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Bräuchten Hilfe in Tunesien EPC Notlauf


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Die lokale eSim funktioniert auch stressfrei, wenn man sie registriert. Man hätte uns vielleicht im Geschäft auf die Registrierungspflicht hinweisen können. Die SMS Tage später hab ich unter Spam verbucht. 200 +130 GB für 90 Tage =100 dinar ca 30 Euro. 

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Drücke alle 4 👍

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ADAC? 

Und dann huckepack nach Hause? 

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Jedenfalls bist du vom Fach 👍Das du den den 110kw Motor fährst wird kein Zufall sein, oder? 😉

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Andere würden jetzt hier wieder sagen: Lass den Peter doch mal machen, er wird sich schon melden, wenn es was zu berichten gibt und hat gerade Wichtigeres zu tun, als hier ständig online zu sein. In dem Sinne: bleibt geduldig 😉  - wir sind doch alle gespannt, wie das hier aus geht 👍

Bearbeitet von hans_771
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Hallo, sind gerade in der VW Werkstatt in DEUTSCHLAND angekommen. Seit Mittwoch früh am überführen. Das war alles deutlich mehr als abenteuerlich. Wir gehen jetzt schlafen, weil morgen früh die VW Mitarbeiter uns sicher wecken werden und wir heute erst realisiert haben, dass ja auch bald Fastnacht ist. Wollen hier nicht noch länger stehen. Ich werde aber noch ausführlich über alles berichten. Jetzt erstmal Daumen drücken für morgen. 
Kalte aber erleichterte Grüße 

Peter

  • Mag ich 17
  • Danke 2
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Es hätte schlimmer kommen können.

 

Von Anfang an:

 

Also, die VW-Mobilitätsgarantie greift in Tunesien nicht. Der ADAC hätte möglicherweise einen Abschleppwagen organisieren können, es blieb aber unklar, ob wir den hätten selbst bezahlen müssen und wann er verfügbar gewesen wäre. Tunesier, die wir unterwegs kennengelernt hatten, vermittelten uns schließlich einen Bekannten, der uns für einen fairen Preis bis nach Tunis abschleppte. Bis auf eine Reifenpanne, die in einem der zahlreichen Shops unterwegs schnell geflickt werden konnte, hat das auch wunderbar funktioniert.

 

In Tunis fuhren wir dann zu einem VW-Händler. Generalimporteur für Volkswagen. Das war leider ein kompletter Reinfall. Man wollte lediglich kostenpflichtig den Fehlerspeicher auslesen, obwohl dies im Süden in einer ihrer eigenen Filialen bereits geschehen war, und dann das Fahrzeug erst im Mai (!) genauer untersuchen.

 

„Ennakl automobile vous informe que votre rdv ça sera le 16 mai 26 à 9h30h charguia 2.“


Den vermutlichen Hintergrund dazu erläutere ich weiter unten.

 

Wir suchten daraufhin sofort nach der nächsten Fähre Richtung Genua und buchten noch für denselben Abend. Das Einschiffen dauerte ungewöhnlich lange, da in zwei Wohnmobilen und einem Anhänger insgesamt zwölf blinde Passagiere entdeckt worden waren und daraufhin alle Fahrzeuge erneut kontrolliert wurden. Bereits auf dem Parkplatz beim Check-in hatten uns Deutsche angesprochen und berichtet, dass ein Jugendlicher versucht habe, unsere Fahrzeugtüren zu öffnen, während wir im Fahrzeug saßen. Wir selbst hatten davon nichts bemerkt.

 

Nach dem Check-in versuchte ich erneut, über die VW-Mobilitätsgarantie eine Rückführung nach Deutschland von Genua aus zu organisieren. Das ist jedoch nur bis zur nächsten VW-Werkstatt möglich. Der ADAC hätte uns zwar abgeschleppt, allerdings nur im Sammeltransport mit einer Wartezeit von drei bis fünf Wochen. Das Fahrzeug wäre auf ein separates Depotgelände gebracht worden, und wir hätten per Flugzeug oder Mietwagen nach Hause reisen müssen.

 

Unsere tunesischen Bekannten erkundigten sich erneut nach uns, und ich schilderte ihnen unser Dilemma, dass wir in Genua nicht weiterkommen würden. Fast wie durch ein Wunder organisierte er jemanden in Deutschland, der sich nach Feierabend mit einem Anhänger auf den Weg nach Genua machte, um uns abzuholen. Die Überfahrt mit der Fähre war dann erfreulich entspannt.

 

In Genua wurden wir tatsächlich von diesem Bekannten empfangen und nach Deutschland gebracht, zumindest fast. Der Anhänger erschien mir angesichts unserer 3,1 Tonnen sehr klein, und die Reifen sahen aus, als hätten sie dringend Luft nötig. An der nächsten Tankstelle bestätigte sich das: er versicherte uns aber mit dem Anhänger auch noch größere Fahrzeuge abzuschleppen.Statt der benötigten 6,2 bar hatten die Reifen nur 3,9 bar. An der Tankstelle bemerkten wir außerdem, dass das Zugfahrzeug erheblich Diesel verlor. Es lief ein regelrechter Rinnsal unter dem Motor hervor. Der Fahrer reparierte den Schaden noch vor Ort, indem er ein gebrochenes Teil unter dem Dieselfilter durch einen neuen Dieselfilter ersetzte. Der Arme musste sich dafür buchstäblich in die Dieselpfütze legen.

 

Wir kamen anschließend nicht sehr weit, denn das Zugfahrzeug zeigte massive Getriebeprobleme. Nach dem Anfahren gab es ein Zeitfenster von etwa sechs Sekunden, in dem man schalten konnte, danach gar nicht mehr. Bergauf war der Gang dann meist zu hoch, bergab oder in der Ebene teilweise zu niedrig. Teilweise fuhren wir auch in der Untersetzung. Steigungen waren meist nur mit 20–30 km/h zu bewältigen.

 

Kurz darauf stellten wir beim Bremsen fest, dass der Anhänger heftig gegen die Anhängerkupplung schlug, so stark, dass man dachte, die Deichsel würde gleich durch das Auto schieben. Der Anhänger war ungebremst. 😱 Auch hier bewies der Fahrer großes technisches Geschick. Wir fuhren zu einem Baumarkt, besorgten Ersatzteile und reparierten die Bremse am Anhänger provisorisch. So erreichten wir schließlich Como, wo wir übernachteten.

 

Am nächsten Tag ging es weiter durch die Schweiz, ohne Internet, da kein Handyempfang vorhanden war. Bei einer Bergauffahrt mit etwa 20 km/h fuhr der Fahrer mit Warnblinkanlage auf dem Standstreifen. Ich wies ihn noch darauf hin, dass meine Tante dafür in der Schweiz einmal 800 € Strafe zahlen musste. Es dauerte nicht lange, bis uns die Polizei überholte und anhielt. Später erklärten sie uns, dass sie uns ausschließlich wegen der Fahrt auf dem Standstreifen kontrolliert hätten.

 

Man fragte, ob mit dem Fahrzeug alles in Ordnung sei. Ein Polizist prüfte die Papiere, der andere begutachtete das Gespann. Wir wurden gebeten, der Polizei zu einem sicheren Platz abseits der Autobahn zu folgen, was sich aufgrund der Getriebeproblematik alles andere als elegant gestaltete. Um von der Untersetzung in einen normalen Gang zu wechseln, musste das Fahrzeug angehalten, ausgeschaltet und neu gestartet werden. Hinter einem Polizeifahrzeug auf der Autobahn ist das mehrfach wiederholt eher ungünstig.

 

Auf dem Parkplatz wurde das Gespann genauer überprüft. Anhand der Anhängerpapiere kannten die Polizisten dessen zulässiges Gesamtgewicht, das Leergewicht des California recherchierten sie online. Beides passte nicht zusammen. Wir mussten auf eine Waage fahren. Nach Abzug von 3 % Toleranz wurde eine Überladung von 860 kg festgestellt. Wir mussten abladen. Erst nach intensiven Gesprächen, bis hin zur Staatsanwaltschaft, wurde ermöglicht, dass der Fahrer nicht vor Ort bezahlen musste und seine Fahrt fortsetzen durfte.

 

Wir fuhren die letzten Kilometer bis zur Werkstatt in Deutschland schließlich selbst mit dem California. Es ging gut.

 

Angesichts dieser fatalen und dramatischen Überladung kann man wirklich nur sagen: Glück im Unglück.

 

Es hätte schlimmer kommen können.

 

In der deutschen Werkstatt wurde das Fahrzeug gleich am Montagmorgen untersucht. Innerhalb von zwei Stunden war der Fehler lokalisiert, und am nächsten Tag, nach Eintreffen des Ersatzteils, repariert.

 

Auf Seite 1 dieses Fadens befindet sich eine Zeichnung des Turbos. Die Fehlermeldung P22D500 deutet auf die Positionen *vier* und *fünf* hin.

 

Die tunesische Werkstatt war der Meinung, es sei Position fünf defekt und müsse ersetzt werden. Das Ersatzteil hätte mindestens 45 Tage Lieferzeit gehabt, gegen Aufpreis könne man es „privat“ beschaffen, offenbar durch Mitbringen aus Europa bei der Einreise durch eine Privatperson. Zum Austausch müsse der Motor ausgebaut werden, Kostenpunkt etwa 1.200 €. Man erklärte uns zudem, dass die Reparatur in Deutschland ein Vielfaches kosten würde, offenbar, um uns zu einer Reparatur vor Ort zu bewegen.

 

Wir besprachen das Thema mit der deutschen VW-Werkstatt. Dort erklärte man uns, dass man prüfen könne, ob sich ein Bauteil oberhalb der Dose (Position 5) bewegt. Wenn ja, sei die Dose nicht defekt. Die tunesische Werkstatt weigerte sich jedoch, diese Prüfung durchzuführen, mit der Begründung, das Teil könne sich gar nicht bewegen, da die Dose ja kaputt sei. Rückblickend befürchte ich, dass man sehr wohl wusste, was tatsächlich defekt war. Dazu unten mehr. 

 

Am nächsten Tag fuhren wir zu einer Mercedes-Werkstatt, die den Test durchführte. Das Teil bewegte sich und man erstellte sogar ein Video davon. Die Aussage der deutschen VW-Werkstatt war daraufhin klar: Dann könne auch Teil Nummer vier nicht defekt sein.

 

In Deutschland wurde der Fehler erneut ausgelesen, Messwerte genommen und schließlich die Schläuche überprüft. Ein Schlauch, der von Position vier (das goldene Teil auf der Zeichnung) abgeht, hatte einen kleinen Riss. Dadurch konnte kein Unterdruck aufgebaut werden, der Turbo funktionierte nicht, und folglich fand auch keine Regeneration des Dieselpartikelfilters statt, auch nicht manuell angestoßen. Das führte letztlich dazu, dass wir nicht mehr weiterfahren konnten. Das Fahrzeug lief nur noch im Notlauf, nicht schön, aber grundsätzlich fahrbar.

 

Man zeigte mir in der deutschen Werkstatt auch, wie einfach man die Funktion von Teil Nummer vier prüfen kann: Schlauch oben abziehen, wie an einem Strohhalm ziehen, unten hört man ein Klicken. Lässt man wieder Luft hinein, klickt es erneut. Genau diesen simplen Test hätte die VW-Werkstatt in Tunis problemlos durchführen können, wenn man gewollt hätte.

 

Ich habe ein Foto des Schlauchpaars beigefügt, das zu den Positionen vier und fünf führt. Der Schlauch zur Position vier ist der hintere, den ich mit einem Pfeil markiert habe.

 

Und nun stehen wir hier in Deutschland.
 

Froh, dass alles wieder repariert ist und die Werkstatt so genial geholfen hat.

 

Am nachdenken, weil Deutschland ist jetzt eiskalt, zu früh (kalt) für den Norden und zu spät (zu wenig Zeit) für den Süden. Und alles wegen eines defekten Schlauchs. 😅

 

Aber: Es hätte schlimmer kommen können. 😉

 

UND GANZ, GANZ HERZLICHEN DANK AN ALLE, DIE HIER MITGEHOLFEN HABEN, DURCH IDEEN, HINWEISE UND GEMEINSAMES NACHDENKEN. ICH HABE SEHR VIEL GELERNT.

UND TUNESIEN IST EIN WIRKLICH SEHR SCHÖNES LAND MIT VIELEN TOLLEN MENSCHEN.

 

Liebe Grüße

Peter
 

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Ach du Schei**e. Wäre es nicht einfacher gewesen, das Auto in Tunesien einfach abzufackeln…?


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Hollywood macht daraus einen Spielfilm in Überlänge...

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Die Gesamtkosten bekommst du beim Verkauf der Rechte an der Geschichte und prozentualen Filmeinspielergebnissen locker wieder raus!👍🤗

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Wenn es nicht wahr wäre würde ich sagen: tolle "Story"

Aber, viel wichtiger: Ende gut, (fast) alles gut. Und Dein Fazit mit der Einschätzung der Menschen in Tunesien ist auch mal eine Ansage. Ich bin mir sicher, viele hier im Board, die schon mal in TN waren, können das bestätigen.

NB: sind wir mal gespannt, was Dein Helfer wegen der Überlastung des Hängers noch an die schweizer Behörden zahlen darf....

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