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Grand California oder doch lieber Boxstar XL


sebastianneil

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Ja das stimmt, im Hochdach hat man ruhigere Nächte. Leider ist das Hochbett im GC nur für Kinder geeignet oder kleinere Erwachsene, ich hab beim Probeliegen kaum Platz gehabt und das wenden nach dem Hochklettern hat auch gerade so geklappt. Wenn schon ein Kind oben liegt komm ich glaube ich gar nicht mehr hoch. 

 

Der Norantz Ipar 4 ist ebenfalls ein Hochdach Camper mit dem Kniff das der MAN TGE die Höhe H1 hat und dann das Hochdach kommt, so hat man im Hubbett die volle Liegefläche von 150x200cm, da man die volle H1 Dachbreite nutzen kann. Nachteil ebenfalls der utopische sechsstellige Preis.

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  • 1 Monat später...

Hier nochmal was zum ursprünglichen Thema: Vergleich Knaus Boxdrive 600 XL - Grand California 600

 

Nachdem wir die Unterschiede in der Praxis kennenlernen wollten, haben wir uns beide Fahrzeuge ausgeliehen. Mit dem GC ging es nach Schottland, mit dem Knaus nach Norwegen und Schweden.

 

Der Möbelbau beim Knaus ist wohnlicher. Der helle Holzton wirkt nicht altmodisch und harmoniert gut mit den mattweisen Oberflächen der Schrankfronten. Er ist massiv und macht einen robusten Eindruck. Die selbstschließenden Griffe an Schubladen und Fronten funktionieren gut und sind wesentlich einfacher zu bedienen als die Pushlocks und die Kunststoffschrankverschlüsse des GC. Großer Pluspunkt ist auch, dass Schränke und Schubladen geräumiger sind als im GC. Allerdinges trägt der massive Möbelbau (auch das Bad ist außen ganz mit Holz verkleidet) sicher mit zu dem etwas höheren Leergewicht des Knaus bei.
Vorteilhaft ist auch der von der Größe gut angepasste Ausdreh-Tisch in der Dinette. Er ist nicht ständig im Weg wie das Riesenteil beim GC. Zudem kann man ihn - wenn man ihn nicht stark belastet - auch ohne Tischbein nutzen, was bei Fahrten alleine oder zu zweit angenehm ist. Bei den Dinette-Sitzen sind wie beim GC die Lehnen auch nicht in der Neigung verstellbar, was sie auf Dauer unbequem macht. Allerdings lässt sich der Gangsitz für längere Fahrten etwas nach außen ziehen. Fahrer- und Beifahrersitz sind ähnlich wie beim GC etwas zu weich - trotz verstellbaren Lordosestützen. Warum man im Gegensatz zum GC einen Sockel unter die Dinette gebaut hat, bleibt ein Rätsel. Für den gewonnene geringe Stauraum im Boden bekommt man die in Kastenwagen übliche Stolperstufe.
Beim Küchenblock fallen drei Dinge auf: der Standard-Dometic-Kühlschrank im Vergleich zum Ausziehkühlschrank beim GC, die noch geringere Arbeitsfläche als im GC und das dafür etwas größere Spülbecken. Den zusätzlichen sehr schmalen Kleiderschrank hätte man besser mit einem Apothekerauszug versehen. Der Kühlschrank ist eine Zumutung. Ohne auf die Knie zu gehen kann man die Fächer mit geringer Höhe nicht beladen bzw. Sachen entnehmen. Das Volumen ist auch kleiner als beim GC, was allerdings den etwas größeren Schubladen zu Gute kommt. Das größere Wachbecken und der massive Wasserhahn gefallen. Das Waschbecken darf auch gern etwas größer ausfallen, denn das Becken im Bad ist praktisch nicht einmal zum Händewaschen geeignet. Hätte man es weggelassen, wäre zumindest etwas mehr Bewegungsfreiheit im Bad. Über Schwenkbäder kann man geteilter Meinung sein. Neben dem etwas geringeren Stauraum hat man das beim Knaus allerdings ganz gut gelöst. Obwohl das Bad nicht die enorme Höhe des GC erreicht, ist es doch wesentlich höher als in Fahrzeugen ohne Hochdach. Mit 1,90 m kann man noch gut unter der aufgesteckten Brause stehen und hat auch genügend seitlichen Freiraum. Pluspunkt beim GC ist die SOG-Entlüftung, die beim Knaus fehlt, was man riechen kann...
Die Betten im Heck sind etwas niedriger angebracht als beim GC; man kann sie daher ohne zusätzlichen Tritt besteigen, der einem beim GC ansonsten immer im Weg rumsteht. Der Stauraum ist folglich in der Höhe etwas niedriger. Insgesamt ist der Platz aber nicht geringer, da der Gaskasten dank Dieselheizung wegfällt. Die kleine Gasflasche zum Kochen ist im Wassertank eingelassen und zum Verschließen (Fähre) nur nach Aufstellen des vorderen Betts zu erreichen. Die Betten sind längs geteilt, was das Liegen zusammen mit der dickeren Matratze etwas angenehmer macht. Gefühlt ist die Liegelänge auch etwas größer als im GC; nachgemessen habe ich leider nicht. Durch die Längsanordnung der Lattenroste kann man nicht einfach wie im GC eine Seite hochklappen, um an den Staraum zu gelangen. Ideal wäre hier das Hubbett, das in unserem Fahrzeug jedoch nicht verbaut war. Die textilen Wandverkleidungen geben ein angenehm wohnliches Gefühl. Schön wäre es gewesen, wenn Stühle und Außentisch wie beim GC auch in Taschen an den Flügeltüren verstaubar wären. So fliegen die Teile im Heck herum und nehmen den Platz weg, den man durch die Dieselheizung gewonnen hat. Selbst für die Befestigung der Kurbel für die Markise hat man sich keine Gedanken gemacht. Manchmal fragt man sich, ob die Konstrukteure schon einmal selbst eine längere Reise mit ihrem Wohnmobil gemacht haben, bevor es in Serie geht.
Das Hochbett ist größer als im GC, das dort ja nur eine provisorische Verlängerung über der Dinette hat. Beim Knaus ist es durchgehend, so dass man es auch als Erwachsener nutzen kann, was die Breite und Länge betrifft. Zu gering ist allerdings wie beim GC der Abstand von der (guten) Matratze zum Dach, was die Nutzbarkeit für Erwachsene deutlich einschränkt. Die Länge des Hochbetts hat allerdings seinen Preis: die Leiter kommt etwas weiter hinten im Gang auf den Boden, so dass man die Badtür nur öffnen kann, wenn man die Leiter etwas einklappt. Und dann muss man sich zwischen geöffneter Badtür und Leiter ins Bad zwängen; eine Ingenieurs-Glanzleistung.
Das Lichtkonzept gefällt beim Knaus. Allerdings muss man die verschiedenen Möglichkeiten erst studieren. Jeder der drei Vierfachschalter ist unterschiedlich belegt, zwar mit Symbolen gekennzeichnet, die einem jedoch im Dunkeln nichts nützen. Es braucht daher meist mehrere Versuche, bis man den richtigen Schalter gefunden hat. Die Beleuchtung in der Dinette ist wie beim GC zum Lesen/Arbeiten von den umgedrehten Frontsitzen aus weniger geeignet. Besonders für den umgedrehten Beifahrersitz fehlt eine geeignete Leuchte.
Die Dachfenster fallen beim Knaus kleiner aus als beim GC. Wer es heller mag, dem wird der GC besser gefallen. Die Verdunkelung des Fahrerhauses geht beim Knaus leichter von der Hand. Die Lösung für die Frontscheibe mit der gut faltbaren Abdeckung mit Seitenmagneten gefällt viel besser als das VW-Teil mit den langen Stäben. Auch kann man sie besser verstauen.
Das Verstauen muss auch noch einmal erwähnt werden. Neben dem größeren Schrankvolumen gibt es ringsum zwischen Möbelbau und Decke noch etwas Stauraum, den man praktisch nutzen kann.
Die Trittstufe macht ähnlich viel Ärger wie beim GC. Sobald etwas Dreck oder Steinchen hineingeraten (bei den Gravelroads in Schweden unvermeidbar) blockiert die Trittstufe, nachdem sie sich vorher nur noch kreischend bewegen ließ.

Soweit unsere Beobachtungen. Dass der Taster für die maximale Batterieladung bei unserem Fahrzeug nicht funktioniert hat, der Absperrhahn für das Frischwasser sich nur mit einer Zange öffnen und schließen ließ, ist sicher dem schlechten Service des Vermieters geschuldet. Eher ein Knaus-Problem scheint der stark abgewinkelte Befüllstutzen des Frischwassertanks sein, der nur ein sehr langsames Befüllen des Wassertanks zulässt. Die rudimentäre Anzeige der Füll- und Batteriestände gibt es nicht nur bei Knaus. Auch die elegantere VW-Anzeige verhält sich ja manchmal wie ein Zufallsgenerator.
Schön wäre es, wenn beide Hersteller voneinander gelernt hätten. Beim Knaus scheint sich dieser Wunsch erledigt zu haben, da der Boxdrive 600 XL leider nicht mehr gebaut wird. VW hat an einigen Stellen (bessere Schrankverschlüsse, funktionaleres Bedienteil, besserer Kühlschrankverschluss) nachgebessert, den Riesentisch und die zu geringe Aufbaubatteriekapazität (gleiches Problem beim Knaus) jedoch belassen.

Falls man sich für einen gebrauchten Knaus, oder einen der noch verfügbaren Neufahrzeuge entscheidet, sollte man nach einem Exemplar mit Hubbett Ausschau halten. Da dann eine Auflastung für eine sinnvolle Nutzung empfehlenswert ist, wäre neben der Luftfederung für die Hinterachse die Allradversion konsequent. Denn bei schwierigen Wendemanövern am Hang mit lockerem Boden kommt der Frontantrieb bei dem hohen Fahrzeuggesamtgewicht schnell an seine Grenzen.

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