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stonie

Weshalb wollen jetzt auf einmal so viele auf "Camping" umsteigen?

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stonie

In Anlehnung an den verlinkten Beitrag von Hyperion möchte ich die gestellte Frage aufgreifen:

Woher kommt der aktuelle Run auf Campingfahrzeuge aller Art?

 

Camping boomt bereits seit ein paar Jahren. Aber weshalb gerade jetzt? Warum nur Camping, weshalb kein Hotel-, Ferienwohnung-, oder All-Inclusive-Urlaub?

 

Meine These dazu:

Der Druck und die Belastung im Job werden immer höher, die Burn-Outs werden zur Volkskrankheit und das Bedürfnis nach schneller Erholung steigt.

 

Kein Urlaub lässt sich so schnell realisieren wie der Campingurlaub. Mal eben schnell ins eigene Auto, ein paar Kilometer gefahren und die Entschleunigung beginnt. Keine Reisebuchung, kein Kofferpacken, kein Taxi zum Flughafen bestellen.

 

Wie seht ihr das? Was hat euch, insbesondere die neuen Cali-Besitzer, dazu veranlasst, eure Urlaubsgewohnheiten zu verändern?

 

Natürlich möchte auch ich meine Beweggründe darlegen.

 

Auch meine Frau und ich sind „Neucamper“.

Bereits vor etwa 30 Jahren haben wir uns einen Camper geliehen und fanden das auch damals schon toll. 
Wenn man aber jung ist, fehlt meist das Geld, die Familiengründung steht im Vordergrund und ein eigenes Nest will erworben werden. 
Vor fünf Jahren wollten wir eines unserer Traumziele - Norwegen - erkunden und kamen zu der Auffassung, dass eine Reise mit einem Camper das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet. 
Also haben wir uns erneut einen Camper geliehen und sind vier Wochen durchs Land gereist. Als wir zurück waren, waren wir so angefixt, dass ein eigenes Fahrzeug her musste.

 

Bis hierhin decken sich die eigenen Erfahrungen nicht mit meiner oben genannten These...

 

Während der Auswahl-und Sparphase kamen dann andere Gedanken dazu.

- inzwischen sind wir auch schon um die 50

- die „Einschläge“ kommen näher

- weshalb erst zur Rente geniessen

- wir wollen was von der Welt sehen

- ja, die Leistungsfähigkeit ist nicht mehr wie mit 30 und die Regenerationsphasen werden länger

 

An der Stelle bekommen wir teilweise Überschneidungen mit der These.

 

Edited by stonie

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Similana

Interessantes Thema! Hm...da kann ich nur Vermutungen anstellen. Vielleicht passt Camping und speziell "Vanlife" auch gut zum allgemeinen Trend des Simplify-your-life- und Tiny-House-Boom. Dazu wird speziell das Vanlife auch in den sozialen Medien sehr gehypt. Und das weckt natürlich Begehrlichkeiten... wer möchte nicht im Camperbett liegend durch die geöffnete Heckklappe den Blick über einsame Hochmoore in den schottischen Highlands schweifen lassen? Oder an schroffen Küsten, an denen man natürlich mutterseelenallein steht, den Morgenkaffee vorm VW Bus genießen?!

 

Und ganz ehrlich: so eine gewisse Romantik bietet das Cali-Leben meines Erachtens durchaus. Ich bin im Alter von 20 Jahren infiziert worden, damals noch mit einem selbstausgebauten T3. Es war einfach eine günstige Art zu reisen und auch bei schmalem Budget ließ sich möglichst viel von Europa entdecken. Dazu noch ziemlich abenteuerlich... mit Straßenkarte  auf dem Schoß und dem in den 80ern schon erhältlichen ADAC-Campingführer im Handschuhfach ging es los auf Entdeckungsreise.

 

Ich kann ja nur über meine eigene Motivation schreiben: diese Abenteuerlust gepaart mit dem autarken Unterwegssein verursacht mir immer noch Glücksgefühle. Ich liebe es, im VW Bus unterwegs zu sein! Und ja, es muss ein VW Bus sein. 😉 Natürlich habe ich in den letzten Jahrzehnten auch andere Reisen gemacht - unsere Welt ist so wunderschön, spannend, sehens- und entdeckenswert -, aber wenn ich nur noch einen einzigen Urlaub machen dürfte: es wäre eine Cali-Tour. 

 

Tja, nicht wirklich eine Antwort auf die Frage, warum Campingurlaub so boomt.  Aber zumindest MEINE Motivation, warum ich in meinem Leben - mit wenigen Unterbrechungen - immer wieder zum VW Bus zurückgekehrt bin. Es ist eine alte und große Liebe...😍

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Maroni

Meine Mutter ist mit ihren Eltern seit den späten 50ern campen gewesen. Wunderschöne Bilder aus Italien-Urlauben... Mein Vater ist mit dem Wohnwagen ebenfalls durchs Land gereist. So kam es, dass auch wir als Familie ausschließlich campen waren. Auch Verwandtenbesuche wurden per Wohnwagen absolviert. Bei anderen im Zimmer/Bett schlafen kenne ich eigentlich gar nicht, höchstens mal eine Nacht.

 

Von Campingplätzen kannte ich Joker, Nugget und Co. Ein Bus war immer mein Traum. Das kam damals aber nicht in Frage. 

 

Allerdings habe ich einige Jahre gut auf Zelt und so verzichten können nach diversen Überflutungen 🙄

 

Nachdem es uns langsam am Hals raus hing, immer irgendwo in fremden Ferienhäusern zu schlafen und mit Hunden auch die Auswahl nicht sooo groß ist (ich zahle ungern mehr als 50,-€ pro Nacht und mag auch eine gewisse ruhige Lage) und der Traum "Cali" uns schon lange begleitet hat, haben wir dieses Jahr sozusagen Nägel mit Köpfen gemacht 👍

 

 

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Dalarna

Habe den Text von Hyperion alias Nicole im Parallel thread auch gelesen. Kann das geschriebene zu 100% unterschreiben.

 

Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, waren wir die einzigen hier aufm Ländle, die mit einem selbst ausgebauten Camper gen Norden aufbrachen.

 

Heute stehe ich zwei Stunden an der Fähre mit vielen vielen anderen...also gleichgesinnte meine ich😬

 

Warum gehen so viele campen?

Ich lasse jetzt mal die aus meiner Betrachtung raus, die das Reisen/ Campen in der Muttermilch hatten.

 

Vieles passiert meiner Meinung nach echt in den sozialen Netzwerken.

Perfekt inszinierte Roadtrips, welche einem das Gefühl von absoluter Freiheit vermitteln.

 

Wo ich vor 5Jahren noch einige Vanlife YT Videos verfolgt habe, bin ich heute von der Menge schon “genervt“.

 

Doch woher kommt der hype? Ich glaube alles hat einfach seine halbwertszeit. Viele Jahre war das Fliegen das Maß der Dinge, da es eben für die Masse erschwinglich wurde. 

Was passiert, wenn es jeder macht - es entwickeln sich gegentrends. Also wieder back to the roots.

 

Hinzu kommen noch die sogenannten Megatrends, wie zurück zur Natur, oder zurück zur einfachheit etc.

 

Zu guter letzt hat die Branche natürlich auch nicht geschlafen und sattelt im Mallboro man style noch oben drauf. Freiheit wird verkauft, hauptsächlich an Erstcamper, oft dann auch Letztcamper, da es die Freiheit so nicht gibt. Man muss das Ganze schon eine weile machen, dass Camping kein Stress ist🙈

 

Aber...selbst wenn der erste roadtrip nicht so gelaufen ist, wie bei den coolen gestylten auf instagram, würden es die meisten doch nicht zugeben...

 

Ich glaube der “Trend“ ist noch lange nicht an dem Höhepunkt angekommen. 

 

Ich persönlich finde es zum einen super schön, das camping “gesellschaftsfähiger“ geworden ist, merke aber, dass es immer schwerer wird so zu reisen/campen wie ich und wahrscheinlich viele andere es mögen und aus den letzten 20 Jahren kennen.

 

Was ich auch oft merke, das Camper alle in einen Sack gesteckt werden. So nach dem Motto, ach ihr seid camper, das wäre nichts für uns...

 

Hat schon mal jemand gehört, ach ihr seid Hotelschläfer, das wäre nichts für uns😀

 

Das Campen ist extrem vielfältig, vom Dauerstellplatz bis zum Park for night Typ.

 

Viel Text...mit der Kernaussage, dass es in Summe extrem gut vermarktet wird😉

 

Viele Grüße Björn

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Similana

Interessanterweise kenne ich aus meinem persönlichen Umfeld keine Neu-Camper. 🤔 Die, die mit Camper, Wohnwagen oder Zelt unterwegs sind, machen das schon ewig. 

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Stoni
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Naja, das kommt drauf an wann Du wohin möchtest, zur Hauptfereinzeit wird es teilweise ganz schön eng und voll, ohne Reservierung kann man da schon Pech haben.

Ist mir in Vergangenheit schon öfters passiert.

 

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Maroni

@Dalarna Da hast du recht.

 

Wir wurden in den 80ern auch eher belächelt "ach so... Wohnwagen... Jaja...". Auch heute höre ich mehrheitlich "(oh, finde ich super, aber) ach nee, das wäre nix für uns (da muss ich ja dauernd hinter meinem Mann her räumen bzw. dann hat die Frau ja auch im Urlaub die ganze Arbeit am Hals)" . Neucamper kenne ich auch eher wenige, also diejenigen machen das zumindest schon so 10 Jahre. 

 

Das tolle daran ist die Vielfalt. Für jeden ist das passende dabei, wenn er grundsätzlich Interesse daran hat. 

 

@StoniWas uns betrifft, wir steuern auch mal nachmittags schöne Parkplätze am See oder so an, Stühle raus, Tisch raus, Köters raus, Kuchen auf den Tisch, fertig. Fast wie Urlaub, keine Buchung, kein Stress, 100% Erholung, besser, als vorher gedacht. 

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Dalarna
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Ich sehe einige, die dies gerade in Verbindung mit Elternzeit “ausprobieren“.

 

Was sich auch anbietet😀

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Tom50354
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egal.... alleine die Tatsache da draussen steht ein Auto und ich könnte gleich los ist toll.  

 

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Dalarna
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Das kann ich betätigen. Wenn ich hin und wieder mal den Bus zur Arbeit nehme, genügt der Blick in den Innenspiegel und ich bin voll drin :-)

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stonie
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„Mal eben schnell“, das sind ja die kurzen Wochenendtrips. Die, die ich bei langer Planungsphase nicht machen würde.

 

Mal eben zum See, mit den SUPs auf‘s Wasser und abends einfach dort bleiben. Zwei/drei Tage Auszeit vom Alltag, in der Natur, in Ruhe, entschleunigen.


Oder zum Städtetrip, mal eben Freitags mittags losfahren, irgendwann ankommen, übernachten ohne große Hotelbuchung und am nächsten Tag die Stadt erkunden. Abends lecker essen, einen Absacker einnehmen, erneut im Auto übernachten und Sonntags wieder nach Hause.

 

Das soll ein grosser Teil des Mehrwerts werden, den ich mir verspreche.

Urlaub nicht nur ein oder zweimal im Jahr sondern immer mal wieder zwischendurch eine Auszeit nehmen, abseits der Hauptreisezeit.

 

Klar wollen wir auch den Jahresurlaub mit dem Cali verbringen. Aber das Erlebnis kannst du auch mit einem Leihfahrzeug haben. Für ein Wochenende wird man aber i. d. R. nicht leihen. Und dann ist man meist auch von den grossen Reiseströmen verschont.

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Dalarna

Off Topic!

stonie...Stoni...seid ihr denn des Wahnsinns:-) wer soll euch auseinanderhalten :;-): ich dachte erst, warum sehe ich "Stoni`s" Profilbild nicht mehr:-)

Off Topic Ende!

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VanDamme

Meine Frau und ich kommen beide aus Campingfamilien. Nachdem wir uns nun aber die letzten Jahre viele, auch entlegenere Orte der Welt angeschaut haben, hat sich bei uns etwas eine Weitfliege-Müdigkeit eingestellt. Zumal nun mit Kind das Fliegen auch nicht mehr so entspannt ist.

 

Ebenfalls habe ich mir wohl wegen dem Kind auch etwas mehr betreffend ökologischem Fussabdruck Gedanken gemacht. OK, ein Campervan ist da sicher nicht das idealste Gefährt aber ein Flug von Zürich nach Singapur und zurück verursacht für 3 Personen 10.2t CO2, da fahre ich mit einem Cali (um 150g/km) gegen 70'000km. Das gibt ein paar schöne Reisen, statt nur einer einzigen.

 

Auf unseren Reisen haben wir auch ab und zu Camper gemietet und das sind im Nachhinein auch grossteils unsere Highlightreisen. Das spontane entscheiden, wo man übernachtet, wie lange etc. hat uns sehr gefallen und kannten wir ja auch schon beide von unserer Kindheit her.

 

Uns blieben als letzte Traumdestinationen ausserhalb Europas auch nur noch recht entlegene, teure Regionen übrig, die uns noch interresierten. Und statt 10'000 Fr.für eine einzige Reise auszugeben, kratzten wir lieber etwas mehr Geld zusammen für hoffentlich unsere Urlaube in den nächsten 10 Jahren.

 

Der Zufall will es, dass diese Entscheidung nun halt gerade in einen Campinghype-Zeitraum fällt. Aber wir haben diese Entscheidung nicht aufgrund irgendwelcher Vlogs oder Vanlife-Stories getroffen, sondern unter anderem eben wegen obigen Gedanken.

Edited by VanDamme
Absätze!

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Dietmar1

Es gibt verschiedene Arten von Camping. Mehrere Wochen auf einem Campingplatz wäre nichts für uns, da gehe ich lieber in ein Hotel. Auch ein Urlaub im Zelt entspricht nicht meiner Vorstellung.

Uns geht es um Spontanität und Unabhängigkeit, das Entdecken von touristisch weniger überlaufenen  Orten, wie schon mehrfach geschrieben. Wenn wir den Urlaub mit dem Cali verbringen, buche ich keinen Platz im Voraus.

Wir hatten Lust auf das Fahrzeug und haben ihn gekauft. Bedeutet für uns aber nicht, dass wir ausschließlich mit dem Cali verreisen. 

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MichaelF

Bei uns ist es eine Reihe von Dingen... Meine Frau wollte immer ein weißes Dickschiff, ich nicht. Diese Fahrzeuge sind zu groß, unpraktisch und vor allem wohin wenn es nicht benutzt wird. Ich wollte gern campen, Zelt auf der Wiese, größere Radtouren - geht bei ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht.

 

Inzwischen sind wir Mitte 40, das einzige Kind ist 16 - der klassische Familienurlaub wird seltener. Mein Beruf wird immer stessiger und ich merke, dass ich nicht mehr entspannen kann. Wenn ich es aber nicht schaffe... das will ich mir nicht ausmalen. Es ist klar, dass wir jede Gelegenheit rauszukommen nutzen müssen.

 

Lange haben wir das versucht durch andere Urlaubsformen zu kompensieren.. Ferienwohnungen, Mietwagen, Fliegen, die deutsche Bahn - überall ist etwas grandios schiefgegangen und man Stand ausgeliefert da. Unser Sommerurlaub dieses Jahr auf Sylt bspw.: Bei der Anreise wurde eine Brücke von einem LKW gerammt und die DB fuhr nicht mehr. Wir waren in Hamburg angekommen und dort erstmal der DB ausgeliefert, welche natürlich in der Situation auch nicht weiter wusste. Frau und Kind leicht panisch und ich wieder im Stress. Am Ende waren wir doch noch auf Sylt und haben eine gute Woche dort verbracht. Gute Ferienwohnung mit miesen Betten. Das Rheuma meiner Frau hat sich wieder gemeldet und entsprechend war für sie die gewünschte Erholung hin. Die Rückfahrt war auch wieder spannend, so das von der gewünschten Erholung insgesamt nicht so viel übrig blieb.

 

Der letzte Tag war jedoch die Offenbahrung: Wir waren auf dem Ellbogen und sahen dort einen wild stehenden Cali auf dem Parkplatz. Das war die Lösung - nicht mehr ausgeliefert sein, nicht mehr von anderen abhängig zu sein, jederzeit losziehen zu können. Danach haben wir angefangen uns zu informieren, ich kannte den Cali bis Juli gar nicht. Und dann ist alles ziemlich schnell gegangen - diese Woche unterschrieben, im April haben wir hoffentlich unseren eigenen ersten Cali. Lieben Dank auch an das Forum, ihr seid echt Spitze!

 

Der Cali ist ein Kompromiss, keine Frage. Aber gefühlt ist er für uns die beste Lösung. Sie bekommt ein zu ihrem Rücken passendes Bett und wir sind nicht mehr abhängig von anderen (ja, ja, VWN und die Ölbosse.) Und wir können losziehen wie wir wollen. Hier merkt man auch, dass uns unser eigenes Auto die letzten 6 Jahre fehlte. Als Stadtmensch braucht man eigentlich keins... Außer man will mal aus der Stadt raus. Spontan.

Edited by MichaelF

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stonie
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Ganz klar: Stoni hat ältere Rechte...
 

Als ich den Usernamen ausgewählt habe ich vorher nicht geschaut, welche Namen und Schreibweisen es hier sonst noch so gibt. ☺️

Ich hoffe, du behältst trotzdem den Überblick.

 

Ein bisschen Wahnsinn wird bei mir wohl auch dabei sein, sonst würden wir nicht so viel Kohle für ein Auto ausgeben. 😂

 

Jetzt aber zurück zum Thema. 

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Stoni

Auf jeden Fall, das kann ich unterstreichen.

Mein Zweitwagen wird eigentlich fast nur noch von meiner Frau benutzt, ich komm einfach nicht am Cali vorbei 🙂

Wenn die Strecken zu kurz sind, fahre ich auch gerne mal einen Umweg, es macht einfach Spaß damit zu fahren.

Ich habe mir auch kein so teures Fahrzeug gekauft um es wie manch andere ein halbes Jahr lang einzumotten, meiner steht ganzjährig im freien und wird als Reisefahrzeug, Zugmaschine und Alltagsfahrzeug genutzt.

 

 

So machen wir das auch, wobei die Wochenendtrips bei uns eher weniger sind, da ich noch ein großes Garten/Freizeitgrundstück zur Auszeit des Alltags habe.

Was wir öfters mache sind Tagesausflüge, auch da eignet sich der Cali perfekt dazu.

Leihfahrzeuge kommen für mich nicht in Frage, ich habe da ein Problem damit wenn ich nicht weiß wer und wieviele da schon drin rumgesifft haben und auf den Matratzen lagen, das gleiche habe ich dann aber auch in Hotels/Ferienwohnungen, ich hasse es dort auf die Matratzen zu liegen.

Ich brauch was eigenes, und der Preis des Calis war mir egal, er ist jeden Cent wert!

Für längere Urlaube hänge ich meine Wohndose an den Haken, für mich das perfekte Gespann.

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Sind wir denn nicht alle wahnsinnig ? :äatsch:

 

Gruß

Markus

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Hermann_D

  

Ich denke, die Gründe "auf Camping umzusteigen" sind vielfältig.

 

In den letzten 10 Jahren hat sich der Bestand an Wohnmobilen laut KBA von 330.000 (2010) auf ca. 550.000 (2019 geschätzt) erhöht, die Zuwächse liegen dieses Jahr mal wieder im zweistelligen Bereich. Volkswagen hat einen Bestand daran von 110.000 (2019 geschätzt), war aber 2010 schon bei 87.000 Fahrzeugen, d.h.  die Zuwächse kommen weniger von VW. Es werden jedes Jahr um die 16.000 California gebaut, und nach meiner Schätzung ca. 10.000 davon in D zugelassen, ich kenne aber die genaue Exportquote nicht.

 

Wo kommen die Zuwächse nun hauptsächlich her?

 

-"Best-Ager", die, nachdem die Kinder aus dem Haus sind und das Renteralter erreicht ist, nun auf Tour gehen. Häufig wird das Leben neu geordnet, das grosse Haus verkauft und man will noch was vom Leben haben. Diese Zeilgruppe ist in der Regel mit 2 Personen und Hund im weissen Riesen unterwegs und will dem gleichen Luxus wie zuhause.

 

-Ehemalige "Campingkinder", die ihr Camping-Gen als Erwachsene ausleben können/wollen, hier geht die ganze Familie auf Tour, je nach Anspruch mit Kastenwagen oder Teilintegriertem. Wer es flexibler mag, auch mit einem kleineren Campingbus.

 

Was den California betrifft, ist das schon etwas spezieller. Ich kenne einige, die mich fragen, warum ich mir für das Geld nicht ein anständiges Wohnmobil gekauft habe. Die Zuwachsraten beim California sind geringer als bei den Wohnmobilen, weil man mehr Kompromisse machen muss (Preis, fehlendes Bad, Mobilklo, Platzverhältnisse). Wenn man wochenweise auf dem Campingplatz steht, ist ein Wohnmobil sicherlich vorteilhafter. Wenn man eher mit dem Auto reist, ist der kompakte und komfortable California (stellvertretend für diese Fahrzeuggattung) die bessere aber auch speziellere Lösung.

Edited by Hermann_D

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callivan

Wir sind alte Camperhsasen, aufgewachsen mit und zum Teil während des Campens, mit Kindern auf den Campingplätzen. Wir waren nur 2x in Ferienwohnungen. Das war unbefriedigend und unflexibel. Jahrzehntelang waren wir mit den verschiedensten Zelten unterwegs, zuletzt haben wir auch damit fast täglich den Standplatz gewechselt. Der Cali war immer unser Traum, mit 3 Kindern und z.T. nur einem Gehalt nicht zu verwirklichen. Jetzt haben wir den Calli schon seit fast 10 Jahren ... und er wird immer individueller. Wir brauchen keinen neuen, solange er nicht dumm tut. 

 

Traurig bin ich darüber, dass die Campermentalität verlorengeht. Wir haben unseren Kindern noch beigebracht, dass man auf Campingplätzen (wie auf dem Dorf) JEDEN grüßt, "Guten Appetit" wünscht und jedem Hilfe anbietet, wenn er sie (vermutlich) braucht, dass man Rücksicht übt, sich über Mittag und nach 22 Uhr ruhig verhält, nichts aus Wasch- und Küchenräumen mitnimmt, was einem nicht gehört und nichts zurücklässt (außer in den dafür vorgesehenen Müllbehältern), dass man sich von den Platznachbarn verabschiedet, seinen Platz bei Abfahrt nochmal kontrolliert, man über keine fremden Stellplätze latscht, dem Nachbarn nicht auf die Pelle rückt ...

All diese Tugenden gehen mehr und mehr verloren. Das ist sehr schade, denn so geht auch ein ganzes Stück Individualität beim Campen und dadurch Erholung für jeden Einzelnen, verloren. 

Klar, kann man das als kleinlich zurückweisen, aber diese Nettiketten sind seit Jahrzehnten Bestandteile des Campens. An ihnen erkennt man langjährige Camper. 

 

Am ehesten findet man solche Campermentalitäten noch auf kleinen Plätzen, dort, wo kein Glamping und keine Animationsfeste angeboten werden. 

Abstoßend fanden wir schon als Zelter Camperburgen, Festungen aus aneinandergestellten Wohnmobilen, die rücksichtslos mit ihrer Technik allen umliegenden Campern auf den Nerv gingen, mit Türgerumse und lauter Musik aus Wohnmobillautsprechern und / oder (nunmehr) Bassboxen. 

Ich finde die Plätze gut, die nach wie vor den Zeltern die besten Plätze zuweisen, auch wenn wir dort nicht mehr dazugehören. 

 

Diese " My home is my castle" - Mentalität ist abstoßend, greift aber mehr und mehr um sich. Seitdem muss es in einem Camper mindestens genauso luxeriös zugehen wie daheim. Schade!

 

Ich hoffe, es bleiben noch ein paar Camperoasen übrig, wenngleich ich nach dem gestrigen Besuch zur Campingmesse in Leipzig daran stark zweifle. 

Viele Grüße von Heike aus / mit dem callivan.

Edited by callivan

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Hendrixx
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Heike, dem kann ich voll zustimmen. Allerdings ist das Leben auf dem Campingplatz auch nur die Fortsetzung dessen, was sich in unserer Gesellschaft im Alltag abspielt. Der Anteil an rücksichts- und empathielosen, gleichgültigen und egoistischen Menschen scheint immer größer zu werden. Das macht auch vor der Campergemeinde nicht Halt.  Gestern Abend auf der A9 kurz vor München kam während meines Überholens einer mit geschätzten 180km/h und mehrfacher Lichthupe von hinten. Zu meiner Verwunderung gehörten die hellen LED-Blitze zu einem California. Vielleicht liest ja der Kollege (GAP-Kennzeichen) hier mit, sowas macht man nicht.

VG Hendrik

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Grete56

Ich denke ein Grund für diesen Hype ist auch, dass immer mehr Menschen sich das Leisten können. Wir leben in einer Zeit der Erben vom dem was sich unsere Eltern aufgebaut haben. Früher war ein Campingmobil für die meisten unbezahlbar. Insbesondere viele der heutigen Rentner (ich bin jetzt auch einer 😁) haben  mehr Geld für Freizeitspass zur Verfügung als früher. Das eigene Haus ist als Rentner nicht mehr so wichtig - man bekommt sehr viel Geld dafür und kann dann für den Rest des Lebens damit unterwegs sein. Spanische und Marokkanische Campingplätze sind im Winter voll von deutschen, holländischen, skandinavischen  Rentner. 

 

Früher als man sich das noch nicht leisten konnte, haben viele die Hippies und Konsorten mit ihren VW Californias bewundert - und das für sich als Traum abgespeichert. Dann - nachdem Kinder aus dem Haus sind, Schulden alle abbezahlt, Leben eintönig geworden, haben sich viele Menschen für diese Art des Lebens entschieden um sich einen kleinen Traum von Freiheit zu erschaffen. 

 

Natürlich gibt es auch jüngere Menschen die sich einen schweineteuren Bully leisten können - bzw. locker finanzieren können - aber die Mehrheit sind doch Rentner oder solche die es bald sind - oder?

 

Ich selbst habe mit 24 mir eine alte Gurke von T2 gekauft, diese selbst zum Camper umgebaut und bin dann 11 Monate damit durch die Welt gereist. Dann kam Familie, gut bezahlter Job und viele Urlaube - ohne Campingmobil. 2 Jahre vor Rentenbeginn - Kinder waren aus dem Haus, Gehalt hatte den höchsten Stand erreicht, Schulden waren keine da, die Frau weg - da habe ich mir dann meinen früheren Traum wieder zurück geholt. Ich bin sicher das ich nicht der einzige auf dieser Welt bin der so oder so ähnlich gehandelt hat. Daraus ist dann diese Massenbewegung entstanden.  Wie alle Massenbewegungen ebbt diese auch wieder ab. Das zeigt sich schon in dem Sterben der Verbrennungsmotoren - die E-Auto Ära wird noch ein Weile brauchen ehe die sich auch bei Wohnmobilen durchsetzt . Aber ganz bestimmt wird diese Massenbewegung irgendwann den Leuten auf den Keks gehen. Es folgen Regulierungen, Verbote und Einschränkungen. Und die Masse sucht sich was neues. Und dann macht Reisen mit den Wohnmobilen wieder Spass :banane:

 

optimistische Grüsse

Gerd

 

 

 

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Dietmar1

Um die bisher genannte Begriffe wie Boom, Massenbewegung in den richtigen Kontext zu setzten hier ein paar Zahlen von 2018

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callivan
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Hallo Gerd,

wie du aus dem Post #19 entnehmen kannst, komme ich nicht aus dem "gelobten" Land, kann (und möchte) auf kein Erbe zurückgreifen (sondern meine Eltern noch lange genießen), habe es auch noch lange nicht zum Rentenalter geschafft, muss meine Finanzen nicht umstapeln, möchte auf keinen Fall auf unser (noch nicht völlig bezahltes) Haus verzichten und auch niemals nur unterwegs sein. Ich bin glücklich (seit fast 35 Jahren) verheiratet und freue mich über unsere stetig mehr werdenden Enkel. Die Lebensumstände sind - auch hier - im Board sehr unterschiedlich, genau wie das Nutzungsverhalten. Klar, einen Bulli muss man sich leisten können und v.a. auch leisten wollen. Dennoch bietet er ein Gefühl von Freiheit, welches ich nicht missen möchte, welches unbezahlbar ist. Gern würde ich über ein paar Urlaubstage mehr zurückgreifen wollen, ohne schon jetzt Rentner zu sein, denn dieser Abschnitt würde dann ja auch schon den letzten in meinem geliebten, erfüllten Leben bedeuten. 

... und ich muss nicht immer über unseren Calli meckern, warum auch... denn er bietet mir die Chance, mir die Welt zu betrachten, zumindest in Ausschnitten.

Viele Grüße von Heike.

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Grete56
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Hallo Heike,

 

dein Post hat ja mehr zum Thema das verhalten von Menschen auf Campingplätzen. Da geb ich dir vollkommen recht - Gutes Benehme ist nicht jedem gegeben. Aber das gab es früher auch schon.

 

Mir ging es aber um das Phänomenen das es immer mehr Campingmobile gibt was Dietmar1 in #22 eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.  Die Ursache sind meiner Meinung nach nicht die Menschen die Camping schon immer geliebt und praktiziert haben, sondern die Menschen, die gleich zu Beginn die teuerste Variante von Camping gewählt haben - Womo oder Bulli. Die machen meines erachtens die Massenbewegung aus. Camper hat es immer gegeben und wird es hoffentlich auch immer geben.

 

Gruß Gerd

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ulf_rau

… vielleicht führen auch unsichere Situationen in den bisherigen bezahlbaren Tourismushochburgen wie Türkei, Ägypten, Tunesien usw. dazu dass einige der bisherigen Nutzer dieser Angebote umschwenken. Es wird wieder mehr Urlaub in der "näheren" Umgebung gemacht. Dazu kommt vielleicht noch ein wenig Sorge vor Pleiten wie Thomas Cook und Air Berlin, die permanenten Probleme mit der Bahn... und schon sind ein paar weg von der "dunklen Seite des Reisens"

 

Dennoch bin ich überzeugt dass es sich beim Camping, egal in welcher Form, immer noch um ein "Randphänomen" handelt, auch wenn Plätze enger und "wilde" Plätze reglementierter werden. Wenn ich mich in meinem Arbeitsumfeld umschaue sind die Meisten Kolleg/innen pauschal oder im Ferienhaus unterwegs, unabhängig vom Alter.

Camping ist immer noch ein bisschen Bäh.

 

Vor 20-30 Jahren und wahrscheinlich davor noch mehr, war Camping die mit Abstand billigste Art des Reisens.

Wenn ich heute manchen Preis auf einem Campingplatz sehe (wir reden oft ja über ein Stück Wiese mit mehr oder weniger öffentlichen Toiletten/Duschen) zu dem ich auch noch mein eigenes Equipment mitbringen muss in Form von California 😉, verstehe ich rein aus dem finanziellem Aspekt die Entscheidung für Pauschal/all-incl. Urlaub...

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