shoulders Geschrieben 14. November 2021 Teilen Geschrieben 14. November 2021 (bearbeitet) Hallo zusammen,  das Thema bzw. den Plan hatte ich schon mal in 2 Threads ("Neueste Anschaffungen" und "Klapptisch") erwĂ€hnt und versprochen, Details nachzuliefern. Vielleicht interessiert's ja auch niemanden , aber versprochen ist versprochen.  Das Ansinnen: bisher arbeite ich im Bulli (Beach, Zweierbank, SeitengeschrĂ€nk) am Campingtisch und stelle Laptop etc. darauf.   Das ist sperrig: den Campingtisch bekommt man nur bei geschlossener TĂŒre heraus, beim Aufklappen der Beine bleibt man dauernd hĂ€ngen oder stöĂt die Kaffeetasse um, schnell mal aufstehen oder um den Tisch herum gehen ist schwierig, ohne irgendwas umzuwerfen, und zur Beifahrer-SchiebetĂŒre hin ist es auch verdammt eng. AuĂerdem ist Aufstellen und Verkabeln der GerĂ€te immer ein rechter Krampf (das AufrĂ€umen auch), und mal schnell weggehen ohne alles fĂŒr Langfinger sichtbar stehen zu lassen ist auch keine gute Idee.  Deshalb bin ich auf die Suche nach einem Klappmodul gegangen, nur um zu lernen, dass es sowas bisher fĂŒr kein Campingfahrzeug am Markt gibt. Folgende Anforderungen hatte ich:  einhĂ€ngbar in die Tischschiene, so dass ich es zum Aufstehen mal schnell von mir wegschieben kann ca. 15cm schmaler als der Campingtisch, damit ich leichter rechts herum zur TĂŒre heraus oder nach vorne gelange aufklapp- und verschlieĂbar GerĂ€te leicht herausnehmbar, um sie z.B. auf eine Flugreise mitnehmen zu können stabiler Stand, darf beim Arbeiten mit Maus und Tastatur nicht nachgeben Arbeitshöhe ungefĂ€hr gleich GeschrĂ€nk komplett verkabelt (nur ein einziger Stromanschluss) 2 Monitore, Fullsize-Tastatur und ausreichend Platz fĂŒr die Maus variabel einsetzbar (auch drauĂen am Campingtisch, bei Freunden oder oder in einer Kneipe)  Ein Komplettbau aus Holz war die erste Idee, wĂ€re aber viel zu schwer geworden. Ich habe mich daher fĂŒr ein stabiles Tischmodul (Multiplexplatte - aus dem MaxxCamp-Compact AddOn ĂŒbrig - an Gruenthal-Tischadapter und mit einem KiraVans-Tischbein mit stabilem T-FuĂ) entschieden. Hierauf wird ein Pedalkoffer aus der Musikszene (Stagg UPC-688) gesetzt, der etwa 70x30cm FlĂ€che bietet; er ist mit M8-Sternmuttern am TIsch fixiert, so dass er auch werkzeuglos abgenommen werden kann. Das sieht im Rohbau dann etwa so aus (Modul noch nicht ausgebaut):   Der Koffer wurde innen so ausgebaut, dass eine ebene, kantenschlĂŒssige ArbeitsflĂ€che mit guter Mausempfindlichkeit entsteht. Diese ist aus einer Multiplexplatte, die ihrerseits auf GummifĂŒĂen steht und mit Kunstleder ĂŒberzogen wurde. Man kann sie herausnehmen und z.B. Dokumente darunter verstauen.  Im tiefen Deckel (das ist der Charme an Pedalkoffern, dass sie eigentlich "auf dem Kopf" stehen) sind zwei flexible Monitorhalterungen angeschraubt, die eigentlich fĂŒr Tablets an KopfstĂŒtzen gedacht sind. Die rechte davon ist unten ca. 20mm erhöht, so dass ein angenehmer Ablesewinkel entsteht. Unter den Monitoren befindet sich ein ca. 7cm hoher herausnehmbarer Sperrholz/Multiplexkasten, der passgenau um die Netzteile herum gebaut wurde. Nur die allernötigsten Kabel kommen aus ihm heraus, und er klemmt stabil im Deckel. Die Front wurde mit dem gleichen Kunstleder ĂŒberzogen, das fĂŒr die Arbeitsplatte verwendet wurde, und die Oberseite sieht dank aufbĂŒgelbarer Kantenumleimer auch nicht mehr nach Setzkasten aus.      Das ganze BĂŒro ist in ca. 10 Sekunden eingehĂ€ngt, aufgeklappt und angeschlossen. Genauso schnell ist es auch wieder weg. Man kann es komplett nach drauĂen nehmen, einhĂ€ndig tragen und auf einem Tisch, einer Mauer oder so abstĂŒtzen - oder man löst die beiden Sternmuttern und hat nur den Koffer in der Hand, der dann auch irgendwo im CafĂ© seinen Dienst tut.  Die Bauzeit lag bei ca 20 Stunden, das ist aber dem Umstand geschuldet, dass ich das zum ersten Mal gemacht habe ("Learning by Doing"), nicht gerade der Bastelkönig bin und "unterwegs" auch öfters mal umdisponieren musste - so musste ich beispielsweise auf Gasdruckfedern verzichten, weil selbt 30N-Versionen den ganzen Koffer in sich verbogen und fast die Scharniere gesprengt hatten. Das tatsĂ€chlich verwendete Material kostet rund 100⏠im Koffer (die HĂ€lfte davon sind die Tablethalter, das geht bestimmt auch billiger) und ein klein wenig mehr fĂŒr den Tisch (Tischbein und Adapter alleine machen etwa einen Hunderter aus).  Und da der Bulli ja auch zuletzt Stromblock und Nespressomaschine bekommen hat, sollte das IT-Zigeunerleben jetzt rund laufen Bearbeitet 14. November 2021 von shoulders Orthografie mangelhaft :) 27 Zitieren Link zu diesem Kommentar
tonitest Geschrieben 14. November 2021 Online Teilen Geschrieben 14. November 2021 Hi @shoulders,  sieht top aus! Eine Frage: werden die Netzteile / Monitore nicht zu warm? Bzw. wo geht die AbwÀrme der GerÀte weg? Zitieren Link zu diesem Kommentar
shoulders Geschrieben 14. November 2021 Autor Teilen Geschrieben 14. November 2021 Kann ich noch nicht mit letzter Sicherheit sagen. Der Monitor ist problemlos, das Tablet war lĂ€nger nicht benutzt und möglicherweise beim Test (warm und langsam) deshalb einfach mit Updates und gigabyteweise OneDrive-Synchronisation beschĂ€ftigt gewesen. Werde ich die nĂ€chsten Wochen beobachten, bei Bedarf könnte ich es aber genauso wie den Monitor noch auf Abstand mit besserer Luftzirkulation setzen.  Sonderlich dramatisch ist das aber nicht. Weil ich unterwegs eh eher schwache Hardware dabei habe (Gefahr von Verlust, BeschĂ€digung oder Diebstahl), lĂ€uft daheim immer ein starker Rechner ohne Monitor an einer Gigabyte-Leitung. In der Regel mache ich meinen Job via RDP ĂŒber den, die GerĂ€te im Bulli sind also nur Thin Clients und mĂŒssen nicht viel leisten... Zitieren Link zu diesem Kommentar
shoulders Geschrieben 14. November 2021 Autor Teilen Geschrieben 14. November 2021 ...und noch die Bilder aus dem Bus, je 1x aufgebaut und verstaut (da hĂ€lt's zusĂ€tzlich mit Magneten am GeschrĂ€nk)  You do not have the required permissions to view the image content in this post.  Was man auf dem Bild nicht so gut sieht: man hat Platz ohne Ende. Ich kann mit 175cm die Beine ausstrecken, und das ginge mit 10cm mehr immer noch bequem - aber auch ohne Verrenkungen aufstehen und zur TĂŒre raus. Kein Vergleich zum "Vierbeiner-Tisch". Und wenn man irgendwo steht und nicht arbeitet, steht der Kasten genauso stabil quer vor der Schublade, ohne beim Sitzen zu stören. 7 Zitieren Link zu diesem Kommentar
graf.berve Geschrieben 17. November 2021 Teilen Geschrieben 17. November 2021 Wow, richtig starke Idee. Das erweitert definitiv die Urlaubsmöglichkeiten fĂŒr das nĂ€chste Jahr. Danke fĂŒr die Bilder und Umsetzungsbeschreibung! Zitieren Link zu diesem Kommentar
f.schulz Geschrieben 18. November 2021 Teilen Geschrieben 18. November 2021 Euer berufliches Engagement in aller Ehren.  Ich frage mich nur ob das nun wirklich noch als Urlaub zu bezeichnen ist.  Ich war nie einer, der das Handy etc. bewusst abschaltete, wenn Urlaub angesagt war und habe auch auch entsprechend agiert. Aber den Cali in einen Arbeitsplatz umzurĂŒsten, hĂ€tte ich rigoros abgelehnt.  Auf Dienstreisen war mir dann doch ein Hotelzimmer + Notebook und Handy dann doch die sinnvollere Alternative. Da war auch keine Cali angesagt......  GrĂŒĂe F.S. Zitieren Link zu diesem Kommentar
nofraghein Geschrieben 18. November 2021 Teilen Geschrieben 18. November 2021 Ich finde die Idee gut! Wir haben schon öfter aus dem Bus gearbeitet, damit wir nicht erst Freitag nach der Arbeit los können, sondern schon Donnerstag losfahren, Freitag vom Bus aus arbeiten und wenn wir den Rechner ausmachen, sind wir schon am Ziel und in der Freizeit.. Dabei habe ich mit schon oft mindestens einen zweiten Monitor gewĂŒnscht. Habe da noch etwas gefunden, dass zwar keinen kompletten Arbeitsplatz, aber zumindest weitere Monitore ermöglicht. You do not have the required permissions to view the link content in this post. 2 Zitieren Link zu diesem Kommentar
Joe Geschrieben 18. November 2021 Teilen Geschrieben 18. November 2021 You do not have the required permissions to view the quote content in this post. Hallo,  es gibt halt Arbeitsmodelle, die einen âechtenâ Urlaub, so mit Laptop und Handy aus, nicht zulassen⊠Das ist dann oft der Preis fĂŒr andere FreiheitenâŠÂ  VG vom  Joe 1 Zitieren Link zu diesem Kommentar
graf.berve Geschrieben 18. November 2021 Teilen Geschrieben 18. November 2021 Sehe das auch definitiv nicht als Arbeit im Urlaub, sondern als Mobiles Arbeiten. Und durch dieses Mobile Arbeiten lassen sich Trips dann wunderbar verlĂ€ngern/verknĂŒpfen. Im Urlaub bleibt das ganze Zeug dann aus irgendwo verstaut. 1 Zitieren Link zu diesem Kommentar
shoulders Geschrieben 18. November 2021 Autor Teilen Geschrieben 18. November 2021 GEnauso ist das - You do not have the required permissions to view the quote content in this post. Genauso ist das- vor allem jedoch gibt es Berufe, die "freizeitmĂ€Ăige" MobilitĂ€t erfordern und fĂŒr AuĂenstehende sogar ein wenig wie Freizeit aussehen (man darf aber getrost glauben, dass auch sie harte Arbeit sind).  Im echten Urlaub reicht mir auch ein kleines Tablet, um mal im Notfall auf irgendeinem Server einzugreifen oder schon mal an einem Reisebericht zu schreiben. Der Bulli ist aber Alltagsfahrzeug und es ist schon cool, morgens im GrĂŒnen aufzuwachen, bis kurz vor Mittag den Vollzeitjob zu bedienen, dann - wenn halt Wellen oder Thermik gerade passen - Surfbrett oder GLeitschirm auszupacken und am Nachmittag wieder weiter zu machen. AuĂerdem berichte ich von Messen, Testivals und Outdoorevents, und halte Seminare ab - da fĂ€hrt man fĂŒr ein paar Tage hin, recherchiert tagsĂŒber, nimmt zwischendurch immer mal wieder an der Action teil, sortiert abends direkt am Platz die Bilder, schickt dem Redakteur schon mal ein Exzerpt, kann dann ohne Promillesorgen noch mit den Profis direkt am Stand einen heben gehen - und wird fĂŒr dieses Traumleben auch noch bezahlt 4 Zitieren Link zu diesem Kommentar
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