Kennenlernen neuer Freunde und neuer Gegenden, an entgegengereichten Händen, freundlicher Einladungen und Hilfestellungen, an durchweg positiven Erfahrungen in einem Teil unseres wunderbaren Kontinents, lassen mich etwas dünnhäutig auf die bereits so oft gehörte, aber jeglicher Grundlage entbehrende, Aussage reagieren: "Schlimm!? Was denn genau? Was ist denn so schlimm? Das wir gerade frische Brötchen vor uns liegen haben, mehr als wir essen können? Oder das wir in einem freistehenden Einfamilienhaus im mollig warmen Wohnzimmer sitzen? Mit Eurer Enkelin, die jedem Fremden mit einem herzerwärmenden Lächeln begegnet? Oder die drei nicht gerade preiswerten Autos vor der Tür? Oder der Umstand, dass wir an einem der sichersten Orte der Welt leben? Ohne Erdbebengefahr, ohne Katstrophenorkane, Taifune oder Bombenangriffe?". Eine Reise, ganz gleich ob drei Tage oder drei Monate, hat für mich persönlich den Effekt, den viele Menschen vom Jahreswechsel kennen. Rückblicke und Vorsätze sind das, was ich neben Erinnerungen aus dem Urlaub mit heim bringe. Dieses Mal genau so, vermutlich noch etwas intensiver. Nele "Jetzt ist die Party zu Ende." hast Du schmollend gesagt, als Dir die wohlbekannten Werbebanner von "tegut" und "Rossmann" am Ortseingang die unvermittelte Gewissheit gaben, wieder in dem Ort anzukommen, an dem der Bulli steht, wenn er nicht auf Reisen ist. Wo Dein Kindergarten ist, wo Du nächstes Jahr eingeschult werden wirst und wo wir ein Haus bewohnen, welches wir für eine gewisse Zeit unser "zu Hause" nennen. Du hast Dich auf das Wiedersehen mit Deinen Freunden gefreut und warst zeitgleich traurig, dass die intensive Zeit mit Mama und Papa nun erst mal zu Ende ist. Du bist fünf Jahre alt und schlauer, als wir Dir zutrauen. Ich habe Dich unterwegs oft beobachtet und Dich oft beneidet um Deiner Naivität und Unbefangenheit. Für Dich sind tatsächlich erst mal alle Menschen gleich, ohne "wenn und aber". Wenn Dein Spielkamerad, den Du erst seit zehn Minuten kanntest, von der Schaukel gefallen ist, kamst Du zum Bulli gelaufen und hast zügig die Pflaster aus der Erste-Hilfe-Kiste geholt. Wenn der älteren Dame am Nebentisch die Serviette herunter gefallen ist, bist Du wortlos aufgestanden, herübergegangen und hast ihr diese wieder auf den Tisch gelegt. Wenn wir irgendwo neu ankamen, warst Du die erste, die über den Platz geflitzt ist und unsere Nachbarn begrüßt hat. Du hast schwimmen gelernt. Und Du hast sofort begriffen, dass das kein Fieberthermometer ist, was Mama in der Drogerie in Schwerin gekauft hat, sondern ein Schwangerschaftstest. Du bekommst ein Brüderchen. Und plötzlich bist Du nicht mehr mein "kleines Bienchen", plötzlich bist Du "Die Große". Doch ich bin mir sicher: Eine bessere, große Schwester kann sich der kleine Mann gar nicht wünschen. Euer Lebensweg wird einer Bullireise vielleicht gar nicht so unähnlich sein. Es gibt wahnsinnig viele Kreuzungen, an denen ihr euch entscheiden müsst, in welche Richtung es nun gehen soll. Auch ihr werdet falschherum in manchen Kreisverkehr einfahren und auch Euch wird man sicherlich mal den Spiegel abfahren. Aber ich garantiere Euch: Ich mach Euch den gelben Engel und bei uns gibt es unbegrenzte Kulanz, ganz bedingungslos. Ihr Zwei werdet Eure Wege gehen, daran habe ich nicht den Hauch eines Zweifels. Mir allein bleibt nur, Euch dabei nicht im Weg zu stehen. Es ist euer Europa.
  3. 44 likes
    Gerade geschossen nord Norwegen
  4. 34 likes
    Einen schönen Gruß aus dem hohen Norden Windstärke 5 in Böen 7, wie dann der Winschillfaktor bei -4Grad aussieht, überlasse ich Eurer Vorstellung. Gut, dass es ein stabiles Geländer zum Festhalten gibt und schwere Steine, um das Stativ zu stabilisieren. 😍 Warten, warten, warten, und dann... Ohne Worte Die Lampe wird Zuhause noch wegbearbeitet. Den Wasserkanister mit der Schmutzmatte untendrunter als Abdeckung hat es in Querlage mal locker vom Podest geweht😱
  5. 32 likes
    Es geht weiter: Plötzlich entdecken wir neben der Piste einen weiteren California Minibus. Dieser ist offensichtlich von Weg abgekommen und in den Graben gerutscht. Beide Fahrzeuginsassen sind wohlauf und nehmen den Fauxpas gelassen. Im norwegischen Winter ist ihnen das anscheinend schon einmal passiert und eine Schneefräse hat sie zurück auf die Straße gezogen. Hier ist natürlich weit und breit keine Schneefräse verfügbar, deshalb muss der rote Bus ran und den Kollegen bergen. Auch hier kann die DJI Bumblebee 2 interessante Blickwinkel bieten liefern. Nachdem der dunkle Bus wieder auf der Piste steht, beschließen wir, die Fahrt gemeinsam fortzusetzen. Vielleicht brauchen wir ja die gegenseitige Hilfe noch einmal. Selbstverständlich können wir die Reise ohne weitere Zwischenfälle abschließen. Zu guter Letzt finden wir einen schönen Übernachtungsplatz und verbringen den Abend am Lagerfeuer. Das war mein kleiner Osterausflug 2020 im Lockdown der Corona Pandemie. Ich wünsche Euch allen noch einen schönen (Rest-) Ostermontag und bleibt gesund. Viele Grüße, Gerhard
  6. 31 likes
    Hi, Anbei noch ein paar Bilder von unserem Beat (Finnland, Island, Westalpen) Viele Grüsse, Flo
  7. 31 likes
    Zingst Bis zum Fährhafen ist es zwar noch ein gutes Stück zu fahren, aber der Check in ist erst Abends und wir haben noch ausreichend Zeit. So bummeln wir hinunter bis zur Küste, gehen noch mal im Sainsbury´s Lebensmittel aufbunkern und fahren früh in das Fährdeck der P&O Ferries Nachtfähre. Es ist ein wunderbar unkompliziertes Boarding. Die Mitarbeiter sind freundlich, am Schalter vor der Einfahrt gibt es bereits die Kabinenschlüsselkarten durchs Beifahrerfenster gereicht und entspannte, wohlwollend dreinschauende Einweiser zeigen mir leicht verständlich und logisch nachvollziehbar, wo sie unseren Bulli hingestellt haben wollen. Ich wiederhole mich, aber: Ich liebe diesen britischen Style. Wir nehmen ein wenig Übernachtungskram aus den Fenstertaschen und beziehen unsere Kabine. Klein, unspektakulär, aber überraschend sauber. Während sich die Mädels noch in der Nasszelle ein wenig auffrischen, erkunde ich die Decks und sichere uns einen Fensterplatz an der Bar. Ich studiere die Getränkekarte und rechne mir mit meinem Zehnfingerabakus aus, wieviele Ales ich wohl für den sich noch in meiner Hosentasche befindlichen Rest an Britischen Pfund erstehen könnte. Es sind mehr als genug, um mich in eine stattliche Fahrunfähigkeit bis weit in den kommenden Tag hineinsaufen zu können. Keine gute Idee, da werden wir wohl noch in den Shop gehen müssen. Claudia und Nele kommen zu mir und setzen sich schnatternd hin, Nele packt gleich wieder ihre Maumau-Karten auf den Tisch und beginnt zu mischen. „Einen Moment“ sage ich. „Ich hole noch was zu trinken. Was wollt Ihr?“ An Claudia gerichtet, erwähne ich, dass es hier auch Cocktails gibt und das die nun gar nicht mal so schlecht aussehen würden. Als wenn ich Ahnung davon hätte... Sie erwidert mit einem Lächeln, dass mich schon vor über zehn Jahren verzückt hat: „Danke, nur ein Wasser.“ Mit drei Gläsern zwischen beide Hände geklemmt kehre ich zurück an unsere Sitzecke und setze mich. Claudia hat den Kopf in beide Hände gestützt und schaut aufs Wasser, dann zu mir herüber. Ihre Hand legt sich auf meinen Arm als sie sagt: „Du, ich glaub´, wir müssen reden.“ „Nur zu!“ nicke ich ihr aufmunternd zu, während die Hand meines noch freien linken Arms nach meinem Glas greift und ihn in die Richtung führt, wo er meinen Mund vermutet. „Ich...ich denke, ich bin schwanger.“ Ein scharfer Überdruck schießt an meine Gaumendecke unter die Nase, die gerade über dem Bierglas hängt und drückt mit einer wissenschaftlich nicht nachweisbaren Massenbeschleunigung den Schaum aus dem Glas in mein Gesicht. „Aber das ist ja wunderbar!“ grinse ich sie tropfend an. Ich würde sie gerne umarmen und küssen, aber das wäre gerade wohl etwas eklig. Claudia tupft mir lachend das Gebräu aus dem Antlitz. „Aber...wie...wann...?“ Ich bin gerade etwas überfordert. „Erinnerst Du Dich an Venedig?“ „Oh, ja. Ich erinnere mich.“ „Du hast Bierschaum am Ohr!“ weckt mich Nele mit nicht zu überbietender Feinfühligkeit aus meiner gedanklichen Rückbesinnung an die Stadt der Liebe. Vor mir liegen sieben Karten verdeckt auf dem Tisch. „Sieben heißt zwei nehmen, A heißt aussetzen, Bube ist Wünscher und Knutschern könnt ihr nachher noch.“ befiehlt mir der kleine Blondschopf. „Gibt es also bald einen zweiten Rabauken.“ freue ich mich in mich hinein und lege aus. Kreuz sieben. „Auf, zwei nehmen 😊“ Bei Sonnenschein fahren wir durch Holland und nach einiger Zeit rollen wir, völlig unspektakulär, in die BRD rein. Klar, ein Empfangskomitee haben wir natürlich nicht erwartet, aber die Banalität, mit der wir unserem Wohnort entgegen steuern, ist schon ein wenig enttäuschend. Aber ein paar Tage haben wir noch und einen Teil davon wollen wir unbedingt an der Ostsee verbringen. Es gibt tiefere Meere, es gibt größere Meere und es gibt auch gefährlichere Meere. Aber es gibt keine schöneren. Die Ostsee ist für mich, mit ganz ganz weitem Abstand, der absolute Inbegriff eines wilden, schönen, offenen Meeres. Wir halten unsere Nasen in den frisch wehenden Wind, bauen mit Backpulver, Essig und Seifenlauge einen Vulkan, gehen Fischbrötchen essen und faulenzen uns durch die Tage. Abends geht es mit einem der Fahrgastschiffe raus auf den Bodden zum Kranichgucken. In der Dämmerung kommen die Vögel von den Feldern eingeflogen, um die Nacht in den seichten Boddengewässern zu verbringen. Wie urzeitliche Tiere trompeten sie sich in Formationen durch die Lüfte, immer wieder beeindruckend. Auf dem Radweg vom Hafen zum Bulli denke ich darüber nach, was dieses Fleckchen Erde hier ausmacht, weshalb wir hier immer wieder gerne her kommen. Heimatverbundenheit? Eher nicht. Obwohl ich die ersten 19 Jahre meines Lebens in Mecklenburg verbracht habe, stellt sich bei mir nach wie vor nie so etwas wie Heimatliebe, innige Verbundenheit zu Land und Leuten oder gar so etwas wie “Stolz” ein. Aber ich musste erst 10, 12 Jahre das Wohlvertraute hinter mir lassen, um zu erkennen, wie schön es hier ist. Mir ist früher einfach nie aufgefallen, wie ein rauschender Schilfgürtel klingt oder welche Stimmung eine tiefstehende Sonne über großen Wasserflächen erzeugen kann. Oder wie Regen in Mecklenburg riecht. Er riecht dort anders. Wirklich. Vielleicht wird man mit den Jahren empfindsamer und empfänglicher für die kleinen, aber wirklich wichtigen Dinge des Lebens.
  8. 31 likes
    Hallo, Da kaum zu erwarten ist, dass hier noch irgendein halbwegs brauchbarer Beitrag kommt, Mache ich das Thema jetzt zu. Der in letzter Zeit hier teilweise auftauchende Umganston missfällt mir doch sehr. Ich möchte daran erinnern, dass wir hier im Caliboard einen höflichen und freundlichen Umgang pflegen. Und das soll (und wird) auch so bleiben..... Gruss, Stephan
  9. 29 likes
    Genau die Frage hatte ich auch, da ich gerne die Schlafsäcke oben liegen lassen wollte. Ich dachte mir, ich messe es einfach nach. Habe dazu einen Pack "Mohrenköpfe" gekauft und jeweils in eine Tüte gesteckt. Diese dann an die Ecken und in der Mitte verteilt und das Dach geschlossen und dann wieder geöffnet. Dann habe ich gemessen um wie viel sie eingedrückt wurden. Es sah danach aus, dass die flach ausgebreiteten Schlafsäcke noch Platz haben sollten. Gesagt getan, und siehe da, es ließ sich nicht schließen. Ich vermute das es daran liegt, das die Kraft um auf der gesamten Fläche die Schlafsäcke auch nur ein wenig zu komprimieren einfach zu hoch ist. Sechs Schaumküssen lassen sich da viel leichter zerdrücken. Ergebnis: mir der original Matratze kann man nichts sinnvoll oben liegen lassen und mit der Zubehör Matratze (die um einiges bequemer ist) erst recht nicht. Schade Ausgangssituation Detail vor dem Schließen Detail nach dem vollständigen Schließen des Daches Überblick nach dem Schließen - Da denkt man, etwas flaches sollte Platz haben. PS: Es wurden keine Mohrenköpfe verschwendet. Die Messkandidaten wurden nach dem Test ordnungsgemäß verspeist!
  10. 28 likes
    Liebe Caliboarder, ich habe lange überlegt, ob ich folgende Zeilen in dieser Form hier einstelle. In diesem Forum geht es in allererster Linie um das gepflegte Reisen. Um eine der schönsten Sachen der Welt: Unterwegssein. Optimalerweise mit Leuten, die man gern hat und an Orte, die einen in ihren Bann ziehen. Keineswegs geht es hier aber um Politik. Das ist mir klar und ich finde das auch nur konsequent und richtig. Andererseits hat Reisen aber auch meistens mit Geschichte und Geschichten zu tun und insbesondere unsere jüngste europäische Geschichte zeigt allenthalben Zeitstrahlmarken auf, an denen es mehr als fragwürdig schien, dass wir in den 2000er-Jahren friedlich mit unseren kleinen Transportern durch die Lande und Länder ziehen würden. Und so, wie ich mindestens ein Mal im Jahr in meine alte Lehrbude zurückkehre um mir wieder und wieder ins Bewusstsein zu rufen, wie gut ich es momentan in beruflicher Hinsicht habe, so versuche ich regelmäßig Orte aufzusuchen, die mich ein Stück weit bescheidener in meinen persönlichen, banalen Wünschen werden lassen und die mir vor allem aber auch ins Bewusstsein rufen, welches Glück mir mit der Gnade der späten Geburt beschieden worden ist. In Frankreich war es wieder ein Mal Zeit dafür und Gelegenheiten bieten sich dort zahlreiche. Ein kurzer Hinweis noch: Es folgt keine Beschreibung eines fluffigen Urlaubstags sondern eher relativ schwere Kost. Denn heute ging es nach Oradour-sur-Glane Selbst im Frühjahr 1944 haben nur wenige Dorfbewohner des Département Haute-Vienne, Region Limousin, jemals einen Soldaten der Deutschen Wehrmacht gesehen. Die ländlich geprägte Region war kein Verkehrsweg an die Front, die in diesen Tagen direkt am Atlantik lag, und auch sonst nicht kriegsrelevant. Doch im Juni diesen Jahres erreichte die Grausamkeit des Krieges selbst diesen friedlichen Landstrich. Am 6. Juni 1944 gelang den Alliierten unter massiven Verlusten das Anlanden von Truppen und Material an den Stränden der Normandie und im weiteren Verlauf sogar das „Knacken“ des Atlantikwalls. Das Oberkommando der Wehrmacht war fassungslos, erwartete es die Invasion doch in völlig anderen Abschnitten. Noch am selben Tag erging ein Eilmarsch-Befehl an die 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ von Südwestfrankreich an die Invasionsfront im Norden. Zeitgleich erfahren französische Untergrundkämpfer, „La Résistance“ und „Maquis“, von den Neuigkeiten und entschließen sich, die deutschen Kampfhandlungen massiv zu stören und somit den Vormarsch der Alliierten Kräfte zu unterstützen. So entfachen sich auch in den Ortschaften im Limousin erste Kämpfe, vorrangig um der Wehrmacht den Nachschub abzuschneiden. Am 7. und 8. Juni gelingt es den Partisanen um die kommunistische FTP, den Ort Tulle einzunehmen und die dort etwa 120 stationierten Wehrmachtssoldaten zurückzudrängen. Am Abend des 8. Juni erreichen Einheiten der Division „Das Reich“ die Region, die Partisanen fliehen. Am 9. Juni übt die SS massive Vergeltung. 99 willkürlich aus der Einwohnerschaft gesammelte Menschen werden erhängt. Dieses Massaker von Tulle ist der Meinung renommierter Geschichtsforscher nach hart an der Grenze dessen, was als „Kriegsrepressalie“ angesehen werden kann. Was tags darauf in Oradour geschieht, geht allerdings weit darüber hinaus. Die 3. Kompanie des Panzergrenadier-Regiments 4 „Der Führer“ der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ umstellten am frühen Nachmittag des 10. Juni 1944 das Dorf. Die Befehlsstruktur vor Ort begann bei Obersturmbannführer Dieckmann, welcher den Kompaniechef Kahn befehligte. Kahn sagte in der 1953 stattfindenden Verhandlung aus, Dieckmann hätte ihm Befehl erteilt, ausnahmslos alle Dorfbewohner zusammenzutreiben und das Dorf restlos niederzubrennen. Gegen 14:00 Uhr wurden sämtliche Einwohner des Dorfes aus den Häusern geholt und zum zentralen Marktplatz gebracht. Nach über einer Stunde ungewissen Wartens teilte man sie auf. Aus dem Elsass zwangsrekrutierte, französischsprachige Soldaten übernahmen die Kommunikation. Über 400 Frauen und Kinder wurden in die Kirche geschickt, die Männer in weitere Gruppen unterteilt und an verschiedene Orte im Dorf verbracht. Eine Explosion gab das Zeichen: Zeitgleich schossen SS-Soldaten den wehrlosen Männern in die Beine, ließen sie übereinander fallen, gaben weitere Salven hinterher, überdecken die Getöteten mit Holz, Stroh und allem Brennbaren, dessen sie habhaft werden konnten und entfachten Feuer. Kurze Zeit später wurde unter dem Altar der Kirche eine Rauchbombe gezündet. Als unter den Kindern und Frauen Panik ausbrach und diese durch die Kirchentür fliehen wollten, gingen weitere Maschinengewehrsalven nieder. Dann flogen die ersten Handgranaten in die sich in der Kirche befindliche Menschenmenge und auch hier wurde Feuer gelegt. Schnell stand der Dachstuhl in Flammen und wer bislang nicht erstickt, erschossen oder von einer Granate zerfetzt worden ist, verlor sein Leben spätestens unter dem krachend einstürzenden Dachgebälk des Kirchenschiffs. Nun wurden sämtliche Gebäude des Dorfes angezündet. Eine einzige Frau konnte sich aus der Kirche retten: Marguerite Rouffanche floh durch ein Fenster und versteckte sich, getroffen von fünf MG-Kugeln, bis zum nächsten Tag. Ihre später zu Papier gebrachte Zeugenaussage wurde in den Verhandlungen 1953 von mehreren SS-Angehörigen bestätigt. Unter den Männern fanden sich fünf Überlebende. Als die ersten MG-Salven durch das Dorf hallten, schmissen sie sich auf den Boden und wurden von den nach ihnen getroffenen überdeckt. Den Nachmittag und die ganze Nacht hindurch galten Ihre Gedanken nur noch der kriechenden Flucht vor den Flammen und den Brandwachen der SS. 642 Menschen wurden in Oradour-sur-Glane getötet. Darunter 254 Frauen und 207 Kinder. Wie bittet man um Verzeihung für das Unverzeihliche? Wie kann man eine so unfassbar grausame, zum Himmel schreiend ungerechte, barbarische Tat verarbeiten? Das französische Volk hat eine, wie ich finde, bewundernswerte Antwort parat. Sie lautet: „Souvenir toi“, „Erinnere Dich“. Das Mahnmal ist eine stachelige, brachial aufsteigende Wand aus Cortenstahl. In rostigem Braun steht sie neben den Überresten des niedergebrannten Dorfes. Unterirdisch, ohne die mahnende Kulisse oben durch jedwede Zweckbauten zu zerstören, befindet sich das in fünf Bereiche unterteilte „Centre de la mémoire“: 1. Der politische und gesellschaftliche Kontext in der Vorkriegszeit. Der Aufstieg des Nationalsozialismus und die Expansionspolitik des Dritten Reiches. 2. Die systematischen Massaker an der Bevölkerung Osteuropas, die Massaker des 8. und 9. Juni, die Division der Waffen-SS auf dem Weg nach Oradour. 3. Filmvorführung: Versuch der Rekonstruktion der Ereignisse des 10. Juni 1944 in Oradour. 4. Die nationale Anerkennung, der Prozess und die Amnestie sowie der Wiederaufbau Oradours. 5. Friedensbotschaften, Ort der Reflexion In der 1953 stattgefundenen Verhandlung wird den Elsässischen Zwangsrekrutierten eine Generalamnestie zugesprochen. Auf der anderen Seite steht die „Lex Oradour“ („Jeder, der zu einer militärischen Einheit gehörte, welche sich an Kriegsverbrechen beteiligt hat, ist ohne Rücksicht auf Schuldausschließungsgründe mitschuldig, wenn er nicht seine individuelle Schuldlosigkeit nachweisen kann.“) In einem Artikel der "Zeit" fand ich folgenden Absatz: „Die Tatsache, dass jene Deutschen und Elsässer, die sich wahrscheinlich von anderen jungen Menschen bis zum 9. Juni 1944 nicht wesentlich unterschieden, an diesem Tage zu Mördern wurden, sollte uns allen zu denken geben. Es sollte uns vor Augen führen, dass die Entscheidung, ob in unserer Zivilisation der Geist überlebt oder die menschliche Gesellschaft zur Maschine wird, allein von uns abhängt – von der Einstellung jedes einzelnen zu seinem Leben und dem des anderen (sic!).“ Zitat aus „Zeit“, „Der Fluch von Oradour“, 8. Januar 1953 1953, das ist über sechzig Jahre her. Aber erst nach dem Millennium erkannte Deutschland das Massaker von Oradour als Kriegsverbrechen an, erst dann fuhren deutsche Politiker dort hin, sprachen zu den Franzosen und baten um Verzeihung. 2002 erschien posthum das Tagebuch der Lehrerin Denise Bardet, welche zusammen mit all Ihren Schülerinnen in der Kirche von Oradour umgebracht worden ist. Hierin schrieb sie unter Anderem: „Man darf die Nazibarbarei nicht mit Deutschland gleichsetzen. Man muß Börne, Büchner, Heine in Frankreich lesen, um zwischen dem unsterblichen Deutschland und seinen Herren für einen Tag unterscheiden zu können.“ Genau diese „Herren für einen Tag“ waren für den Tod dieser Frau verantwortlich, die selbst in Kriegszeiten in einem besetzten Land zu solchen Worten fähig gewesen ist. Man kommt als Deutscher in Oradour nicht umhin, sein schamerfülltes Gesicht in beide Hände zu legen. Zwei Worte sind völlig ausreichend. „Erinnere Dich“, „Souvenir toi“.
  11. 28 likes
    Sonnenuntergang am Passo del Dosso Alto. Traumstrasse Lombardei: Strade Dosso Alto e Tre Valli Danke Martin 😀
  12. 27 likes
    Hallo Freunde, ein langer Wunsch wird endlich wahr. In vielen Themen kommt es ja vor das beim antworten auf einen Beitrag dieser voll zitiert wird. Bei kurzen Beiträgen ist das nicht schlimm, bei viel Text der vielleicht noch bebildert ist kann das lesen aber schonmal anstrengend werden, vor allem wenn die Antwort nur ein Einzeiler ist. Ich habe das nun umgestellt und Zitate werden nun gekürzt wenn diese länger als 5 Zeilen sind und einem Hinweis versehen. Das Zitat kann daneben auch zur vollen grösse aufgeklappt werden um den vollen Beitrag zu lesen. Beispiel: Hoffe es gefällt und unterstützt das lesen... Ein Bild wird übrigens als eine Zeile gewertet, an manchen Stellen kann es also noch etwas grösser werden als es eigentlich sollte.. Habt Spass! Chris
  13. 27 likes
    Aufbruch Die letzten vier Wochen vor der Abreise vergehen wie im Flug. Ich wollte noch sie viel ein- und umbauen, noch so viel optimieren am Bus. Kaum etwas davon habe ich geschafft. Auf den letzten Drücker bestelle ich noch ein Sonnensegel, wohlwissend, dass unsere Markise mit zweigeteiltem Tuch uns ganz sicher kein viertes Jahr erhalten bleiben wird. Am letzten Arbeitstag gebe ich meinen Dienstwagen ab, mache eine letzte Spesenabrechnung, eine letzte online-Besprechung und schalte dann Handy und Notebook ab. Einfach so, mit dem Daumen. Klick. Klack. Aus. Das Packen geht schnell. Die Fenstertaschen sind aufgeteilt (zwei für Nele, zwei für Claudia, zwei für mich, eine für Handtücher, eine als Kramtasche für Taschenmesser, Taschenlampen, Feuerzeug usw.), die Heckbox auf dem Atera ist mit Mütze, Strandspielzeug, Schuhen usw. gefüllt und der Heckauszug kriegt noch eine Box mit weiteren Utensilien sowie Gasvorrat, Grill und Kochgeschirr. Hinter dem Fahrersitz ist seit einer Woche ein „Prototyp“-Küchenblock verschraubt, in dem Kühlung und Wasserversorgung Platz finden. Am Abreisemorgen schnalle ich nur noch die Räder drauf und es kann los gehen. Ich starte den Diesel und halte noch einen Moment inne, bevor wir unsere Reise mit dem Verlassen der Verbundpflastersteine unserer Siedlung starten. Als ich mich über die rechte Schulter drehe, blicke ich in zwei strahlende Kinderaugen: „Worauf wartest Du Papi?“ grinst Nele mich an. Ich grinse zurück, schaue dann rüber zu Claudia. „Was ist?“ will auch sie nun wissen. „Nichts.“ erwidere ich. „Alles gut. Auf geht’s.“ Mit dem Einlegen des ersten Gangs sind die Nachrichten im Radio beendet und ein neuer Song beginnt. „Learning to fly“ von Tom Petty. Manchmal scheint einfach alles wunderbar zusammenzupassen. Calceranica al Lago Gute drei Stunden später sitzen wir bei John, seiner Frau und seinen zwei Kids auf der Terrasse. Als er von unserer Reise Wind bekam, lud er uns sofort zu einem „Snackstop“ ein. Unter der sengenden Julisonne werden wir fürstlichst begrillt und ich verlasse satt und leicht angeheitert sein zu Hause. Wir wollen am ersten Tag noch bis Garmisch kommen und uns dort „einnorden“, wie wir es nennen. Wir verbringen dort zwei wunderbare Tage, genießen die Blicke auf die Bergwelt bei wunderbaren kleinen Wanderungen oder das kühle Plätschern in der Partnachklamm. Nach der Siesta steht Kartengucken auf dem Plan. Wir überlegen, ob wir vor Sardinien noch einen Abstecher an den Mt. Blanc machen sollen. Claudia will unbedingt dort hin, aber auf unserer grob geplanten Route würde das überall einen Umweg bedeuten. Warum also nicht gleich jetzt? Wir überlegen hin und her, verwerfen den Plan aber dann doch. Lieber erst mal südwärts, Italien zerrt uns wie an einem unsichtbaren Gummiband gezogen zu sich. Und die Wetteraussichten sind grandios. Bei der Weiterfahrt über den Brenner hat es selbst auf der Europabrücke noch 39 Grad und auch in Brennero noch 29 Grad. Wahnsinn. Am Lago di Caldonazzo beschließen wir, für drei Tage Rast zu machen. Der Platz hat einen schönen Strand und ist auch sonst wirklich nett. Wir bauen den Bus in den Campingmode und ich spanne mir eine Hängematte direkt vor die Schiebetür. Ich lege mich hinein, strecke mich laut „aaargh“ und „uuuuaaaaah“ sagend und genieße das Nichtstun. Wunderbar. Bis mich ein Blick auf die Markise schlagartig aus meiner Faulenzerei heraushebt: Links ist eine Falte, wo keine sein sollte. Ich springe raus und ahne Böses, beim Herantreten sehe ich dann das ganze Elend. Nun löst sich auch unsere Naht, welche beide Markisenbahnen miteinander verbindet. Oder verband. In der ersten Urlaubswoche. Klasse. Jetzt nur nicht die Laune vermiesen lassen, besser erst mal baden gehen. Den Abend beschließen wir dann mit ausgedehntem Futterfassen am Kieselstrand. Man muss dieses Land einfach lieben. Venedig Schon von unserem Stellplatz aus sieht man die Megayacht. Als wir heute früh mit der ersten Fähre nach Venedig übersetzen, kann ich auch den Namen sehen: Carinthia VII. Es ist die 97m-Yacht der Österreicherin Heidi Horten, die hier ihren Liegeplatz hat. Der Tender "Main" der Deutschen Bundesmarine, auf dem ich drei Monate meines Wehrdienstes verbracht hatte, ist nur drei Meter länger, hat aber weniger Verdrängung. Dafür fährt die Carinthia VII mit vier MTU-Dieseln, jeder einzelne mit um die 10.000 PS. Mal ein echt heißes Teil, für das es allerdings etwas an Kleingeld benötigt. Im Internet finde ich Schätzpreise zwischen 100 Mio Euro und 180 Mio US-Dollar. Und wenn ich mich wieder meines Vergleichs mit dem Marinetender bemühen darf: Dort war die Fahrbesatzung mindestens 30 Personen. Wie viele Leute hier wohl dafür Sorge tragen, dass Frau Heidi mit ihrem Boot fahren kann? Würde mich echt mal interessieren... Halb neun erleben wir Venedig noch einigermaßen erträglich. Es ist noch nicht so heiß und all zu viele Menschen sind noch nicht unterwegs. Wir bummeln durch die Gassen bis zum Fischmarkt, machen dort eine kleine Pause und beschließen bereits gegen Mittag schon, wieder zurück zu fahren. Sicher: Venedig ist schön anzusehen und hat eine großartige Geschichte, aber so wirklich wohl fühle ich mich dort nicht. Ich weiß auch nicht, woran es liegt, aber die Tatsache der „totalen Vermarktung“ und der Sachverhalt, dass riesige Kreuzfahrtschiffe in sensible Bereiche fahren, dürften ihren Teil dazu beitragen. Damit tue ich der Stadt, dem „ursprünglichen Venedig“, sicher unrecht. Aber ich kann da nicht aus meiner Haut.
  14. 26 likes
    Kroatien Als ich heute früh wach werde, hockt Nele am Seitenfenster des Aufstelldachs und schaut einem ukrainischen Frachter beim Einlaufen in den venezianischen Hafen zu. Er trägt einen bemerkenswerten Namen auf die Seitenwand gepinselt: "HILAMAYA" Ich überlege kurz, wie viele Caipis das gestern gewesen sind, bin mir aber sicher, dass es bei einem geblieben ist. Noch mal genauer hinschauen: "HILAMAYA" Nun ja, die werden sich schon was dabei gedacht haben. Die Nacht war nicht allzu ruhig. Gegen 01:00 Uhr reißen mich stampfende Beats aus meinen Caliträumen und durch das Fenster sehe ich, nur ein paar Meter neben unserem Stellplatz, eine Gruppe Jugendlicher tanzen. Offensichtlich US-Amerikaner. Ich benötige eine Weile, bis ich das alles halbwegs sortiert bekomme: Oben ohne stehen sie an den Docks, recken rhythmisch ihre gen Himmel zeigenden Handflächen nach oben während sie dabei dezent in die Knie gehen. Als würden sie ein Bungalowflachdach dämmen. Meine Schläfen pochen. So grazil, wie es meine federnden zwei Zentner lebensbejahender Körperbau in Zeiten nächtlichen Technoweckens zulassen, plumpse ich aus dem Hochdach nach unten und rausche aus der kaum geöffneten Schiebetür, um diesen rücksichtslosen Pennern meine persönliche Meinung ob ihrer nächtlichen Party in meinem 24h-Vorgarten entgegenzukotzen. Sie hören sofort auf, Ihr Dach zu dämmen und ich lege ihnen nahe, ihren Brüllwürfel umgehend abzuschalten da ich ansonsten gezwungen wäre, ihn der venezianischen Gezeitenströmung zu opfern. Ich blicke in glasige, fassungslose Augen schwankender Halbwüchsiger. Nur ein Mädel scheint noch halbwegs nüchtern und versucht sich in dezenter Gegenwehr: "I mean, we are on a campsite!" Ich explodiere: "YOU are on a campsite at one o'clock in the night and I am pissed about YOUR behavior. So get the fuck out of my eyes IMMEDIATELY." Sie torkeln noch eine letzte Gangsterrunde am Bulli vorbei und verschwinden in der Nacht. Nach fünf Minuten Wachestehen verkrieche ich mich wieder ins Dach und liege wach. „Was war das jetzt?“ So kenne ich mich gar nicht. In meiner Selbstwahrnehmung bin ich eigentlich ziemlich entspannt und tolerant. Offensichtlich endet diese Toleranz bei nächtlicher Ruhestörung. Wir beschließen, erst mal nach Kroatien zu fahren und dort ein paar Tage zu bleiben. Ich bin noch nie dort gewesen, habe aber nur Gutes gehört. An der Grenze werden wir gestoppt: "Passporrrrt" balkanisiert uns eine resolut mopsige Mitvierzigerin durch ihr Oberlippenbärtchen an. Wir haben die Pässe allerdings nicht zur Hand. Über Kroatien sind Claudia und ich weder informiert noch sind wir im Bilde über den konkreten EU-Status des Landes. Eine riesige Bildungslücke klafft quasi direkt vor unserer Motorhaube. Die Zolldame ist sichtlich genervt und dirigiert uns auf den Seitenstreifen, ohne uns aber hinterherzukommen. Wir kramen die Pässe raus, ich latsche zurück zu dem Kontrollhäuschen und maule den Diensthabenden voll, was das denn soll. Er informiert mich, im Gegensatz zu seiner Kumpeline recht gut gelaunt, darüber, dass ich mich im Grenzgebiet zweier Länder befinde, von denen eines nicht dem Schengenabkommen zugestimmt habe. Oha, was für ein Theater. Und ich dachte, die EU würde zusammenrücken. Sveta Marina Ich liebe es, wenn ich morgens, ganz langsam und gemächlich, unter den kitzelnden, ersten Sonnenstrahlen, die durch das Hochdachgazefenster scheinen, aufwache. Mit vier, fünf Lidschlägen wird das Bild klarer und vor mir liegt das schönste Gesicht, welches man sich halb sieben in der Früh wünschen kann. Als hätten wir uns verabredet, öffnet auch Nele ihre Augen, setzt kurz diesen erstaunt-verwirrten Ausdruck der mangelnden Erkenntnis zwischen Traum und Erwachen in Ihr Gesicht und lächelt mich dann heiser an: „Guten Morgen Papi!“ Die zweite Woche beginnt und wir grooven uns langsam ein in den Alltag zwischen Vierräderbett und Sanitärtrakt. Gestern Abend spricht Claudia aus, was ich mir insgeheim bereits denke: „Sorry, aber das is hier irgendwie nix für mich. So große Plätze, so viele Menschen, diese Unruhe, ich komm dabei nicht runter.“ Mir fällt ein Stein vom Herzen, denn mir geht es ganz genau so. Nur in der gut gemeinten Vorstellung, meine Mädels bräuchten Sanitär, Pool und sozialen Anschluss habe ich einen Sechstagesaufenthalt hier in der Sveta Marina vorgeschlagen. Pools, Bars, Restaurants, Meer, wunderbar. Und: Das ist es ja auch. Wir genießen den Komfort und das wirkliche Urlaubsleben. Aufstehen, Frühstücken, Pool, Mittag, Mittagspause, Schnorcheln gehen, Abendbrot, Strandspaziergang, Sundowner, Heiabautz. Ganz wunderbar. Nur: Am Dritten Tag, da beginnt es bereits wieder zu jucken. Und wenn es juckt, will man kratzen. So ein längerer Stand ist nicht die Form von Urlaub, die wir uns vorgestellt haben, als wir den Bulli in unsere Familie holten. Wir wollten Freiheit und Vanlife. Die Maximierung dessen, was wir im Caddy in Norwegen erleben konnten. Jetzt stehen wir mit kaputter Markise auf einem 400-Plätze Camp unter der WLAN-Antenne. Spießiger, als wir es uns jemals hätten ausmalen können. Wir beschließen, bis zum bereits fest auf Sardinien gebuchten „Tiliguerta“ nur noch kleine Plätze anzufahren oder frei zu stehen. Bis Donnerstag jedoch bleiben wir noch hier und genießen den Pool. Nele hat sich mehr denn je dem Wasser verschrieben und schmollt jedes Mal aufs Neue, wenn wir sie nach etwa drei Stunden zur Pause nötigen. Die Siestas verbringe ich mit Kommunikationsversuchen zum Kundendienst der Volkswagen Nutzfahrzeuge. Unser Händler kann uns bzgl unserer Markise nicht helfen und empfiehlt uns den Weg der „Massiven Beschwerde“ ins Werk Wolfsburg. Genau das habe ich vor drei Tagen gemacht, obwohl ich bereits von Forenmitgliedern weiß, dass auch dieser Weg nicht unbedingt ein erfolgreicher sein wird. Die Antwort lässt natürlich auf sich warten. In nächster Instanz schreibe ich morgen mal den Markisenhersteller direkt an. Mal sehen, ob sich da etwas tut. Hoffnung habe ich allerdings nicht. Der Camping Sveta Marina ist ganz nett, aber ab vom Schuss. Um ein paar Sachen zu besorgen, miete ich mir einen Roller an der Tauchbasis und düse mit atemberaubenden 40 km/h in die nächste, naja, "Stadt". Die Übergabe des Zweirads war nicht ganz so einfach. Dachte ich anfangs noch, die Jungs der Zweirad- und Bootsvermietung mit angeschlossenem Trampolinbetrieb wären ein ganz kleines bißchen auf Dope kleben geblieben, glaubte ich im Rahmen der gut 40 Minuten dauernden Aktion zu merken, dass ihr Tauchhobby keinen ganz unwesentlichen Einfluss auf Ihren Gemütszustand haben dürfte. "Croatian racing machine, wa?" meine ich, als mir die zweirädrige Kettensäge übereignet wird. "Mmh?" dreht sich Beutlin mit Augenlidern auf Halbmast in Zeitlupe zu mir um. "No no, don't worry. It's a piece of shit." Nagut, ehrlich sind die Brüder wenigstens. In einer blauen Zweitaktwolke kreische ich davon.
  15. 25 likes
    Servus zusammen, wir haben die Zeit Zuhause sinnvoll genutzt und mal ein kleines Video zusammen geschnitten. Nachdem ja viele schon sehnsüchtig auf Eindrücke von diesem Jahr gewartet haben, nehmen euch jetzt mit auf unsere Reise Das Video zeigt hoffentlich, wie genial das Treffen war 😊 Viel Spaß beim Anschauen und beim Schwelgen in nostalgischen Erinnerungen! Bleibt alle gesund & liebe Grüße Daniela & Romano P.S. Weitere Fotos könnt ihr auch noch bei Insta finden
  16. 24 likes
    Hallo zusammen, unser GC600 ist nun seit über 4 Monaten im Einsatz und für alle die es interessiert, hier ein kleiner Bericht. Wir sind von einem California-Ocean auf einen GC600 umgestiegen. Wir haben das Fahrzeug nicht bestellt, sondern einen bereits produzierten Neuwagen bei einem VW-Händler spontan gekauft. Man merkt dass das Fahrzeug an vielen Stellen am Innenausbau noch etwas Erfahrung braucht, aber im Großen und Ganzen ist das Fahrzeug ein Traum. Das Handling und die Motorisierung sind wirklich gut und die Fahrerassistenzsysteme sorgen für entspanntes Fahren. Die meisten Mängel, welche bis jetzt aufgetaucht sind, habe ich nicht über den Service machen lassen, sondern selbst behoben. Meiner Erfahrung nach werden Sachen nur wieder auf Werkszustand gebracht, und daher ist es wahrscheinlich dass diese Dinge im gleichen Zeitraum wieder auftauchen. (Termin vereinbaren, hinbringen, abholen, die Hälfte ist nicht gemacht, noch einen Termin, etc.) Auch müssen momentan alle Probleme von den Vertragspartnern erst an VW gemeldet werden und die entscheiden dann was wie gemacht wird. Daher behebe ich die meisten Sachen selbst und somit ist der GC momentan öfters ein kleines Bastelobjekt, aber fast alle Probleme lassen sich meist einfach in besserer Form schnell lösen und reparieren. Was bis jetzt defekt war: Tür Schrank Bad: Hier sind die Schrauben von den Scharnieren am Korpus ausgerissen. Die Bügel haben zu viel Kraft für die kleinen Schrauben. Schrauben durch dickere getauscht. Tür Serviceklappe Heizung: das Selbe wie Türe Badschrank Scharniere Klappbett: auch diese haben sich komplett verabschiedet. Mit 3x 30 mm Schrauben befestigt. Die Leisten der Regale im Bad sind nur mit weichem Klebeband befestigt. Bei 35°C Außentemperatur und vollen Regalen hat das Klebeband sich verflüssigt. Das Band lässt sich leicht entfernen. Jetzt mit Kleber verklebt. Die Frischwasserpumpe hatte mehrere Wochen keine Funktion: Den Grund habe ich bis heute nicht gefunden. Die Frischwasserpumpe läuft anscheinend über eine Zentralelektrik. Diese prüft Wasserstand und alle Schalter und entscheidet dann, ob die Pumpe aktiviert wird. 2 Tage vor dem Servicetermin ging es natürlich wieder. In der Zeit hatten wir die Pumpe mit einem Schalter manuell betätigt. Optimierungen: Befestigung Tisch: Der Tisch wird mit 2 Halterungen und einen Hebel rechts hinten eingesetzt und befestigt. So geht er nicht im Weg um, lässt sich leicht befestigen und der Zugang zum Gasschrank ist leicht möglich. Solar: Die Solaranlage von VW an der Front macht wenig Sinn. Hier habe ich 2 Solarmodule mit je 60 Watt auf das Dach gepackt. Etwas Tetris, aber es hat geklappt. großer Schrank hinten unten: hier gab es 2 Böden und Licht. Befestigung Klappmechanismus Bett: Das Bett seitlich zu klappen und dann mit den Bändern zu fixieren ist eine Tortur. Vor allem wenn man schnell an die Schänke will. Hier habe ich die Bänder entfernt und eine Fixierklammer am Heck gedruckt. Jetzt lässt es sich einfach hochklappen und es rastet von selbst ein. Kühlschrank: Der verbaute China-Lüfter hat uns in der Nacht oft genervt. Dieser wurde gegen einen Silent-PC-Lüfter getauscht. Frontverdunkelung: hier verwenden wir Thermomatten von Projekt Camper. Diese lassen sich nicht nur schneller einsetzen, sondern sind auch dunkel (https://www.project-camper.de/shop/magnet-thermomatten-vw-crafter-2) Alle Schränke oben haben wir mit IKEA Boxen bestückt. Die Schränke haben zwar durch den verbauten Holm innen ein etwas eigenwilliges Platzangebot, aber für 2 Wochen und 3 Personen ist Platz genug. Nächstes Projekt: Wintercamptauglich machen. - 2. Batterie - Heizung Abwassertank - Dämmung Türen und Fußraum Frontbereich Soweit, so gut.
  17. 24 likes
    Es rumpelt ganz schön laut im Minibus, - kein Wunder ohne Seikel Fahrwerk. Behutsam weiche ich den großen Steinen aus und versuche nicht in den tiefen Spurrillen zu fahren. An einem fotogenen Geländeeinschnitt halte ich an, um ein paar Fotos zu machen. Dies ist auch eine gute Gelegenheit die neue DJI Bumblebee 2 auszuprobieren und die Location aus der Luft zu betrachten. Nachdem die Fotos auf dem Speicher sind, geht meine Reise weiter. Noch habe ich keine Ahnung, dass meine Fahrt unerwartet unterbrochen wird...... Demnächst gehts weiter 😄
  18. 24 likes
    Der Minibus war 2019 auch wieder unterwegs 😁
  19. 23 likes
    Der neue Cali ist abgeholt. Die Übergabe war ok! Man musste mir ja nur die Neuigkeiten erklären. Diese dafür aber etwas genauer. Wie jeder Cali hat meiner auf einen Hängehintern. Schon in der Ausstellung im unbeladenen Zustand sieht das blöd aus. Da muss ich ran! Das Infotainmentsystem macht einen tollen Eindruck. Ich hatte befürchtet, dass es nicht so brillant wie im Touareg ist. Aber die Bildschirmauflösung ist mit 1280 x 640 Pixeln wirklich toll und identisch mit der im Touareg! Kein Vergleich zu der Auflösung im T6 mit Bildschirmauflösung 800x480. Messerscharfe Grafik und tolle Rechenleistung! Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert toll. Man kann auch einstellen, dass man optisch und oder akustisch eine Warnung bekommt wenn man zu schnell fährt. Einstellbar 0, 5 oder 10km/h zu schnell. Beim fahren ist die neue Lenkung der größte Unterschied. Der Laneassist funktioniert exakt so feinfühlig wie im Touareg! Kein Vergleich mit dem eher groben einwirken im Crafter. Man kann auch einstellen, dass man kurz vor eingreifen eine Vibration aufs Lenkrad bekommt. Ein bisschen anders empfinde ich die Warnung, dass man das Lenkrad wieder übernehmen muss. Diese Warnung bekam ich öfters obwohl ich eine Hand am Lenkrad hatte. Das habe ich im Touareg nur wenn ich das Lenkrad ganz loslasse. Die neue CU sieht schön aus und die Steuerung der Lampen macht Spass. Toll, dass jetzt wirklich alle Lampen angehen, wenn man das Fahrzeug aufschließt. Die nervige doppelklickerei am Lichtschalter des Geschränks ist Geschichte. Wie und ob hier Hochdachhersteller wie Polyroof die Dachhydraulik aus der CU herausprogammieren können, konnte nicht beantwortet werden. Ich denke das Ding ist jetzt im Datenbus des Fahrzeugs eingebunden. Wir werden die Tage mal auslesen. Traurig: Ich habe Wasserzustandheizung und Luftzusatzheizung bestellt. Man kann aber laut dem Übergabepersonal nur eine Heizung gleichzeitig anschalten. Die Auswahl erfolgt in der CU. Diese Auswahl ist dann auch per Fernbedienung aktivierbar. Die neue Fernbedienung ist winzig und sieht edel aus! Was mir auch keiner erklären konnte, ist ob die Funktion "Standlüften" Serie ist oder nur aktivierbar ist, wenn man eine WWZH bestellt hat. Die Funktion ist im Sommer bestimmt hilfreich um warme Luft aus dem Fahrzeug zu pumpen. Im Laufe der nächsten Tage werde ich weiter berichten. Wir bauen auch noch einiges um. (Solar und großer 230V Wechselrichter sind geplant)
  20. 23 likes
    Liebe Calinisten, seit einigen Tagen verfolge ich hier im Forum die Nachrichten zum Thema Reisen in Zeiten von Corona und “Autarkie“ beim Besuchen von Stell- bzw. Campingplätzen. Ein Portapotti oder eine andere Toilettenlösung haben ja schon recht viele von euch dabei. Wir natürlich auch. Auch das Thema Aussendusche wurde ja schon in vielen Variationen vorgestellt und das Für und Wieder diskutiert. Da wir am liebsten aber frei stehen wollen, haben wir uns dem Thema Duschen im “Innenraum vom California“ einmal angenommen und wollen euch gerne hier eine Möglichkeit vorstellen eine warme Dusche im Fahrzeug zu genießen. Hierzu ist natürlich auch warmes Wasser von Vorteil. Auch hier möchten wir im Video eine einfache kostengünstige Lösung präsentieren. Wer nicht das ganze Video sehen möchte, springt direkt zum Thema: Direkter Zeitsprung: 5:17 min - Warmwasserbereitung mit Heizstab 8:39 min - Innendusche Praxistest In den nächsten Tagen schreibe ich auf meinem Blog noch einen Bericht zur Entstehung der DIY Innendusche mit Materialliste und einer Kostenaufstellung. Aber soviel kann ich euch schon verraten, die Dusche kostet knapp über 60€. Ich hoffe, euch gefällt mein Video. Selbstverständlich freue ich mich über einen netten Kommentar, ein Like, einen Daumen nach oben und einen Besuch auf meinem Blog. Dort gibt es noch viel mehr praktische Dinge zum Thema Reisen mit dem California. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende Hubert von Roadbus.de
  21. 23 likes
    Unser Projekt "Boba the Bulli" ist nun auch fertig foliert. Als nächstes wird das Fahrwerk kommen. Ich habe lange nach einem guten Folierer und Designer gesucht. Aber ich finde es hat sich gelohnt. Die Jungs von BIGHA verstehen Ihr Handwerk.
  22. 23 likes
    Ein Handy oder Tablet reicht aus, um sich die ganze Welt zu erschließen. Über 70 Browserfenster sind geöffnet, dazu google maps, zwei Wetterkarten, ein Regenradar und die online Mautberechnung der französischen Autobahn. Und dennoch sind wir uns noch nicht endgültig einig darüber, wohin es nun gehen soll. Ein eiskaltes Picon-Biere steht vor mir, Nele reitet auf einem Pony an uns vorbei und mir schießt ein Gedanke zwischen die Schläfen: Das Loire-Tal! Bildersuche: Sieht gut aus. Wettercheck: Warm, sonnig, stellenweise leicht bewölkt, Schauer und Gewitter möglich. Können wir mit Leben. Das wir uns von den sardischen Verhältnissen verabschieden müssen, ist uns ohnehin klar. Mautberechnung: Über 100 Euro wollen die Brüder von uns für die gut 600km haben. Das ist sicherlich gerechtfertigt, wir sind nach dem Tunnelmautschock aber nach wie vor nicht geheilt und entschließen uns zur Überlandfahrt. Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, tippen „Routenoptionen“ und „Maut vermeiden“ ins Navi und ab geht die wilde Fahrt. Sanft geschwungene Landstraßen führen hinaus aus den Westalpen und gemächlichen Tempos hinein nach Zentralfrankreich. Mehrmals weisen wir uns gegenseitig, „Boah schau mal da!“, auf Destinationen hin, die ein Wiederkommen allemal erwägenswert machen. Märchenhafte Gebirgssträßchen vorbei an Wasserfällen, Bergdörfer, in denen noch keine Liftanlagen oder Mammut-SuperStores stehen und hohe, uralte, blumengeschmückte Brücken. Es ist das perfekte Bullirevier. Gegen späten Nachmittag biegen wir links ab, um uns einen Platz für die Nacht zu suchen. Im malerischen Charolles werden wir fündig. Es ist ein Franzosenstädtchen wie von Albert Uderzo gemalt: Windschiefe Sandsteinkaten mit kragentragenden Kaminen und welligen Spitzdächern, wie sie nur tüchtige Bauernhände und mindestens 200 Jahre Bewitterung schaffen konnten. Am Orsteingang befindet sich zwar auch hier, wie üblich, ein riesiger (und fantastisch sortierter) „intermarché“, aber dennoch gibt es einen lebendigen, offenbar funktionierenden, Ortskern mit Boucherie, Boulangerie, Krämerladen und sogar einem beachtlich ausgestatteten Instrumentenladen. Auf den Parkplätzen stehen alte Renaults und 2CVs, hier und da ein kompakt-quadratischer Franzose mit einer glimmenden Gauloises im Mundwinkel. Auch hier sind die Steinbogenbrücken mit enormen Blumenkästen beschmückt und der Ort wirkt heraus geputzt, als hätte man unsere Prominenz erwartet. Das Bild könnte aus meinem Französischbuch der achten Klasse sein. Apropos: Manchmal ist das Vorurteil gar kein Vorurteil. „Der Franzose“ hat tatsächlich wenig Bock, aus seiner Landessprache heraus in eine andere zu wechseln. So klemme ich mir mittlerweile meine „Do-you-speak-english?“-Einleitung und stammle sofort meine latent vorhandenen Französischkenntnisse runter. Zu meiner Verblüffung werde ich bislang immer verstanden und meistens antwortet man mir in einem radebrechend schnellem Französisch, das mir lediglich ein dümmlich grinsend vorgetragenes „Je n´ai pas compris.“ als Antwort übrig lässt. Das Resultat ist in der Regel eine etwas langsamere, dafür umso lauter vorgetragene, Version selbigen Wortlauts. Als wäre ich vor geraumer Zeit mal vor einen Brückenpfeiler geschwommen und seit dem ein wenig „besonders“. Aber es funktioniert, und auch in Charolles bekommen wir einen Topplatz für den bislang günstigsten Kurs. 14,60 Euro für uns alle mit Strom und Dusche und Klo und WLAN. Merci beaucoup, da fällt es uns im Traum nicht ein, uns an den Straßenrand zu stellen. Wir bleiben und beschließen unseren Hochzeitstag mit ein paar Dosen Kronenbourg. Am Morgen verzichten wir auf unser Nutellafrühstück zu Gunsten einer Patisserie. Eine bei uns familiär gewachsene Tradition ist die Verkostung von „Tarte citron“, Zitronenküchlein in diversen Varianten zwischen erträglich süß bis unerträglich süß, wo immer wir sie bekommen können. Claudias und mein Geschmack differieren hier, was die interessante Folge hat, dass es bei jeder Verkostung einen Gewinner gibt, der den Rest des Anderen essen darf. Im Anschluss dessen geht es weiter zum Chateau de Chenonceau, einem Prunkbau mit interessanter Anordnung des Hauptgebäudes: Quer über den Fluss „Le Cher“. Abends auf der Matratze komme ich ins Sinnieren: Unsere Reise durch einen Teil Europas sehe ich, ganz persönlich für mich, auch als Bildungsreise. Ich möchte Verstehen, warum scheinbar der ganze Kontinent derart nach rechts rücken kann, während wir uns in den friedlichsten (und wohlhabendsten) Zeiten befinden, die dieser Kontinent je erlebt hat. Ist es die Gewissheit darüber, dass es uns verdammt gut geht und die daraus resultierende Angst, dass uns dieser Wohlstand wieder genommen werden kann? Oder ist es mangelnde Kenntnis in Bezug auf unsere Nachbarn? Oder sind es konkrete Erfahrungen, die schwerer wiegen, als die globalen Zahlen? Gibt es so etwas wie einen gesunden Nationalismus, einen gesunden Patriotismus? Unsere französischen Nachbarn sind, den Eindruck habe ich, Patrioten. Sie fegen Ihre Marktplätze, hängen blauweißrote Fahnen über Ihre Eingangstüren, schmücken ihre Brücken mit irre bunten Blumenkästen, gießen sich ein Glas Wein ein und stecken sich die Gauloises in den Mund. Wie kommt man dabei aber auf den Gedanken, sein Kreuz bei Marine Le Pen zu machen? Ich vermute (in meiner mir eigenen Art als Küchenpsychologe), dass es die selben Ursachen sind, die der AFD in Thüringen und anderswo in Deutschland zu unfassbaren Ergebnissen verhelfen oder Boris Johnson zum Premierminister des United Kingdom werden lassen. Aber: Welche sind das?
  23. 22 likes
    Hallo, nachdem bei mir ein paar ungewöhnliche Perspektiven von/mit dem Bus angefallen sind, dachte ich, eine eigene Rubrik ist ganz nett. Hier sehr Ihr, was ich mir unter kurios vorstelle (manche sind auch im "Schöne Cali-Bilder" schon vorhanden): Der Leuchtturmcali Vielleicht lehren ihn die Boote, wie er schwimmen kann?! Die pinkfarbige Nähmaschine - ein faux pas im Bild der roten 😳 Ohrschmuck für die Cali-Lady: Sie trägt Dorsch! Manchem Cali kann es nicht groß genug sein und er wird übermütig mit dem Riesenschneeschild Düngt man den Cali ein wenig, wachsen auch Bäume auf dem Dach (Es ist gerade Winter, die Blätter sind schon abgefallen) Wenn des Teufels Zähne (in Senja/Norwegen) aus dem goldenen Zahnfleisch leuchten, will der Cali nicht nachstehen und es wächst ihm ein roter Spitzzahn Ist der Cali nicht schnell genug, trifft ihn ein Hurtigrutenschiff volle Breitseite 😩 Merkt er den Angriff rechtzeitig, nimmt er das Schiff einfach Huckepack 😛 Eine neue Konfigurationsmöglichkeit: Der Doppeldachbalg In Norwegen kann sich der Cali bei Regen ganz extravagant unterstellen: Auf solche Ideen kommt die Fahrerin, wenn der Bus Kilometer frißt 😛 Jetzt bin ich gespannt auf Eure Kuriositäten!
  24. 22 likes
    Hallo zusammen, habe mir die Tage mal eine Einhandbedienung für den Heckauszug aus dem Shop Konstruiert. Somit braucht man nicht immer zwei Hände zum öffnen. Und wollte euch die Konstruktion natürlich nicht vorenthalten und hier auch mal zeigen. Sorry für das schlechte Video und die Bilder bei uns regnet es gerade wie aus Eimer. Und in der Tiefgarage fehlt leider das Licht. Grüße Marc Einhandbedienung Auszug.mp4
  25. 21 likes
    Hallo Calinisti, da ich schon einige interessante Informationen aus dem Caliboard für meine Projekte rund um meinen Bus gezogen habe, dachte ich mir, jetzt bin ich mal an der Reihe meine letztes Projekt mit Euch zu Teilen. Ich habe auch noch nichts ähnliches im Board gesehen, weshalb ich glaube, dass es für den ein oder anderen interessant sein kann. Mein „Cali“ entspricht technisch grob einem T6 Beach mit 2 Schiebetüren (ich weiß, den gab es nie 😬). Keinerlei festverbautes Geschränk im Wohnzimmer, wenn ich mag schmeisse ich hinter den Vordersitzen alles raus und habe einen kleinen Ballsaal oder auch Platz um zwei ausgewachsene Motorräder zu transportieren. Im Campermodus kommt meine Einbauküche „Alex“ (Selbstbauküchenblock auf Basis vom Ikea Alex, Grundidee hier aus dem Board), die 3er Rückbank, Selbstbau Flexboard, Heckauszug, Kühlbox und das übliche Campergerödel rein und los geht‘s. Somit habe ich in meinem Parkhotel, wie die meisten Beaches und im Gegensatz zum Coast und Ocean, ‚nur‘ die ab Werk verbaute 75Ah AGM Zweitbatterie unter dem Fahrersitz. Gespeist wie üblich über die Lichtmaschine und niemals voll durch die Euro-6 Thematik und die sogenannte ‚intelligente‘ Lichtmaschine. Landstromeinspeisung und unter dem Beifahrsitz verbautes Ladegerät können dem entgegen wirken, wenn man ab und zu auf einem Campingplatz weilt. Das Solarmodul auf dem Aufstelldach steuert noch mal ein deutliches, solides Grundrauschen bei. Grundsätzlich reicht das um über die Runden zu kommen. Kühlkiste, Licht, *Fon und *Pad laden, ggf. Standheizung und am Ende das elektrische Dach noch wieder runter bekommen, für 2 Tage frei stehen reicht es. Die 230V unter dem Beifahrersitz kann man nutzen, brauch ich aber selten. Habe im täglichen Stromverbrauch sogar noch Optimierungspotential, indem ich meine Absorberkühlkiste auf Gas laufen lasse oder besser noch durch eine Kompressorbox ersetze. Warum nun das Ganze? Durch ein Werbeangebot für LiFePO4 habe ich mich tatsächlich das erste mal intensiver mit dem Thema Lithium-Eisenphosphat-Batterien auseinander gesetzt. Ich habe unterschiedliche Angaben gefunden, daher die folgenden Werte bitte nur als Richtwerte nehmen. Die Liste erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vorteile: Höhere Nennkapazität bei weniger Volumen und deutlich geringerem Gewicht Tatsächlich nutzbare Kapazität deutlich höher (über 90% nutzbar, Blei/AGM 50%) Spannungsstabil während der gesamten Entladung Eingebautes Batterie Management (BMS), Selbstschutz der Batterie gegen Über- und Unterspannung und Über- und Untertemperatur. Oft hat das BMS eine Bluetooth Schnittstelle, macht ein eigenen Batteriemonitor überflüssig Soll 1:1 eine AGM/Blei ersetzen können (dazu später mehr) Hochstromfähig, der geringe Innenwiderstand erlaubt Entnahme von deutlich höheren Strömen als bei AGM/Blei Ladeeffizient, nur sehr geringe Verluste. Insbesondere für Solaranwendung wichtig Nachteile: Temperatursensibel (Laden nur bis 0°, Entladen bis -10°) Interessante Modelle oft nicht im DIN-Gehäuse (KFZ Batterie) erhältlich Preis Vorab sei gesagt, ich liebe technische Spielereien, solange sie funktionieren oder sie auch abschaltbar sind. Die Nachteile habe ich mir selbst relativ schnell wegdiskutiert. Temperaturbereich ist laut technischer Daten meiner Wunschbatterie sogar größer (laden bis -10°, entladen bis -20°) und so kalt wird es ja eh nicht im Innenraum, wenn man einmal irgendwo steht. Nur nach dem abstellen nicht auskühlen und die Standheizung auf Stufe 1 durchlaufen lassen ... DIN-Gehäuse wäre schon cool, Batterie raus, Batterie rein, fertig! Aber dann wird es noch teurer und ich verschenke mögliche Kapazität. Der Preis. Ja, das ist schon eine Hausnummer! Aber es gibt ja im Moment Prozente und du wolltest doch schon lange mal die ganzen Sachen aus nicht mehr benötigten Projekten verkaufen ... die Spülmaschine schafft auch noch weitere 20 Jahre ... So wie man sich halt die Welt schön redet, wenn man was möchte. Kurzer Ausflug zu den DIN-Gehäusen um dann zu meiner Auswahl zu kommen. Ich habe drei für uns Busfahrer möglicher Weise relevante DIN Größen gefunden: DIN H6 : 278 x 175 x 190 (Größe der originalen 75Ah AGM) DIN H7 : 315 x 175 x 190 DIN H8 : 353 x 175 x 190 Üblich ist auch 335 x 174 x 190. Diese Batterien haben alle den Wulst am Sockel, damit man sie leicht im KFZ befestigen kann. Wer also eine LiFePO4 haben möchte, den Preisaufschlag für ein DIN Gehäuse nicht scheut und dem die deutlich geringeren Kapazitäten nicht stören, der kann hier eine Abkürzung nehmen. Man besorge sich eine LiFePO4 mit BMS im DIN H6 Gehäuse und mache sich an die Arbeit. Die Batterien sind in unter einer Stunde gegeneinander getauscht! Grundsätzlich wird die neue Batterie ihren Dienst erfüllen und Kapazitätsvorteile bringen. Ich empfehle trotzdem noch mal weiter nach unten zu blättern, das was nach „FERTIG ! 😊“ kommt. Ich habe jedoch nur zwei Batterien gefunden, die 1:1 passen müssten. (Büttner 80Ah/85Ah, 1.450€/1.500€ Stand Februar 2020). Alle anderen DIN Größen passen nicht ohne die Batterieaufnahme anzupassen und sie bieten in der Regel auch nicht mehr als 80Ah. Aber ich will mehr für weniger! 😉 Gemessen habe ich bei mir in der Fahrersitzkonsole maximale 350mm x 210mm x 190mm, welche ich nutzen könnte. Dann ist aber keine Luft mehr für irgendwas. Ich habe unter dem Fahrersitz eh schon Solarladeregler, Messshunt und einiges an Extrakabelei verbaut. Wer selber messen möchte um den Platz zu optimieren: nicht mehr Gesamthöhe als die 190mm einplanen! Das Sitzgestell kommt sonst schnell mit Batterie oder gar den Batteriepolen in Konflikt. Wer es bis hier hin durch so viel Text geschafft hat wird nun mit ein paar Bildern belohnt! 😊 Das Vorher-Bild: Platz ist da nicht mehr viel ... Hinten (links im Bild) scheint noch Platz zu sein, hier ist jedoch die Batterie verschraubt und die hintere Sitzverkleidung (hier nicht montiert) reicht weit in die Sitzkiste rein. Da ich gerne das unmögliche wage und das Maximum heraus holen wollte fiel nun meine Wahl auf die Liontron LiFePO4 100Ah: BMS mit Bluetooth, Preis noch erträglich (dreistellig), reparaturfähig und 5 Jahre Garantie waren die ausschlaggebenden Kriterien. Die Maße 345mm x 172mm x 208mm passen ins Maximum. Das klappt aber nur bei liegendem Einbau, wird wirklich knapp, aber sollte mir am Ende sogar etwas Höhe einsparen, sodass später vielleicht sogar noch eine Drehkonsole unter den höhenverstellbaren Sitz passt. Erste Probe, hier noch stehend und oben nur oben drauf gestellt. Den Batterietrennschalter habe ich getrennt besorgt. Damit kann ich ggf. die Batterie auch mal komplett abschalten. Hier wird auch sofort klar, dass die anderen Anschlüsse etwas Anpassungsarbeit erfordern. Von vornherein bewusst war mir, dass die Batterieaufnahme so nicht mehr passt, sondern viel mehr sogar im Weg ist. Das Batteriehalteblech stört. 345mm brauche ich! Achtung Spoiler: Ich wollte nach Möglichkeit auf jegliche spanende Bearbeitung an der Sitzkiste verzichten. Hier (rot markiert) wird es span(n)end und der Akkudremel kann sich mal beweisen. Statisch irrelevante Millimeter mussten dort entfeinert werden 😉, damit der neue Stromspeicher ausreichend Spielraum zur Montage bekommt. Die graue Pappe entspricht der Batteriefläche. Gelb markiert die kritischen Stellen. Die Batterie muss noch einen Zentimeter nach vorne, die Schrauben im Bild links oben und unten halten nicht nur das Batterieblech, sondern die gesamte Sitzkiste. Die Batterie lose eingelegt auf das bestehende Halteblech. Spack! Aber passt. Blick von hinten auf die Sitzkiste und auf den Batterieboden. Die Schraube kann raus, war für das Halteblech der AGM. Aber die Kunststoffverkleidung benötigt noch etwas Platz in der Kiste. Hier noch mal die originale Batterie und die Höhe innerhalb der Sitzkiste (Gummiüberzug kommt noch hinzu!): Das Batteriegehäuse geht leicht über den Rand der Kiste hinaus, die Anschlussklemmen gehen sogar sehr deutlich drüber. Das verhindert auch den Einbau einer Drehkonsole, insbesondere bei dem höhenverstellbaren Fahrersitz. Die LiFePO4 (noch mit dem störenden Blech drunter!) bleibt deutlich unterhalb der Oberkante der Sitzkiste! Was ist sonst noch im Weg? Links vorne in der Sitzkiste sind ein paar Anschlusssterminals der originalen Verkabelung, die der Batterie im Wege sein werden. Hier reicht es mit etwas sorgsamen biegen am Halteblech das ganze etwas senkrechter zu montieren und den notwendigen Platz für den Akku zu schaffen. An der roten Markierung konnte sich der Dremel auch ein paar Milimeter austoben. Die genannten Dremelarbeiten sind nicht zwingend notwendig, mir war jedoch das Risiko zu groß, daß das Batteriegehäuse an diesen Stellen unnötig leidet. Nächste Herausforderung: das originale Batteriehalteblech muss raus. Dazu habe leider nichts gefunden und selbst die erfahrenen T5/6 Bastler im direkten Umfeld meinten es würde nicht ohne Flex gehen, da es ja angeschweisst ist. Habe ich mich dann für einen anderen Weg entschieden. Auch um mir ein bisschen Zeit zu kaufen, da die neue Halterung ja auch noch gebaut werden musste. Und dazu benötige ich die Sitzkonsole auf der Werkbank. Also kurzerhand eine gebrauchte Konsole über das üblichen Online-Auktionshaus geordert. Direkt eine Version aus einem T5/6 ohne Zweitbatterie. Heute weiss ich, dass es nur 6 kleine Bohrungen gebraucht hätte um die Konsole vom angepunktete Blech zu befreien. Aber so konnte ich in Ruhe bauen und später die Komplette Konsole tauschen. Auch hier stört noch etwas. Diese Kante muss weg, um ausrechend Auflagefläche für die neue Batterieaufnahme zu haben und nicht unnötig Höhe zu verlieren. ... und hier ... Und das sind die drei Stellen nach der Anpassung. Nicht schön, aber es reicht. Ohne Grate und mit Rostschutz versehen weilen die Stellen eh im Dunkel. Hier Platz schaffen durch biegen des Haltebleches (oben schon mal erwähnt) Gerne hätte ich ein durchgehendes Blech eingebaut um punktuelle Belastungen auf das Batteriegehäuse zu vermeiden. Dafür fehlt mir leider die entsprechend ausgestattete Werkstatt. Aber die 3 Alubleche tun auch was sie sollen. Das hintere wird zusammen mit der Sitzkiste am Boden verschraubt. Anprobe. In der Mitte verklebt, vorne angeschraubt, zum Teil schon abgepolstert. Der Riemen hält die (deutlich leichtere) Batterie sicher an ihrem Ort. Fertig! Muss nur noch eben den Bus an die Konsole schrauben 😉. Rechts eine 12V Steckdose für meine Einbauküche. War vorher von innen durch die Konsolenrückwand verbaut und musste der Batterie nach aussen weichen. Davor hat es mir gegraut, das Kabelchaos ... hier schon mal alles gelöst. Gelöstes Chaos ... ohne das Sitzblech ... Der gelb markierte Bolzen fliegt raus. Nun ein kleiner Zeitsprung ... „mal eben“ die neue Konsole verbaut. Alles wieder sauber und einigermassen ordentlich unterzubekommen dauert ... Das passt doch ! 🤓 Das Nachher-Bild: Alles angeschlossen und wieder ordentlich verpackt. Da kommt noch eine Gummiabdeckung drüber, der Optik wegen und um die Pole vor Berührung zu schützen. FERTIG ! 😊 Fast ... Laut Beschreibung lässt sich eine AGM 1:1 gegen diese LiFePO4 tauschen. Grundsätzlich nicht ganz falsch, das BMS der Batterie kümmert sich um alles was die Batterie betrifft. Es sollte nicht so einfach sein der‚ Batterie etwas anzutun. Aaaaber ... auf der ersten Testfahrt hatte ich sowohl die Spannung der Starterbatterie als auch den Status der neuen Bordbatterie im Blick. Die Starterbatterie war relativ leer. Also hat die Lima gegeben, was sie kann. 14,7-14,8V, fein. Aber Moment! Warum erzählt mit die Neue (über Bluetooth), dass sie gerade nicht laden möchte? Fast voll, ok, aber nur fast. Etwas genauer geschaut war der Grund klar: Überspannung. Die Lithium-Eisenphosphat Energiebündel haben einen Spannungsbereich von 11V bis maximal 14,6V ! 14,8V waren dem BMS zu viel und es hat dicht gemacht. Sobald die Lima runter regelt, weil die Starter voll ist, dann wird auch die LiFePO4 wieder geladen. Die Neue verhält sich gänzlich anders als es im Gesamtkonzept der werten VWN-Ingenieure vorgesehen ist. Nicht unbedingt schlechter, es kann auch zu pass kommen. Mir gefällt es jedoch nicht so gut, dass die Bordbatterie hier dicht machen muss, obwohl gerade viel Strom zum Laden da ist. Und was dann noch hinzu kommt: die LiFePO haben einen sehr geringen Innenwiderstand und können mit sehr hohen Strömen laden. Und sie nehmen sie sich, was sie bekommen können! Sobald also das Trennrelais anzieht fliesst bei leerer Bordbatterie ein ungewöhnlich hoher Strom von der Starterbatterie nach hinten. Vorher war das systembedingt selbstlimitiert. Ein AGM/Blei nimmt durch den hohen Innenwiderstand einfach nicht so viel auf einmal. Ist ja ein Vorteil, der LiFePo4, dass sie schnell lädt und alles effizient aufsaugt. Hier limitiert dann eher die relativ dünne aber lange Leitung von vorne nach hinten. Das gefällt mir garnicht. Ich habe aber keine ernsthaften Bedenken, dass es da zu größeren Problemen kommt, es ist ja auch alles ausreichend abgesichert. Nichtsdestotrotz habe ich mich dann entschieden doch noch einen Laderegler einzubauen (Votronic VCC 1212-30), der die Spannung von vorne jederzeit LiFePO4 gerecht aufbereitet, auf 30 A limitiert (hätte gerne 50A-80A gehabt, aber dazu fehlt der Platz) und zusätzlich noch der Starterbatterie etwas zukommen lässt, wenn ich am Landstrom stehe. Eingebaut aber noch nicht fixiert: Und da ich grundfaul bin und gerne Dinge weiterverwende habe ich meine Konstruktion aus dem Vorgänger-MV übernommen um den Laderegler anzuschliessen. Fast alles (bis auf Masse mit hohem Kabelquerschnitt und Temperatursensor) liegt am Trennrelais an! Da der VCC auch die Funktion des Trennrelais übernimmt liegt es nahe den Steckkontakt des Trennrelais zu übernehmen 🤓. Dazu habe ich mir ein passendes Relais besorgt (hier reicht ein altes, defektes), die Innereien ausgenommen und die Lötfahnen mit den passenden Kabelquerschnitten verlötet. Achtung, hier sollte keiner den Lötkolben anlegen, der nicht weiss was eine kalte Lötstelle ist und wie man diese verhindert! Mein nächster Beitrag wird dann der Verbau eines Feuerlöschers gegen heisse Hintern 😉 Das Trennrelais beim MV und meines Wissens auch beim Beach. Die schönen Lötstellen kann man leider nicht sehen, dafür aber die stümperhafte Gehäusebearbeitung 🙄 Vorteil der Geschichte: Rückbau jederzeit spurlos möglich. Um ohne Laderegler (so wie vorher) das Ganze zu betreiben muss ich nur das originale Trennrelais wieder einsetzen. 🤓 Leider bin hatte ich noch die Chance ausführlich zu testen. Warum noch nicht, kann sich jeder denken, uns allen ist da eine elektronenmikroskopisch Kleinigkeit dazwischen gekommen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat! Meine Bordkapazität hat sich damit nominell von 75Ah auf 100Ah erhöht. Und als aufmerksamer Leser kann man sich auch ausrechnen, dass die nutzbare Kapazität meiner Neuen einer AGM-Kapazität von 160Ah entspricht. Ein Coast oder Ocean hat 2 x 75Ah AGM-Bordstrom - ha! 😝 😉 Ich hoffe der Praxistest straft mich nicht Lügen! Viel Spass beim Nachbau. Grüße Klaus Disclaimer: Es ist lediglich ein Serviervorschlag und eine Beschreibung dessen was ich gebastelt habe. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit meiner Angaben. Ich kann auf Grund der nicht genannten Situation nicht einmal behaupten, dass es gut funktioniert. Ich bin neugierig, ob es Ähnliche Projekte gibt!
  26. 21 likes
    Hallo, Gela und ich würden einen Stellplatz in den Pfingstferien anbieten. Es scheint in dieser kurzen Zeit bis Pfingsten doch etwas schwierig zu sein, einen Campingplatz zu finden. Selbstverständlich ist es möglich Abstand zu halten. Nur Masken würden wir zuhause nicht gerne tragen wollen. Der Stellplatz wäre in unserer Garageneinfahrt oder davor. Garten kann gerne benutzt werden, der Aufbau eines Zeltes ist möglich. Ein Sandkasten für Kleinkinder ist vorhanden. Wir stellen unser Erdgeschoßbad zur Verfügung. Ihr würdet einen Haustürschlüssel bekommen. Anreise ab Montag, Abreise am Freitag. (max 5 Tage) Kosten: Nix Fragen, bitte PN schicken. Gruß Charly
  27. 21 likes
    Servus z´sam! Und hier mal etwas zur Ablenkung vom "Coronagedönse": Die Chefin kämpft sich mit Diff.-Sperre, etc., im losen Schotter die "Auffahrt" zum "Stairway to Heaven", einer Offroad-Route auf Sardinien, 8km südl. von Guspini, hoch. Runter war es dann auch nicht unspannend... Die Beschreibung ist im "Trackbook Sardinien" vom Matthias Göttenauer nachzulesen. Ach ja, und bevor jemand Bedenken äußert: Dies ist als "Fahrweg" deklariert... weiter oben stehen nämlich ein paar Antennen. Bleibt gesund, Paul und Familiy
  28. 21 likes
    Costa Rei Kurz nach 7:00 Uhr werden Claudia, Nele und ich über die Auffahrrampe einer mit Tweety-Figuren bemalten Fähre in das Innere des Schiffs gelotst. Der Bulli verschwindet im ersten Autodeck und ich treibe uns, mittlerweile erfahren im Umgang mit Fähren, die Niedergänge empor. Nele hat Ihren Hasi, Claudia ist behängt mit Taschen und Proviantbeuteln und ich stürme frei jeglichen Ballasts empor und erkunde den Weg des geringsten Widerstands. Wir erreichen somit im ersten Stosstrupp das Sonnendeck und ergattern uns drei Liegestühle. Jackpot! Die dritte Woche sind wir jetzt unterwegs und eingespielt, uns macht keiner mehr was vor. Als der Dampfer ablegt, öffne ich eine Dose “Paulaner Helles” und zelebriere das Auslaufen aus Livorno. Die Überfahrt verläuft überraschend entspannt. Liegestühle und Kaltgetränke können Erstaunliches bewirken. Wir liegen, lesen, quatschen, essen, dösen, sehen Korsika an uns vorüber ziehen und sind, schwupps, schon fast da. In Olbia fährt die Fähre noch ein spannendes (für mich jedenfalls) Wendemanöver. Es ist tatsächlich ein riesiger Kahn und ich bin gespannt, wie die Besatzung das Teil in dem engen Hafenbecken drehen will: Der Lotse lässt weit nach Backbord laufen und zu dem Zeitpunkt, wo alle Fahrgäste glauben, dass es gleich mächtig scheppern wird, das Ruder hart auf Steuerbord legen und die Antriebe rückwärts drehen. Ein schlammig-grauer Whirlpool erscheint im Achterwasser und das Heck zieht in atemberaubender Geschwindigkeit eine Kreisbahn vor der Gebirgskulisse des Eilands. Ich bin so beeindruckt, dass ich die Lautsprecherdurchsagen fast gar nicht mitbekomme: Halter der Fahrzeuge in Deck 1 sollen sich eben dorthin begeben. “Du bist witzig” denke ich beim Hören der holprigen Durchsage: Alle Wege ins Deck 1 sind verstopft, denn mittlerweile will jeder zu seinem Auto. Es geht im Schneckentempo vorwärts und ich denke mir: “Was, wenn es hier mal brennt?”. Im Autodeck geht das Chaos nun aber erst richtig los: Ein orange gekleideter Einweiser mit Trillerpfeife zwischen den gespitzten Lippen bestimmt, in welcher Reihenfolge und auch mit welchem Lenkeinschlag das Deck verlassen werden soll. Mit abwechselnd langen, kurzen, lauten, leisen, langgezogenen und abrupt stoppenden Trillerpfeifsignalen bemüht er sich um Kommunikation mit den Fahrzeuglenkern. Er gibt sich sichtlich Mühe. Das Problem allerdings ist, dass uns Fahrzeuglenker nie jemand in die Signaltypologie seiner Trillerpfeifmelodien eingewiesen hat. So schauen wir ihm erst alle ein paar Augenblicke verzückt zu, bevor wir gemeinsam beschließen das Deck zeitgleich über die schmale Rampe zu verlassen. Als wir mit schwankenden Fahrradträgern aus dem Rumpf poltern,stehen weitere Trillerpfeifen mit Männern dran am Pier und fuchteln mit den Armen. Zweispurig geht es im Renntempo auf den Hafenausgang zu, vor dem ein STOP-Schild einen kurzen Anhaltevorgang vorschlägt. Im Rückspiegel sehe ich eine V-förmige Flotte mehrerer SUVs in einer Staubwolke auf uns zu donnern, entschließe mich, das STOP-Schild wie alle hier zu ignorieren und springe mit geschlossenen Augen und durchgedrücktem Gasfuß raus aus dem Hafen und rein in den Kreisverkehr. Als ich die Augen wieder öffne, steht drei Meter vor uns erneut eine Trillerpfeife, sieht mit schreckerfülltem Gesicht das brombeerfarbene Unglück mit VW-Emblem im Grill auf sich zurasen, springt aus dem Stand mehrere Meter in die Höhe und versucht dort oben in alle Himmelsrichtungen gleichzeitig zu fliehen. Hallo Sardinien, da sind wir. Während wir uns grob nach Südosten orientieren, sucht Claudia einen Campingplatz im vor uns liegenden Bereich raus und tippt die Adresse ins Navi. Nach etwa 2 Stunden Fahrt über gut ausgebaute Autobahnen mit angenehm niedrigen Tempolimit erreichen wir den Platz, dessen Name irgendwie nach bewusstseinserweiternder Rauchware klingt. Eingebettet in einen Pinienwald stellen wir den Bus ab und gehen erst mal an den Strand. Der Wind bläst ordentlich und vor der Brandung laufen Rettungsschwimmer mit Baywatch-Bojen auf und ab. Sehr sehr fein, genau das wollten wir haben. Hübscher, kleiner Platz und schöner Strand direkt davor. Topadresse. Schade, dass wir morgen schon wieder weiter ziehen. Wir hatten im Vorfeld bereits einen empfohlenen Platz vorgebucht. Ich könnte mir schon wieder in den Arsch beißen, dass ich den Fehler erneut begangen habe und ich sage hier in aller Öffentlichkeit: Sollte ich jemals wieder einen Campingplatz vorbuchen, tausche ich den Bulli gegen einen Teilintegrierten. Nele findet schnell Anschluss an die Geschwister Merle und Jule und als wir auch noch feststellen, dass die beiden zwei sehr sympathische Eltern haben, fällt uns die Weiterfahrt am nächsten Tag dreifach schwer. Ich tue insgeheim erneut Buße und nehme mir vor, 100 mal niederzuschreiben: “Ich werde nie wieder einen Campingplatz vorbuchen.” Schweren Herzens also fahren wir über traumhafte Bergstraßen durch das Gennargentu-Gebirge an die Costa Rei. Der Empfang am Camping Oceanview* ist ausgesprochen nett und wir bekommen ein paar Stellplätze zur Auswahl in die Platzkarte gepinselt und marschieren los, uns den besten herauszupicken. Beim Gang auf das Gelände wird aus unserem freudig-erregten Gequatsche stummes Entsetzen. Auf dem staubigen Sandplatz stehen verlodderte Dauercamper-Wohnwagen, verrostete Gemeinschaftsgrills und krumme, vergammelte Baldachingestelle. Wir sind etwas irritiert und laufen weiter. Claudia kennt mich lange genug um zu sehen, daß ich ernsthaft angepisst bin. “Heh, wir machen jetzt erst mal das Beste draus.” macht sie den einzig vernünftigen Vorschlag. Mir ist aber gerade nicht nach Vernunft. Ich habe diese Wüste für 9 Tage reserviert. Wie konnte ich nur so dumm sein? 230 Euro sind bereits angezahlt. 230 Euro, für diese Einöde hier. Wir checken unsere Optionen und beschließen, den ersten Eindruck erst mal sacken zu lassen. In Anbetracht meines stark angestiegenen Ruhepulses übernimmt Claudia die Verhandlung mit der Rezeptionistin. Ich bin momentan weit weg davon, sachlich mit einem Mitarbeiter des Oceanview* über diese Bruchbude hier debattieren zu können. Claudia hingegen kann: Sie handelt aus, dass unsere Anzahlung bleibt, wir entgegen den Platz-AGBs aber nicht die vollen 9 Übernachtungen im Vorfeld bezahlen sondern nach drei, vier Übernachtungen die Situation überdenken. Dazu gibt es noch zwei WiFi Codes. Wow, ich bin beeindruckt. Wir beziehen Stellplatz 64, steigen aus und grüßen den mürrisch dreinschauenden Dauercamper gegenüber. Unser Gruß wird nicht erwidert, stattdessen starrt er uns fortwährend an. Bloß gut, dass wir gerade noch einkaufen waren. Einen ganzen Karton Ichnusa-Bier in handschmeichelnder 66cl-Abfüllung habe ich aus dem Minimarkt gechleppt. Dem Himmel sei Dank, jetzt erst mal ein Bierchen. Ich setze mich hin und starre zurück. Nach einem ausgedehnten Spaziergang sitzen wir abends vorm Bus und schauen dem in den Druckwellen der Technobässe pumpenden Sonnensegel zu. Das ganze Auto vibriert im Takt der “Animation” genannten Körperverletzung. “Fump fump fump” dröhnt es aus riesigen Lautsprechern, bis ein debiler, mich irgendwie an Eagon von den Ghostbusters erinnernden, Möchtegern-DJ den Regler kurz nach unten zieht um über sein Funkmikrofon auf dem Zweitkanal “Shake shake your hands!!!” zu skandieren. Dann wieder “fump…. fump fump fump”, beendet mit einem “Mooooaaaaaaaaah aplauso!!!!” Das nennen sie hier dann, tatsächlich, “Baby-Dance”. In meiner Jugend hieß das “Hardcore-Night”, begann allerdings drei Stunden früher. “Ich hätte in San Marino doch ein Souvenir aus einem der zahllosen Waffenshops mitnehmen sollen.” denke ich. Claudia und ich sind uns einig: Wir reisen morgen weiter und pfeifen auf die Anzahlung. * = Name von der Redaktion geändert. Die hier geschilderten Eindrücke sind objektive Momentaufnahmen. Der Platz hat, insbs zur Zeit unseres Vorortseins, ein paar Schwierigkeiten gehabt. Neben unseren Eindrücken gibt es aber eine Vielzahl positiver Berichte über diesen Platz. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, hier an dieser Stelle einen Fakenamen zu verwenden.
  29. 20 likes
    Als Ergänzung zu meiner Miniküche im Cali Beach baue ich gerade ein Minispülbecken für die Tischschiene. Der Rohbau steht, und eben war Anprobe: Das kleine Möbel wird auch mit den Tischschienen-Haltern von @BenCH befestigt. Es schmiegt sich an die Verkleidungen an und kann sich dort auch abstützen: Nach dem Finish (Lackierung schwarz matt) werde ich an den Berührungspunkten noch selbstklebendes Moosgummi anbringen als Schutz für die Verkleidungen. Dann wird auch der klappbare Deckel befestigt: Für Frisch- und Abwasser steht jeweils ein 10l-Kanister zur Verfügung, die dort Platz finden, wo beim neuen T6.1 Miniküchen-Beach das große Ablagefach ist: Das ganze erhält noch eine Verkleidung aus Alu-Blechen, die noch mit Filz beklebt werden: Der kleine Spülblock hat 2 Aussparungen, in die der Cali-Tisch eingehängt werden kann: Schöner Nebeneffekt: Der Tisch steht dadurch etwa 14 cm weiter im Innenraum und ist somit besser vom Beifahrersitz und dem rechten Platz auf der Rückbank aus nutzbar. Das Spülbecken ist 265x160x100 mm groß. So, ich bastel jetzt weiter... Gruß Mark
  30. 20 likes
    Moin, wollte bei dem Schietwetter etwas südlichen Flair in den Cali bringen: habe die Tische mit portugiesischen Azulejos gefliest. Jetzt strahlt die Sonne wieder. Grüße von der Ostseeküste Axel l
  31. 20 likes
    Hallo zusammen, es ist eine außergewöhnliche Situation für alle – wir werden in einem nicht vorstellbaren Ausmaß in unser persönlichen Freiheit sich zu bewegen und Reisen eingeschränkt. Das führt zwangsläufig zu Spannungen wie die Beiträge auch hier zeigen. Keiner wird die Unbedingte Schutzwürdigkeit unserer älteren Mitmenschen in Frage stellen. Keiner wird nicht die furchtbaren Bedingungen ignorieren können unter denen ein bis an ihre körperliche und seelische Belastungsgrenze gebrachtes Pflegepersonal und Ärzte versuchen Menschen zu helfen und zu retten. Keiner wird die dramatischen Auswirkungen auf unsere Wirtschaft nicht sehen, auch wenn er in der glücklichen Lage ist sie nicht selber unmittelbar spüren zu müssen. Also was tun? Körperliche Distanz halten zu anderen Menschen – Punkt! Wenn ich in einem kleinen Dorf auf dem Land lebe mit Wiesen und Kuhweide vor der Tür und dann raus spazieren gehe ist Distanz halten eine andere Frage als in Berlin, wo alle sich zusammen auf einem kleinen Fleckchen Grün tummeln. Wenn ich mir der Situation und der notwendigen Verhaltensregeln bewusst bin und dann alleine im Wald stehe, ist es eine andere Frage als wenn sich eine Gruppe Menschen draußen trifft und zu Sechst auf einer Bank sitzend und davor stehend sich unterhält. Aus dieser Diskrepanz heraus kommen sicher die verschiedenen Ansätze, die hier diskutiert werden, ob man sich jetzt mit seinem Cali rausbewegen darf oder nicht. Aus dieser Diskrepanz heraus kommt auch die Vehemenz der Diskussion, ob man um Bedrohliches Fehlverhalten unterbinden zu können zu drastischen Maßnahmen wie einer behördlich verhängten Ausgangssperre greifen muss oder nicht. Was ist meine persönliche Konsequenz? Ich bleibe zu Hause, arbeite von zu Hause, bespassse mein Kind zu Hause, genieße die Sonne im Garten, genieße die Gelassenheit nicht der normalen Hektik meines sonstigen Alltages unterworfen zu sein, genieße Zeit zu haben in Ruhe zusammen mit meiner Familie zu kochen, genieße Zeit zu haben ein Buch in Ruhe zu lesen. Ich schreibe den mir wichtigen Menschen in meinem Leben und telefoniere mit ihnen. In diesem Sinne wünsche ich allen eine sichere und ruhige Zeit, bleibt gesund! Viele Grüße, Sabine PS: Ich bin mir durchaus bewusst mich in einer Privilegierten Lage zu befinden. PS 2: ich finde das Wort Social distancing furchtbar – gerade in Zeiten wie diesen ist emotionale Nähe wichtig. Nur die Ausdrucksformen muss andere Wege finden, eben keine körperliche Nähe.
  32. 20 likes
    Hallo zusammen Ixh verlasse jetzt das Wartezimmer nach einem 16 Stunden Tag zufrieden und glücklich daheim angekommen Nächste Woche geht es dann direkt zum folieren. Beste Grüße und allen anderen frohes warten eine Abholung in Hannover lohnt sich 😁
  33. 20 likes
    Bodiam Fast wären wir geneigt gewesen, ein zweites Mal in die City hinein zu fahren. Der Stellplatz ist fantastisch und es gefällt uns hier wirklich gut. Am Morgen gibt es selbst gebackenen Schokokuchen der Platzmitarbeiter, der freundliche Herr vom Check in schaut vorbei, um sich nach unserem Wohlergehen zu erkundigen, unter den Füßen haben wir grünen Englandrasen und über unseren Köpfen scheint eine Sonne, wie sie in England angeblich nie zu sehen ist. Einen noch warmen Schokoladennukleos auf meiner Zunge zerfließen lassend sitze ich im Klappstuhl, sehe Nele und Claudia beim Frühstücken zu und denke: „Ja, ich bin glücklich.“ Wir entschließen uns dann aber doch zur Weiterfahrt. Es ist selten gut, ein schönes Erlebnis verdoppeln zu wollen und zu viele interessante Spots liegen noch vor uns. Wir wollen uns die Südwestküste erschließen und auf dem Weg dorthin, das ist mein Wunsch, Bodiam Castle besichtigen. Vor 25 Jahren war ich schon mal dort und habe das Gemäuer in allerbester Erinnerung. Es ist die Burg des Sir Edward Dalyngrigge und in Ihrer Geschichte geht es vorrangig um den Hundertjährigen Krieg, um Bauernaufstände und um die Franzosen. Wir verbringen einige Stunden dort, vermessen den Innenhof und zählen Feuerstellen (Spielangebote für die kleineren Besucher) und erarbeiten uns so sogar eine Medaille. Nele ist begeistert. Vor der Burg werden diverse Spielereien und Basteleien angeboten. Unsere Kurze bastelt ein Katapult und ich versuche mich im Bogenschießen. (Nein, ein Naturtalent bin ich nicht.) Gegen späten Nachmittag brechen wir auf, uns einen Übernachtungsplatz zu suchen. Wir durchfahren einige kleine Dörfer und verwunschene Alleen, bis ein „Wuuaaaahh“ von Claudia und ein darauf folgender dumpfer Schlag kleinste Glassplitter durch das geöffnete Beifahrerfenster ins Auto fliegen lassen. Ich sehe im Sekundenbruchteil darauf unseren rechten Außenspiegel auf der Scheibe der Beifahrertür liegen, schmeiße den Warnblinker an und parke den Bulli am linken Straßenrand. Ein Golf überholt uns und parkt sich ebenfalls warnblinkend vor uns ab. Der Fahrer kommt auf uns zu: „Ich wollte Euch nur meine Nummer geben. Ich habe alles genau gesehen.“ Ich steige gerade aus und bin mir, ehrlich gesagt, gar nicht mal so sicher, ob ich zu weit rechts gefahren bin oder mein Gegenüber zu weit links. „Has it been my fault or his fault?“ begrüße ich charmant den Golf-Fahrer. „No no, definetely his fault. Let me write down my mailadress.“ Er hinterlässt seine Kontaktdaten und bittet mich mehrmals, ihn zu kontaktieren, wenn ich seine Hilfe brauche. Langsam kommt mir das vor wie ein Trickbetrug. Ich habe mich schonmal auf einem Rastplatz auf der A3 tüchtig verarschen lassen und bin nur dank grandioser Hilfe der Autobahnpolizeidienststelle Medenbach "sauber" aus der Nummer raus gekommen. Nicht noch mal, nicht mit mir Freunde! Ich checke umgehend alle Türen, Fahrräder, Kind und Ehefrau: Alles noch da. Geldbörse auch. Wohl doch einfach mal ein netter Mensch. Er verabschiedet sich und wir fahren weiter. Was sollen wir mit einer Zeugenaussage? Keiner von uns kennt das Nummernschild und im Zweifel... Eh klar. Und heh: Es geht um einen Spiegel. Ich bin heilfroh, dass Claudia nichts passiert ist. Das Fenster war halb geöffnet und das hätte tatsächlich „ins Auge“ gehen können. Am nächsten Tag fahren wir zu „Eurovans“ nach Eastbourne. Ich lege unsere „Zulassungsbescheinigung Teil II“ auf den Tresen und ein erneut überdurchschnittlich gut gekleideter Herr hört sich meine Ersatzteilwünsche an, entschuldigt sich für zwei Minuten und geht ins Lager. Während meiner Wartezeit kommen nacheinander zwei weitere, überflüssig zu erwähnen, dass sie fantastisch sitzende Maßanzüge tragen, Herren auf mich zu und fragen, ob mir schon geholfen wird. „Yes“ grinse ich Ihnen debil entgegen, bevor dann auch wieder „mein“ Anzugträger erscheint. Ich liebe diesen britischen Style. Hier hat es nicht diese gläserne, chromblitzende VW-Verkaufsarena Deutschlands, wo einem ein Youngstar-Schnösel in Essengeldturnschuhen versucht, die Welt zu erklären. Hier steht ein gestandener Mann mit besten Manieren hinter einem schlecht weiß gestrichenen Tresen mit Lacknasen, der eben nach purer Werkstatt riecht (Der Tresen, nicht der Mann), und besorgt einem innerhalb ein paar Minuten die Teile, die man benötigt. Lagerhaltig! Wir hatten uns bereits auf einen Tag Wartezeit eingestellt. Daraus wurden, ich schätze, zehn Minuten. Dann liegen zwei Gehäuseteile und ein Spiegelglas vor mir auf dem Tisch. Mein Gegenüber schaut mich allerdings etwas verunsichert an: "I´m not sure... Ihr Fahrzeug ist ja ein Linkslenker. Bei uns hier ist der rechte Spiegel als "Spiegelglas Fahrerseite" eingetragen. Sieht der anders aus als Ihrer vom Festland?" Er hält mir das Glas entgegen und ich blicke abermals in ein fragendes Gesicht. In meins. "Keine Ahnung, ein Spiegel halt." ziehe ich ratlos die Schultern hoch. "But an english mirror is much better than no mirror." versuche ich die ratlose Stille mit Worten zu füllen. "Let´s try it out." spricht der Verkäufer und bedeutet mir, ihm zu folgen. Wir gehen gemeinsam zum Bulli, er hält das Spiegelglas in unser Bruchgehäuse an der rechten Tür und ich nehme auf dem Fahrersitz platz. "Looks pretty much the same to me." nicke ich ihm zu. Er lächelt. "Brilliant. Anything else I can do for you?" "Ja." will ich sagen. "Bitte, eröffnen sie eine Werkstatt in Deutschland. Möglichst zentral. Wir sind es nicht gewohnt, zuvorkommend behandelt zu werden und auf Mitarbeiter zu treffen, die sich Zeit für unsere Probleme nehmen. Was halten sie von, sagen wir, Fulda?" Nach weiteren fünfzehn Minuten war alles montiert und der rechte Spiegel wie neu. Wir zogen, äußerst dankbar, weiter. Der Weg nach Land´s End zieht sich jedoch, so dass wir an der East Fleet eine Pause einlegen. Claudia sucht einen Platz heraus und als wir ankommen, sind wir erneut begeistert. England ist Camperland. Die Plätze sind bislang durchweg top und sauber. Waren wir in Italien und selbst Frankreich bislang froh, überhaupt eine Klobrille auf der Keramik vorzufinden (von Toilettenpapier reden wir ja gar nicht...), gibt es in England Plätze, die unseren hygienischen Vorstellungen durchaus eher entsprechen. Und alles in einem Zustand, der keine Wünsche offen lässt. Hier auf der Insel kommen uns Bullis entgegen, wie wir sie in dieser Dichte und auch in dieser Vielfalt auf dem Festland bisher nie erlebt haben. Mein persönliches Highlight heute war eine T4-Limousine im shabbychic-Look: Doppelachse hinten, sicher um die 7m lang und von Rost geprägt. Aber auch aktuelle Umbauten auf T5.1, T5.2 und T6 fahren hier rum. Und mit absolut interessanten Ausbaukonzepten. Am Anfang unserer Reise haben wir uns einige Male gefragt, ob wir nicht doch besser hätten andersherum fahren sollen: Schottland im Sommer und Richtung Herbst hin Sardinien. Aber wir wollten eben die Highlands Ende August, Anfang September erleben. Das war der Grund. Und aus momentaner Perspektive ist das genau richtig so.
  34. 19 likes
    ... so, war ein langer Tag, aber ich darf mich hier mal abmelden 🙂 T6.1 California Beach Camper Edition 150PS DSG (Händler in D) Bestellung: KW04 Auftragsbestätigung: KW05 Unverbindlicher Liefertermin Q2/2020 1. Lieferprognose: Mai 2020 2. Lieferprognose: KW20 3. Lieferprognose: KW22 4. Lieferprognose: Nicht verfügbar (Corona) 5. Lieferprognose: Oktober 2020 (Corona) 6.1 Lieferprognose: KW34 (Priorisierung) 6.2 Händlersystem: KW32 08.07. (KW28): FIN 16.07. (KW29): Produktion gestartet 22.07. (KW30): Bus-Silhouette 23.07. (KW30): Bus-Foto 24.07. (KW30): WeConnect 28.07. (KW31): Termin Werksabholung 31.07. (KW31): Auf dem Transportweg 04.08. (KW32): Rechnung/Bezahlung 06.08. (KW32): Fahrzeugbrief erhalten 11.08. (KW33): Zulassung 12.08. (KW33): Werksabholung Gruß Nietnagel
  35. 19 likes
    & jetzt die Konfiguration fürs Wintercamping im Vorzelt, wenn es der Holden für draussen zu kühl wird, aber dennoch hübsch bekocht werden möchte... grins LG Busolini
  36. 19 likes
    Hier auf alten Militärpisten im Grenzgebiet zwischen Nordmazedonien und Kosovo - im Hintergrund der Korab 2764m (in Albanien ist man offziell der Meinung das er 10m "kleiner" ist 👌 ) Übernachtsplatz im Durmitor NP in Montenegro (ja auf diesem Foto gibt es einen Cali)
  37. 19 likes
  38. 19 likes
    Hallo, mir geht das so langsam gehörig auf die Eier! Ständig dieses gefragte „kann ICH denn wohl“ „ja wenn nur ICH alleine losfahre dann“ „ICH ICH ICH“ Rundrum verrecken die Menschen elendig und einige wenige haben nichts besseres zu tun, über „vereinzelte Kurztripps“ nachzudenken. Was privilegiert einige wenige da draußen eigentlich gegenüber anderen??? Guck mal nach Frankreich und Italien, was passiert da? Da sterben jeden Tag tausende Menschen! Das ist vor unserer Haustür! Mich kotzt das langsam an. So, jetzt fallt über mich her... Sorry für die drastischen Worte, aber das musste mal raus. Michael
  39. 19 likes
    Hallo in die Runde, gestern war ich aufgrund einiger Beiträge entschlossen, mich hier abzumelden. Aber nachdem ich jetzt einige ermutigende Beiträge las, habe ich mich zum Bleiben entschlossen. Dazu veranlasst mich auch der heutige Beitrag von Mark. Vielleicht habe ich versäumt, meine Ausgangslage und meine sicherlich eher ungewöhnlichen Nutzungsansprüche transparent zu machen, was vielleicht meinen 10-Punkte-Optimierungsplan nachvollziehbar machen könnte. Darum will ich das knapp nachholen: Für den GC 600 entschied ich mich in erster Linie wegen des ungewöhnlichen guten Fahrverhaltens des Crafters, der angebotenen Maschine plus Automatik und der angebotenen Assistenzsysteme und nahm die für meine Bedürfnisse kargen Unterbringungsmöglichkeiten im „Wohnzimmer“ in Kauf, weil ich Abhilfemöglichkeiten sah. In der Regel halte ich mich mit dem Wohnmobil von Mai bis August in Norwegen und dabei überwiegend nördlich des Polarkreises (Varanger-Halbinsel) aus naturfotografischen Gründen auf. Selbst im Juni liegt dort die Durchschnittstemperatur unter 10 C. Weil ich manchmal zum Fotografieren – z.B. Balzverhalten des Kampfläufers – mehrere Regen- und Sturmtage überbrücken muss, bin ich auf eine Dieselheizung angewiesen. (Die nächste Gasfüll-Station befindet sich im 500 km entfernten Alta). Wegen der Länge meines Aufenthaltes reicht also ein kleinerer Gasbehälter nicht. Nun zu meinen Optimierungen: Das „Schubladending“ (Zitat) ist optisch sicherlich nicht so ansprechend wie das Original-Schottbrett. Aber mit dessen Hilfe kann ich mich bedeutsamer Versorgungsgüter innerhalb des „Wohnzimmers“ bedienen, ohne die Koje hochklappen zu müssen oder zur Hintertür zu gehen. Die Alternative wäre das Weglassen des oberen Schottbrettes gewesen, um an eine darunter zu plazierende Versorgungsbox zu gelangen. Das kam für mich nicht in Betracht. Dass meine handwerklichen Ausfertigungen nicht den Ansprüchen einiger Innungsmeister des Möbeltischler-Handwerks genügen, nehme ich hin, weil ich mich weder zur Gesellenprüfung angemeldet oder das „Schubladending“ zum Kauf angeboten habe. Für mich ist Funktionalität angesichts der Eigennutzung vorrangiger Maßstab – und hier im Forum dient es lediglich als Anregung. Das mögen bitte die beherzten Harsch-Kritiker wohlwollend berücksichtigen. Sowohl die Umgestaltung des Gaskastens als auch der Umbau des heute vorgestellten hinteren Stauschrankes nahm ich deshalb vor, um ohne Aus- und Wegräumen anderer Ausrüstungsgüter von hinten an häufiger benötigte Gegenstände leichter zu gelangen. Abschließend: Das letzte Foto zeigt meine bisherigen Umbaumaßnahmen – und für mich als 78jährigen mit akademischer Ausbildung signalisiert es meine handwerkliche Zufriedenheit. In diesem Sinne in friedfertiger Stimmung… Ulf
  40. 19 likes
    😂 Ich glaube, dass ich dafür nicht tauge und dass meine geistigen Ergüsse dafür nicht die nötige "Tragweite" haben. Aber wenn es einen Teil der Caliboarder erfreut, ist das alles, was ich mir gewünscht habe. The Lost Gardens Of Heligan Produkte aus UK verbindet man gemeinhin zwar weniger mit Formschönheit und Eleganz, dafür aber mit Solidität und Langlebigkeit und dem Verzicht auf Schnörkel. Gut, ich weiß, die Autos von "British Elend" beispielsweise nicht unbedingt, aber so im Großen und Ganzen, finde ich, schon. Mir wird dieser Umstand erstmalig im Shop des „Heligan´s Garden“ wirklich bewusst. An einem Drehständer hängen Gartenhandgeräte, wie sie wohl nur die Briten benutzen. Hacken und Schaufeln mit langen, dicken Stielen. Hässlich, unkaputtbar und gefertigt für die Ewigkeit. Wie ein London Cab. Das Areal des „Heligan´s Garden“ ist riesig und lädt dazu ein, wenigstens ein paar Stunden hier zu verbringen. Am zentral gelegenen Kinderspielplatz gibt es Hängematten, diverse Lernspiele und eine „Silent Disco“. Über Kopfhörer kriegt man zwischen Raverythmen „bee- and butterflyfacts“ aufs Trommelfell gelegt. „Bienen bewegen Ihre Flügel in Form einer liegenden 8.“ Ach was? „Schmetterlinge saugen ihre Nahrung durch eine Röhrenzunge!“ Tatsächlich? „Und sie haben eine Flügelschlagfrequenz von ca. 25 Hz!“ Da schau her... Wirklich nett gemacht. Wir schlendern durch das „Lost Valley“ und über eine burmesische Seilbrücke in Richtung einer Nutzviehfarm mit verschiedenen Schweinerasse, riesigen Büffeln und typisch englischen Schafen und irren anschließend, unbeabsichtigter Weise, durch einen Dalienzuchtwettbewerb. Blumen tangieren mich grundsätzlich zwar eher peripher, aber was hier so rumsteht, ist schon abgefahren. Nele will sie alle mitnehmen. Als Geschenke für die Omas. Woher kommt das wohl, dieser etwas “rauhe” Charme des Empires? Wieso ist hier alles ein wenig anders, als woanders? Wieso würzen sie ihre Lammrippchen mit Minzmarinade? Ich bin für kulinarische Experimente durchaus zu haben, aber mal ehrlich: Das kann man nicht essen. Ich habe es gestern probiert, keine Chance. Liegt es tatsächlich am Inseldasein? Lizard Point Claudia möchte Cream Tea trinken. Ich verstehe das anfangs nicht, bin ich doch der Meinung, dass wir nun nicht wirklich jedes Klischee bedienen müssen und das wir bei Bedarf auch daheim einen mit bröseligem Blattwerk gefüllten Löschpapierbeutel in lauwarmes Wasser hängen können. Nach einem Augenrollen bekomme ich aber die Erklärung, dass “Cream Tea” hier eine absolute Spezialität sei, man das unbedingt machen MÜSSE und die zwei Worte weiterhin die Umschreibung für mehr als nur ein Heißgetränk seien, da zuzüglich noch Scones, Streichrahm aus unpasteurisierter Milch und Konfitüre gereicht werden. “Na juhu. Ein Bierchen wäre aber auch was Feines jetzt….” Irgendwie ist die beste aller Ehefrauen aber gerade nicht zum Scherzen aufgelegt und wer bin ich, mich ihren Wünschen entgegen zu stellen. “Two of those...ähm… Cream Tea please.” Wir bekommen eine Nummer und den Hinweis, dass wir aufgerufen werden, wenn “es” fertig ist. “Na jetzt geht´s aber los.” denke ich. “Muss die Hefe noch gehen?” will ich fragen, werde aber von meinem Weib an unseren Sitzplatz gezerrt. Gute zehn Minuten später erfüllt ein “eightysix” die Sitzreihen und ich hechele mit unserem Ticket zur Ausgabe. Als ich das Tablett mit dem Doppelcreamtea anheben will, glaube ich an einen üblen Scherz. Als wäre es am Tresen fest gespaxt. Ich stemme mich etwas fester gegen die Schwerkraft, kriege die Fuhre gehoben und taumele damit zum Tisch. Vor uns stehen zwei Tassen Tee, ein faustgroßer Becher Butter und ein ebenso großer Becher Konfitüre. Daneben liegen vier leicht angeschwärzte Teigklumpen. Jeder so groß wie eine Riesenkartoffel und jeder so schwer wie eine Bowlingkugel. Scones haben in etwa die Dichte von Quecksilber, sind aber nicht ganz so giftig. Wir brechen uns jeder ein Stück ab, streichen großzügig von dieser “cream” und auch der Konfitüre drauf und beginnen zu kauen. Und kauen. Und kauen. Es wird immer mehr im Mund, bis ich glaube zu ersticken. Hastig gieße ich brühend heißen Tee hinterher, der der ganzen Sache eine kleisterähnliche Konsistenz verpasst. Irgendwann gelingt es mir, den Komplettklumpen hinunterzuwürgen. Wie eine Anakonda, die eine Antilope frisst. Von „Baskin sharks“ habe ich noch nie etwas gehört, also bemühe ich Google um aussagekräftiges Bildmaterial und bin beeindruckt. Beim Beobachtungspunkt „Lizard Point“ soll man diese Riesenhaie angeblich sehen können, allerdings ist es dafür schon zu spät im Jahr. Wir fahren dennoch früh morgens dort hin, um ein wenig „wildlifespotting“, wie es hier heißt, zu betreiben. Man könnte auch sagen: Glotzen. Am Aussichtspunkt ist es um diese Zeit noch wunderbar ruhig. Nur ein spotter-Kollege des “Nature Trust” sitzt noch da und sucht mit seinem Spektiv die Wasseroberfläche ab. Claudia findet nach einer Weile zwar einige Seelöwen auf einem Felsen liegen, sonst gibt es aber aus der Tierwelt nicht viel mehr spektakuläres zu sehen. Die Küste hingegen ist der Hammer, sowie Cornwall insgesamt. Leuchtend grüne Wiesen, schroffe Klippen und Straßen, bei denen man sich denkt: „Welche Straßen? Ich sehe wohl ein Grabensystem, von Straße kann hier allerdings nicht die Rede sein.“ Das Navi zeigt für 34km eine zu erwartende Fahrzeit von 55min an und wir müssen nach nun ein paar Tagen Cornwall einsehen, dass unser Navi das Ganze sehr optimistisch einschätzt. Denn allzu oft heißt es “100m vorwärts, 50m rückwärts”. Für Gegenverkehr ist dieses Verkehrssystem, wenn man es denn so nennen mag, einfach nicht ausgelegt. Und für Erntemaschinen aus dem ostwestfälischen Harsewinkel schon gleich gar nicht. Doch auch die kommen einem hier auf Ihren Ballonreifen entgegengehüpft. Dann hilft alles nichts: Schaltknüppel auf “R” und ein paar 100m rückwärts fahren. Bis eine Einbuchtung kommt. Erstaunlicherweise funktioniert das aber. Die Leute sind gechillt, keiner regt sich auf. Gegenseitige Rücksicht und alle paar Minuten eine dankend erhobene Hand. Unglaublich. Ich bin kein Freund von Schubladendenken, aber in dem Land, aus dem ich komme, würde das keine drei Minuten gut gehen.
  41. 19 likes
    Bréhémont Leises Geprassel auf die Bullikarosserie weckt uns, bevor die Wecker klingeln. Ich öffne das Heckrollo und blicke auf drei Fahrräder und eine besprenkelte Kofferraumscheibe. Aber es bleibt bei einem kurzen Schauer, so das wir eine Stunde später schon aufbrechen können. Dem nächsten Schloss entgegen. Wir verzichten erneut aufs Frühstück und vertrauen auf unser Glück, an einer Patisserie vorbei zu kommen. Aber in Frankreich braucht es dafür gar kein Glück. Schon nach wenigen Fahrminuten bremsen wir ein an einem kleinen Gebäude in Bleré, stellen unseren mobilen Wohnraum ordnungsgemäß ab und laben uns an Tartes, Quiches, Eclairs und wunderbarem Kaffee. Eine weitere Stunde später stehen wir auf dem Parkplatz des Märchenschlosses Chateau d´Ussé. Man sieht es schon bei der Zufahrt durch den Ort und, Leute, es tut mir leid, aber mir fällt kein anderes Wort ein: Es ist malerisch. Der Parkplatz ist kostenfrei und der Eintritt beträgt faire 14 Euro pro Adulte und für die Enfants unter 7 ans bezahlt man nichts. „Fantastique“ denke ich, das schont unsere Klassenkasse. Seine Grundlagen fand das Schloss Ussé auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Burg im 15. Jahrhundert. Es wurde über die weiteren Jahrhunderte fortwährend erweitert und verändert und ist heute der Inbegriff eines klassischen Märchenschlosses. Der Schriftsteller Charles Perrault soll sich hier zu der französischen Dornröschen-Variante inspiriert haben lassen. Dornröschen heißt hier allerdings Aurora und die Erzählung „La belle au bois dormant“, „Die schlafende Schöne im Wald“. Wir hatten von alldem nicht den blassesten Schimmer aber es spielt uns natürlich ungemein in die Arme. Nele ist hellauf begeistert und marschiert uns voran. Schloss Ussé ist nach wie vor in Familienbesitz und wird zu einem kleinen Teil auch noch bewohnt. Den größten Teil allerdings widmen die Eigner der Öffentlichkeit und haben mit Figuren und Tafeln versucht, die Geschichte Auroras in die Schlossmauern zu bringen. Die Ausstellung beinhaltet einerseits die dargestellte Märchenerzählung, andererseits aber Waffensammlungen, chinesische Vasen, syrische Truhen, Wandteppiche und alles, was Geschichtsinteressierten die Kinnlade fallen lässt. Und nebenher haben die Kleinen auch was zu gucken und langweilen sich in keinster Weise. Ein schönes Konzept. Neben dem Schloss selber gibt es noch die ehemalige Pferdestallung, eine Kapelle, die Weinhöhlen und den Kerker zu besichtigen. Nele fotografiert mit ihrem eigenen Fotoapparat jede Kutsche und jeden Sattel und ist happy bis über beide Ohren. Auf dem Weg zum Ausgang schmiedet sie einen Plan: „Ich wünschte, wir würden in einem Schloss wohnen!“ Während ich mich noch über die grammatikalisch korrekte Anwendung des Konjunktivs freue, fährt sie fort: „Ich wäre die Prinzessin, Mama die Königin und Papa der Schlossgärtner.“ Ich bin erstaunt. „Und ich könnte mich in den Bäumen verstecken, mit einer Zwille, und allen Gästen, die meinen Rasen betreten, einen Stein an den Poppes schießen?“ Nele freut sich: „Ja genau.“ Beim Weg durch den Garten und an der Orangerie entlang frage ich mich, wie das alles mit 14 Euro pro Erwachsenem zu finanzieren ist. Die Anlage ist in einem top Zustand und man sieht ihr an, das täglich Hand an ihr angelegt wird, um den Zustand zu erhalten. Auch die Preise an der Tourifutterstelle vor dem Schloss sind human und das Essen ist, ich bin erstaunt, wirklich gut. Ich bin in meinen zwanziger Jahren (Das klingt nach Altersweisheit... ) beruflich oft in Frankreich gewesen und hatte hieraus immer eine gewisse Antipathie gegenüber dem Land und seinen Bewohnern. Ich war der Meinung, das man ein Land wirklich kennen lernt, wenn man mit den Landsleuten zusammenarbeitet. So habe ich mit griesgrämigen Druckinstruktoren aus Paris Bekanntschaft geschlossen, den miesepetrigen Elektriker aus Rennes kennengelernt oder mich mit dem Drucker in Nantes gestritten. „Das ist Frankreich“ habe ich gedacht. Schlechte Laune, mangelnde Arbeitsmoral, und wenn ihnen was nicht passt: Streik. Das war meine Sicht auf Frankreich. Ich habe, bisher, allerdings nie ein Grimbergen in einem goldberändertem Kelch an einem Campingimbiss von einem freudig strahlendem Franzosen entgegengenommen, um anschließend einem Unpluggedkonzert zu lauschen. Ich bin, bisher, nie mit dem Rad an der Cher entlang gefahren und von jedem, wirklich jedem, mir entgegen kommendem mit einem herzlichen „Bonjour“ begrüßt worden. Und ich habe, bisher, nie diese wunderbaren, kleinen Städte mit ihren unfassbar gepflegten Straßen und Blumenrabatten gesehen. Und langsam dämmert es mir: Bin ich, wenn ich auf der Arbeit bin, wirklich repräsentativ für das Land, in dem ich lebe? Oder treibt mich vielleicht Konkurrenzdenken gegenüber meinen Kollegen? Oder gegenüber des Typen, den sie extra aus Deutschland hier her geschickt haben? Oder mag ich meinen Job gar nicht? Fragezeichen an Fragezeichen reiht sich aneinander. Aber fest steht: Ich lag völlig falsch. Frankreich ist ganz wunderbar. Man muss nur, und das kann man wohl allgemeingültig betrachten, an die richtigen Leute geraten. Und an die richtigen Tartes.
  42. 19 likes
    Montevecchio Das Bergbaugebiet um Montevecchio wollen wir uns genauer ansehen. Wir verzichten auf ein ausgedehntes Frühstück, greifen nur pünktlich zur Ladenöffnung zwei Cappuccini, drei O-Saft und drei Brioche ab und machen uns früh auf den Weg dorthin. Mutterseelenallein fahren wir die staubige Wellblechpiste in Richtung Meer, biegen dann rechts ab Richtung Norden und treiben den Bulli bergan und bergab bis zur ersten Furt. Wir halten uns natürlich an die weltweit gängige Vorgehensweise bei Bullifahrern und Furten: ER sagt zu IHR in unmissverständlichem Tonfall: „So, da müssen wir jetzt durch.“ und täuscht wichtige Geschäftigkeit vor. Knöpfe drücken, Beil aus dem Kofferraum holen, sowas halt. SIE blickt dann von ihrem Telefon auf nach vorne, zu ihm, zurück nach vorne, zurück zu ihm und sagt: „Ja und? Mach!“. ER sagt dann sowas wie: „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das schaffen. Könnte sein, das wir dabei drauf gehen.“ Der Ton verfällt in eine rauchig-kehlige Stimme und wer einen Bart hat, kratzt sich dabei das behaarte Kinn. Daraufhin rollt sie die Augen, nimmt die nackten Füße vom Armaturenbrett um sie in die Badeschluppen zu stecken, öffnet die Tür und durchwatet die knöcheltiefe Laune der Natur. Drüben angekommen, bedeutet sie IHM, dass es jetzt sooooo schlimm eigentlich gar nicht ist und ER das heiligs Blechle relativ beruhigt durch die Pfütze manövrieren kann. ER zögert daraufhin, wägt erkenntnisreich verschiedene Furtlinien ab, ruft dann endlich „OK. Mach aber Bilder!“ und fährt los. Als ich die Fotos auf Claudias Telefon sehe, bin ich, ehrlich gesagt, ziemlich enttäuscht. Wie verwegen komme ich mir bei der Durchfahrt vor. Wie ein echter Globetrotter. Auf den Bildern hingegen sieht die Furt aus wie ein Rinnsal im Taunus. Wenn ich das mit den Islandbildern hier im Forum vergleiche, wo Bullis bis zum VW-Emblem im Wasser stehen... Absolut lächerlich. Aber dennoch: Die Strecke von Arbus nach Montevecchio an der Küste vorbei ins nahe Hinterland ist traumhaft. An welcher Stelle man wie mit wem welchen Teil der Mine betreten darf, ist anfangs nicht wirklich transparent. Wir wurschteln uns durch und stehen schon bald in den Arbeitshallen und Wohnhäusern der ehemaligen Kumpel. Die Grube „Alessandro“ beherbergte einst die Werkstätten der gesamten Anlage. Eine Schreinerei stellte die Holzmodelle für die Gießerei her, die Gießerei fertigte die Gusskokillen, schmolz das Material und goss Rohlinge und die mechanische Werkstatt überdrehte die Rohlinge, setzte Bohrungen und führte sonstige mechanische Tätigkeiten durch. Aufgegeben in den 60ern und zum Teil originalerhalten. Mein Herz schlägt bis zum Hals. Alleine schon der Duft! „Bienchen, riechst Du das!?!“ rufe ich strahlend unserer Kurzen zu. Sie zieht die Stirn kraus und sagt: „Ja. Stinkt." Industriekultur ist offensichtlich noch nicht so ihr Thema. Unsere Weiterfahrt führt uns auf die Giara di Gesturi, eine Hochebene, auf der Wildpferde leben. Selbst hier oben hat es noch 38° C und unsere „Wanderung“ fällt nicht all zu ansehnlich aus. Wildpferde sehen wir dennoch. Ursprünglich wollten wir hier vor Ort bei einem empfohlenen Restaurant übernachten, aber der Stellplatztipp entpuppte sich als „Lost Place“ und nach kurzem Familienrat beschließen wir den Ritt an die Nordwestküste. Gegen Mitternacht werfen wir den Anker in Alghero.
  43. 18 likes
    So, ich verabschiede aus dem Wartezimmer nach exakt 6 Monaten Wartezeit und einigen Verzögerungen. Ein tolles Auto, besonders der kritisierte Spurhalteassistent hat mich begeistert. Er greift so unmerklich ein, dass man es kaum merkt, bringt einen aber in die Spur zurück. Man merkt es nur dann deutlich, wenn man das Lenkrad loslässt - dann kommt allerdings unüberhörbar die Warnung, die Hände dahinzutun, wo sie hingehören 😉 Heute Probenacht in der 1. Etage, mal sehen was der Rücken morgen zur Matratze sagt... Das Warten lohnt sich! origade
  44. 18 likes
    Das Jahr 2019 war wieder einmal sehr erlebnisreich und teilweise auch sehr anspruchsvoll. Und das (leider) nicht nur auf unseren verschiedenen Touren... Wir waren mal wieder auf Sardinien, seit langem mal wieder in Kroatien, ein wenig in Deutschland und natürlich in Schottland unterwegs. Hier unsere "Best nine" neben den vielen anderen Erlebnissen 😉 @skotphos.ontour "Best nine" 2019 Ich wünsche allen einen guten Rutsch in ein hoffentlich auch wieder so erlebnisreiche Jahr 2020. Viele Grüsse, Martin P.S.: Habt ihr auch schon eure "Best 9" ausgewählt? Dann zeigt sie doch einfach hier...
  45. 18 likes
    In diesen blöden Thread reinschauen bringt mich langsam in den Konkurs 😫😫😫😫😫😫😫😫
  46. 18 likes
    Hallo. Im Forum sind ja auch ein paar Kollegen mit 3d-Druckern die ich hiermit mal ansprechen möchte. In den deutschen Altenheimen fehlt es noch an Ausrüstung. In unserem Ort haben sich daher viele Frauen zusammengeschlossen und nähen einfache Stoffmasken. Der hilft etwas, aber lange nicht ausreichend. Das Gesicht, speziell die Augen sind nicht geschützt. Das Problem: In den Altenheimen wissen sie nicht was privater 3d-Druck leisten kann. Als mich unser Altenheim bzgl. einer Skype-Verbindung anfragte habe ich darauf hingewiesen das man eine BehelfsGesichtsMaske mit einfacher Folie auch ausdrucken könnte. Das würde dem Altenheim im Falle eines Falles wirklich weiterhelfen. Mit mehreren 3d-Drucker Besitzern im Ort haben wir uns jetzt zusammengeschlossen und produzieren für unser Altenheim zunächst mal 20 Gesichtsmaskenbügel. z.Z. laufen die ersten Drucke dieses Models an: https://www.thingiverse.com/thing:4233193 Die notwendigen Folien findet man noch für wenig Geld unter der Bezeichnung "Bindefolien" ( Die heutigen Overheadfolien sind Inkjet-beschichtet und werden zu schnell blind). Ich probiere es mal mit 0,2 und 0,5 mm Varianten. Wenn es interessiert berichte ich euch weiter über diese Aktion. Und falls ihr einen 3d-Drucker besitzt, oder jemanden kennt, sprecht doch mal die das Altenheim im Ort an. Die machen einen tollen Job, sind aber oft erst am Ende der Beschaffungskette. Natürlich gilt das auch für andere Dienste mit notwendigerweise engem menschlichen Kontakt, z.B. Rettungsdienst usw. Bleibt gesund. de.detto
  47. 18 likes
    Man muss dem Cockpit auch die guten Sachen abgewinnen
  48. 18 likes
    Manchmal kommt es einem vor als würden Blinde über Farben sprechen... Tut mir Leid, wenn sich das eingebildet anhört, aber glaubt doch einfach mal was, wenn es doch eh sehr detailliert und technisch erklärt wird. Schon alleine wenn man bisschen Ahnung von der Funktionsweise eines Verbrennungsmotors hat, sind die technischen Erklärungen über die Funktionsweise doch sehr ausführlich und verständlich. Der kleine Zuheizer mit seinen 4KW schafft natürlich niemals das, was der Motor selbst mit 110-141 KW schafft. Mit 110KW dauert es ca. 10-15 Minuten bis der Motor auf Betriebstemperatur ist, mit 4KW sind das dann 265-400 Minuten, also ca. 4,5-6,5 Std. Das sollte doch schonmal einleuchten, dass das nicht das Ziel sein kann. Und bei dieser Milchmädchenrechnung ist noch nichtmal der Wärmeverlust des Motors selbst, noch die Tatsache, dass die Wasserpumpe gar nicht läuft, berücksichtigt. Darum wird der Zuheizer ausschließlich dafür genutzt, um den Innenraum (Fahrerhaus) zu erwärmen. Dies geschieht über die Luftauslässe im Fahrerhaus. Damit das in einer entsprechenden Zeit funktioniert, wird dieser Innenraumheizkreis vom primären Wärmeerzeuger (Motorkühlkreislauf) entkoppelt und zwar mit einem Magnetventil, um eine „Rückerwärmung“ zu verhindern. Beim Starten des Motors wird dieses Magnetventil geöffnet und der primäre Wärmeerzeuger (Motorkühlkreislauf) arbeitet. Damit dieser Motorkühlkreislauf schnellstmöglich die Motorbetriebstemperatur von 85-90 Grad Celsius erreicht, was vorrangiges Ziel ist, gibt es einen Zuheizer, welcher als sekundärer Wärmeerzeuger arbeitet und den primären Wärmeerzeuger entlastet, indem sich der Zuheizer um die Heizung für den Innenraum kümmert. Somit kann der Motor selbst schneller auf Betriebstemperatur kommen und das Öl ist auch schneller warm. Schaltet man vor Motorstart die WWSH ein, so arbeitet der Zuheizer schonmal vor und erwärmt den Innenraum, ohne dass der Motor erwärmt wird. Der angesprochene „große“ und „kleine Kühlkreislauf“ ist etwas ganz anderes. Der kleine Kühlkreislauf ist der, wo der Kühlwasseraustritt am Motor direkt wieder zum Kühlwassereintritt geleitet wird, um eine Erwärmung des Motors auf Betriebstemperatur schnellstmöglich zu erreichen. Gäbe es nur diesen kleinen Kühlkreislauf, so würde der Motor irgendwann (relativ schnell) überhitzen. Darum gibt es in diesem Kühlkreislauf zwei Wärmeabnehmer. Einmal die angesprochene Heizung (Wärmetauscher) für den Innenraum und einmal den sogenannten „großen Kühlkreislauf“, welcher durch den Aussenkühler geleitet wird. Sobald dieser Aussenkühler zu warm wird, schaltet sich das Kühlergebläse ein. Das passiert hauptsächlich im Stand oder wenn der Fahrtwind nicht ausreicht. Die beiden Wärmeabnehmer (Wärmetauscher Innenraumheizung) und großer Aussenkühler werden durch Regelventile oder Thermostate gesteuert. Dadurch wird gesteuert wieviel Wärme wohin abgegeben wird, um den Motor immer auf optimaler Betriebstemperatur zu halten. Bei nachgerüsteten Standheizung gibt es eine Besonderheit. Wird das Magnetventil oder ein anderes Ventil mit selbiger Aufgabe NICHT nachgerüstet, so wird tatsächlich ein Teil des Motors mitgewärmt, allerdings nur durch die Wasserhydraulik, denn die Wasserpumpe für das Kühlwasser läuft nicht. Eine effektive Motorvorwärmung ist das also nicht. Andersrum wird aber die Effektivität der Innenraumvorwärmung gesenkt, weil vom Zuheizer erzeugte Wärme am Schnittpunkt zum Motor verloren geht. Das nimmt man aber bei nachgerüsteten WWSH in Kauf. Es funktioniert auch, dauert nur bisschen länger als mit entkoppeltem Heizkreislauf. Ich hoffe das war jetzt verständlich genug. Die Luftstandheizung (LSH) hat mit dieser Thematik überhaupt gar nichts zu tun. Das ist ein vollkommen anderes Thema.
  49. 18 likes
    Strade Dosso Alto e Tre Valli, Lombardei Italien, Oktober 2019
  50. 18 likes
    Plitvice Jetzt haben wir es doch nicht mehr bis Donnerstag ausgehalten. Kurzentschlossen haben wir heute früh das Dach eingeklappt und uns auf den Weg Richtung Plitvicer Seen gemacht. Verbunden mit einem Abstecher nach Pula. Je näher wir Plitvice kommen, desto zäher wird es. Ich kurve den Bulli durch enge Bergstraßen und scheinbar längst vergessene Ortschaften, während Claudia von ihrem Telefon ein paar Infos in Sachen Kroatienkrieg vorliest . Die bosnische Grenze ist nicht sehr weit von hier und wir sehen tatsächlich auch Häuser mit Spuren von Kampfhandlungen. Wir überlegen kurz, ob wir freistehen wollen. Als dann aber der Hinweis auf dem Handy erscheint, dass in diversen Zonen noch etwa 50.000 Landminen vermutet werden, verwerfen wir den Gedanken und fahren weiter ins Camp Korana. 1996 war ich dreizehn Jahre alt und drei Wochen Urlaub waren damals eine verdammt lange Zeit für mich. Ich saß auf dem Rücksitz des Ford Escort Tournier meiner Eltern und zog mir eine ALF-Kassette nach der anderen rein. Draußen am Fenster flogen die Birkenwälder Schwedens an mir vorbei und schließlich die Hochebene Flatruet. Der Ford sah aus wie nach einem Ernteeinsatz, als wir endlich in unserem Feriendomizil, Ljungdalen, ankamen. Es war ein riesiger Abenteuerspielplatz für mich und mit heutiger Sicht denke ich, dass Schweden so etwas wie der (Achtung Neudeutsch) Eyeopener oder Gamechanger für mich gewesen ist. Wirklich. Meine prägendste Erinnerung ist, dass ich von meinen Eltern tatsächlich die Freigabe bekam, eine Wanderung auf eigene Faust zu unternehmen. Vermutlich wollten sie nur mal ihre Ruhe haben, aber mir war das ebenfalls ganz recht. In Tarnklamotten und mit Bundeswehrrucksack, gefüllt mit Kochgeschirr und allem, was ich für meinen verwegenen Trip in die Wildnis benötigte, zog ich los, den Ljungan flussaufwärts zu erforschen. Nach mehrtägiger Wanderung (etwa 25 Minuten...) bog ich dem Flusslauf folgend nach links ein und spähte ins Paradies. Es war ein Ort, den man sich schöner tatsächlich nicht vorstellen kann: Aus etwa 12m Höhe stürzt der Ljungan polternd und krachend in eine liebliche Auenwiese, um sich dort als Fluss wiederzufinden und weiter zu strömen. Ein steinernes Meer davor mit versandeter Uferfläche am Gleithang der Flusskrümmung bildet einen sonnenbeschienenen Rastplatz. Ich war fassungslos, klappte meinen Esbitkocher auf und kochte eine Tasse Tee. Die Tarnklamotten sind längst im Müll. Spätestens während meines Wehrdienstes habe ich erkannt, dass es nicht Uniformierung war, die ich toll fand, sondern das Unterwegssein. Ich denke heute noch an diesen wunderbaren Ort in Schweden. Wir streichen früh die Segel auf unserem Übernachtungsplatz und beschließen, erst mal zum Park zu fahren und dort zu frühstücken. Während auf dem Heckauszug Kaffeewasser kocht und ich für jeden ein Sandwich schmiere, steht Claudia in einer bereits jetzt schon beachtlich langen Schlange nach Tickets an. Es ist 7:00 Uhr früh und ich habe für Nele gerade die Standheizung angemacht, damit sie sich Ihre kalten Fingerchen etwas aufwärmen kann. Nach den täglich über dreißig Grad der letzten Woche sind die 13 Grad in der Früh hier etwas ungewohnt. Ich war schon lange nicht mehr in diesem Hiking-mode mit Schnitten schmieren, Eiern kochen, Kohlrabi und Taschenmesser einpacken und ich bin, zugegeben, ziemlich heiß auf den Tag. Wir lassen uns vom Panoramabus in den oberen Park fahren, weil dort wohl weniger los sein soll, und starten unseren Ausflug an den obersten Seen. Schon nach wenigen Schritten führt ein rustikaler Steg über türkisblaugrünes Wasser entlang, welches unter uns durch grasige Karstlandschaft in hunderte Finger verstreut in die folgenden Seen abfließt. Am nächsten See kommen wir an einem Schilfufer entlang und wir sehen einen jungen Hecht starr am Grund stehen, getarnt wie ein Scharfschütze. Rotfedern ringsumher und Kaulquappen, eine wunderbare Lauferei. Die Stege sind geschwungen, so dass man niemals eine lange Blickachse hat sondern nach spätestens einem Dutzend Schritte eine komplett neue Szenerie vor sich sieht. Überall Wasser. Ringsum sprudelt, gluckert, rauscht und plätschert es. Unser Weg soll uns bis zur Übersetzstelle der Elektroboote führen, von wo aus wir uns den „Großen Wasserfall“ erschließen wollen. Schaut man sich den Wikipedia-Eintrag der Plitvicer Seen an, liest man unter anderem von etwa 900.000 Besuchern jährlich. Schaut man sich die aktuellen, touristenbuhlenden Werbeseiten an, istrien-live.com als Beispiel, liest man von einem ganz tollen Besucherrekord 2018: 1,7 Millionen Besucher. „Hut ab“, mag man sich da denken. Doch: Die Attraktion geht kaputt darunter. Profitgier und kurzsichtiges Denken machen aus einer wunderschönen Landschaft einen Freizeitpark mitsamt Kloake und die Veranstalter schieben mit Unimog-gezogenen Transporthängern fortwährend Massen an Menschen aller Herrenländer in ein Biotop, welches schon längst keines mehr ist. Meine Begeisterung des Vormittags legt sich zur Mittagsrast. Am Nachmittag, auf dem Weg zum „großen Wasserfall“, schlägt sie vollends um. Ich begreife es einfach nicht. Meine Frau, meine Tochter und ich stehen auf einem Holzsteg über glasklarem Wasser in der Schlange, um einen Wasserfall zu sehen. Dieses „Woah“-Gefühl will sich bei mir, trotz kolossaler Kulisse, einfach nicht einstellen. Ich denke zurück an „meinen ersten Wasserfall“ in Schweden. Ich denke an diese wohlige Welle freudiger Erregung bei meinem ersten Blick um die Flussbiegung auf den tosenden Ljungan. Ein Augenblick, wie man ihn nur alleine erleben oder evtl mit seinen Liebsten wirklich teilen kann. Aber in einer Schlange von hunderten Menschen will es mir absolut nicht gelingen. So wenig, wie ein Koitus auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt.
This leaderboard is set to Berlin/GMT+02:00
×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.