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Tasse Kaffee

Über Weihnachten 3 Wochen bis Barcelona. Aber nicht mit dem Cali.

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Tasse Kaffee

Reisebericht in Etappen: Vom ersten Weihnachtsfeiertag bis Mitte Januar fahren wir von über Lyon ans Mittelmeer.

Dort beginnen wir mit der Camargue, dann die Küste entlang bis Barcelona - und zurück.

 

Wir drei (Evi, Marco und die Hovawart Hündin Charlotte) reisen jahreszeitlich bedingt diesmal nicht mit dem Cali, sondern zum ersten Mal mit einem teilintegrierten Womo auf Ducato-Basis, geliehen von Papa.

Der Bericht ist also ein ständiger Vergleich aus Cali-Perspektive. Und eine Orientierung über die Reisegegend zu dieser Jahreszeit.

Jahreszeitlich - und Handybedingt sind nicht alle Aufnahmen so funky. Es ist ein live-Report, geschildert wie gesehen und empfunden. 

 

(Falls die Rubrik verkehrt ist, bitte ich die Moderatoren um geeignete Zuordnung. Danke)

 

Einen Tag vor Weihnachten geht es mit dem fertig gepackten Cali Richtung Ruhrgebiet. Weihnachten feiern bei Papi. In den Cali kommt alles, was für diese Reise im Sunlight T68, einem 7,50m Teilintegrierten auf Ducato, untergebracht werden soll. Denn das wird unser Mobil für die nächsten 3 Wochen. Da wir keine Erfahrung mit dem Wetter dort zu dieser Zeit haben, und längerer Regen im Cali mit Hund das K.O. Kriterium darstellt, und weil es uns auch einfach mal interessiert, mit einem „richtigen“ Reisemobil in den Urlaub zu fahren, nehmen wir das Angebot gerne an, um Erfahrungen zu sammeln. 

 

 

Heiligvormittag wird das Womo bepackt. Papas E-bike hält als Zugmaschine für den Hundeanhänger her (mit Hund 50 Kilo), außerdem ein MTB, 2 Liegestühle und eine Kiteausrüstung nebst vielen anderen Plorren, kommen in der Heckgarage unter.

 

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Im „leeren“ Zustand hat der TI ein Gewicht von 3240 Kilo, bedingt durch einige Einbauten, wie Standklima, TV etc. Zulässiges GG ist 3,5 Tonnen. Es ist also klar, dass man gut überlegen muss, was man mit nimmt. Wir 3 wiegen schon zusammen 180 Kilo, bleiben also 80 Kilo für alles andere. Ein generelles Problem aller größeren Womos. 

 

Am ersten Weihnachtsfeiertag gegen 12 schwingen wir uns also mit dem 3,6 Tonner auf die Autobahn.

 

Ich muss mich erst zurecht finden, also alles in Ruhe. Vom Cali kommend, ist hier im Ducato alles anders. Die Sitzposition sehr hoch, man sitzt als Normalo mit der Augenpartie knapp unter der Oberkante der Frontscheibe. Ungewöhnlich ist es auch, einen langen offenen Raum hinter sich zu haben. Von irgendwo klappert und windet es sich, eine gewisse Nähe zum Segeln, wo auch ständig Spannungen entstehen, lässt sich nicht von der Hand weisen.

 

Die mir seit Jugendzeiten vertraute kleine Steigung zur Autobahn nahm mein erster T3, damals in den 80ern, mit luftgekühlten 50 PS, maximal mit 50. Der hier auch. Ich ahne schon, dass die Reise in ähnlicher Geschwindigkeit statt findet wie mit dem T3.

 

Die 130 PS haben ordentlich zu tun und ich Reihe mich erst einmal brav hinter den LKW auf der rechten Spur ein. Mit 85 (85!! Nicht 90!) versuche ich mich zu akklimatisieren. Irgendwo müsste man doch den Boardcomputer nullen können. Links 2 Hebel, einer der Blinker, und der andere? Licht zum drehen, Franzose halt, ach nee, ist ja Italiener, egal, hab’s gefunden.  

 

Irgendwo wo in der Eifel, nach ca 250 km, die erste Pause. Aber eben mal anhalten, wie mit dem Cali, ist ja nicht. Also erst mal die Tankstellendurchfahrt auf 3 Meter Höhe kalibrieren. Und auf einen Hecküberhang, der in engen Radien durchaus abräumt, was man im vorbei fahren glaubt, neben sich stehen zu haben. Auf dem LKW - Parkplatz an der Raststätte „schwarzer Mann“ finden wir ausreichend Platz und tanken. 

 

Im angrenzenden Imbiss ist man an der Kasse sehr freundlich, geduldig, und ich frage mich, ob es an der regionalen Mentalität oder an der Weihnachtszeit liegt. 

 

Weiter im nächsten Teil. 

 

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Dirk KG

Schöner Start, und interessanter Vergleich zum Cali.

Und die Strecke nach Barcelona, und im Winter: bin gespannt.

Bitte weitermachen.

 

Dirk

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Tasse Kaffee

Nach einem Schnitzelbrötchen und der ersten Betankung geht es wieder auf die Bundesstrasse. Ich verpasse am Kreisverkehr die richtige Ausfahrt und gelange auf eine Serpentine bergauf. Das ist schlecht. Links ein Feldweg zum Acker mit leichter Steigung. Wenig Verkehr, also fahre ich Rückwärts in den Feldweg um zu wenden, habe aber Schiss wegen dem langen Überhang. Es klappt aber gut, wir sind wieder richtig. 

Hier in der Eifel ist es arschkalt, alles weiß vor Rauhreif. Das Fahren ist mir immer noch fremd und nicht ganz anspruchslos. Glätte, Steigung, teilweise sehr nebelig.

 

 

In Luxembourg haben wir ja nun leider nicht mehr tanken können, hier liegt der Diesel um 1,05 Euro. Später in Frankreich würde er bis 1,50 Euro kosten. 

 

Auf der Autobahn pendelt sich die Geschwindigkeit bei 90 ein, der Motor dreht genau 2000, der Verbrauch liegt jetzt bei 10 Litern seit Abfahrt. Geht ja für die Größe. Die 130 PS empfinde ich jedoch als grenzwertig für die vermuteten 3,6 Tonnen. Selbst vor leichten Steigungen, deren Existenz kaum wahrnehmbar ist,  muss man rechtzeitig Gasgeben, um nicht in einen Bereich zu fallen, ab dem man von überholenden LKW nach hinten durchgereicht wird. 

 

 

So suche ich mir einen netten LKW und fahre im Windschatten hinterher. Auch nicht ganz ohne, denn fahre ich zu dicht auf, meckert meine bessere Hälfte zurecht, halte ich zu viel Abstand, überholt mich mein Hintermann. Und die fahren dann gerne auch mal 10 Minuten links neben dir, weil sie nicht schneller und nicht langsamer sind. 

 

Gegen Abend -es wird ja früh dunkel- beschließen wir hinter Metz -schon in Frankreich- es für heute gut sein zu lassen. Mit der super-App „Campercontact“ checke ich die umliegenden Stellplätze. Nicht zu weit von der Autobahn, direkt an der Mosel gelegen, gut bewertet, laufen wir in Pont a mousson auf den SP „Port de plaissance“ ein. Durch ein verschlafenes Örtchen fährt man zuvor. Der SP ist zu ein Drittel gefüllt, draußen ist es um Null grad, und man sieht nicht viel.  Nur die Lichter gegenüber.

 

 

Nun wollen wir noch was zu essen machen, und ich stelle fest, dass 3 Flammen zu viel sind, da sowieso nur 2 Töpfe normalen Ausmaßes darauf Platz finden.

 

Ansonsten wird die Heizung angeworfen. Die Gasheizung ist leiser als die LSH im Cali, hat aber den Nachteil der Brennstoffbesorgung. Ich hätte in einem größeren Mobil wahrscheinlich eine Diesel- Elektro Heizung. 

 

Jedenfalls wird es schön warm und mit einem verdienten Weinchen, flotten Nudeln mit Thunfisch und ein bisschen Weihnachtsdeko lassen wir den spannenden Tag ausklingen. 

 

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weiter er im nächsten Teil 

 

 

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Tasse Kaffee

Nach der ersten Nacht kann man eins mal sagen: Die Betten sind super. Wir haben sehr gut geschlafen. Besser als im Cali. Soviel Wahrheit muss sein. Abgesehen vom „nicht machen müssen“ und dafür „nicht teilweise raus gehen müssen“.

 

Und es muss ziemlich kalt  gewesen sein, draußen ist das Wasser teilweise gefroren. Der morgendliche Hundespaziergang zeigt einen schönen Stellplatz mit Hausbooten und frostigem Antlitz in weiß.

 

 

 

Zur Heizung: Sie ist im Heck eingebaut und muss somit eine Distanz von 7 Metern warme Luft nach vorne zu den gedrehten Vordersitzen bringen. Dort ist es aber bei Kälte am kältesten. Und von der warmen Luft kommt hier wegen der Distanz am wenigsten an. Also hinten alle Klappen schließen.

Würde ich entscheiden, hätte ich also eine Diesel- Elektro Heizung wegen „keine Gasflaschen“ - und würde auf einen Einbauort in der Mitte achten. Damit vorne genug ankommt. 

 

Nach gediegenem Frühstück stand nun eine neue Aufgabe an: Wasservorrat auffüllen. Aus Gewichtsgründen hatten wir nur ein paar Liter im Tank. 

 

Leider ist es jedoch so, dass viele Zapfstellen an Stellplätzen auf dieser Reise im Winter außer Betrieb sind, daher sollte man Möglichkeiten nutzen. 

Hier fand ich erst mal keinen Aussenhahn, aber ein freundlicher Franzose klärte mich auf, dass es bei den Duschen einen Wasserhahn gäbe.

Zum Glück hat Papa in seiner Heckgarage auch einen 12 Liter Faltkanister, der über den Urlaub unser bester Freund werden sollte, denn oft kam man mit dem Mobil nicht in die Nähe der Zapfstelle und war auf manuelles Nachfüllen per Kanister angewiesen. In unserem Cali Beach haben wir ja ohnehin nur Tragkanister, da wäre mir die Problematik der Tankbefüllung gar nicht aufgefallen. 

 

Hier auf der Suche nach Wasser wäre ich ohne meine schmalen Französischkentnisse auch nicht weiter gekommen, und auch das war ein Indikator, der sich im ganzen Urlaub bestätigen würde. Beim Wasser suchen, beim LPG tanken, beim Bäcker suchen: Grundkenntnisse von „wo ist“ oder „wie geht das“ waren unerlässlich. Man sagt ja oft „Die Franzosen wollen nicht“ - ich würde eher sagen „sie können wirklich nicht“. Denn selbst wenn man nur die Betonung falsch setzt, wird man oft schon nicht verstanden. 

 

 

Man durchquert hier irgendwo auch auch die Gegend des ersten Weltkriegs. Das ein oder andere Museum hätten wir gerne besucht, es gibt beispielsweise einen kompletten Nachbau einer Stellungskrieg-Unterwelt. Hat aber alles zu - am 2. Feiertag. Auf den Raststätten der ein oder andere Hinweis.

 

 

Aber auch das ist französisch:

 

 

Ein Wrack und ein Schild mahnt über Handynutzung. So genau verstehe ich es aber auch nicht. 

 

 

Es rollt sich weiter gen Süden. Bei Lyon denn die Tunnels. 

 

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Immer im Bild: les gilets jaunes. Nicht um die Sicht durch Reflektion zu beeinträchtigen, sondern fürs Miteinander.

 

Dazu später mehr. 

 

 

 

 

 

 

Edited by Tasse Kaffee

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nana

Danke für den interessanten Bericht, liest sich sehr schön 🙂

Edited by nana

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Tasse Kaffee

 

 

 

Nach einigen hundert Kilometern aktivieren wir bei Lyon wieder die Stellplatzsuche via Campercontact. Im Tal um Lyon ist es empfehlenswert, nicht zu weit weg von der Autobahn zu suchen, denn es geht links und rechts gleich steil hoch. 

 

So mussten wir diesmal auch einige Höhenmeter fahren, um zum Stellplatz in Reventin-Vaugris zu kommen. Ein kleines französisches Örtchen, welches sich bei unserer Ankunft atmosphärisch fast verschluckt zeigt; vom nebeligen, kalten Dezembertag.

 

 

Ein kurzer Rundgang durch das Örtchen. Man fühlt jetzt: Es ist woanders.

 

Hier ein paar Mauern, dort die örtliche  „Eglise“. Und ein Peugeot deux-cent-cinque.

 

 

Dem Antlitz nach wahrscheinlich seit 25 Jahren im Dienste der Gemeinde. Dem gebührt natürlich eine wertschätzende Fotografie. Wenn auch leicht unterbelichtet und ganz amateurhaft. 

 

Der Stellplatz ist typisch „Municipal“. Nix besonderes, aber völlig ausreichend. Neben mir eine neue Spezies aus Busfahrer- Perspektive: Dein Nachbar, der Reisemobilist.

 

 

Der Hymer- Fahrer neben uns hatte ein erstaunliches Equipment am Start, und man ist auch sehr schnell ins Gespräch gekommen. Mit mir als VW- Busfahrer reden richtige Womo- Fahrer ja eher selten, aber hier ist man voll integriert, selbst mit einem Teilintegrierten :;-):

 

Man tauscht sich also über das schlechte Benehmen anderer Wohnmobilisten aus, wie falsch man parken kann, und ich als Rookie vergewissere mich, dass er nicht mich meinte, was er mir wohlwollend bestätigte. Äußerlich mimte ich den unbeteiligten „eigentlich-Cali-Fahrer“, aber innerlich überkam mich doch eine lauwarme Welle des Stolzes, den Schulterschluss mit meiner „neuen Peergroup“ schonmal geschafft zu haben. Natürlich nur für diesen Urlaub. 

 

Mr. Hymerchecker aktiviert nun zu unserem Erstaunen (wir waren gerade auf Gassirunde) ein beeindruckendes Feature: Nach abkoppeln seines Hängers, in dem wahrscheinlich ein Quad geparkt war, fährt sein 4 Tonnen Hymer auf 4 hydraulischen Stützen hoch; er mit Fernbedienung daneben. Das schwere Mobil zuckt sekundenlang in der Luft, um sich dann waagerecht, alle Räder „On air“, zu positionieren. 

 

Leider gibt es davon kein Bild, aber ein echter FAT Dancer beim Bunny Hop. Ein richtiger Bouncer, keine Trailerqueen.

(Diese Fachbegriffe muss sich die geneigte Leserschaft leider selbst ergoogeln- musste ich mir auch :-)

 

 

so in etwa.

 

Noch etwas chillen im Womo und ab ins Bett.

 

weiter morgen früh.

 

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Edited by Tasse Kaffee

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SW4956

Hallo Tasse Kaffee,

zum Unfallbild oben: der LKW-Fahrer, der das auf dem Seitenstreifen wegen eines Hindernisses haltenden Streckenkontrollfahrzeug geschrottet hat, hat gerade mit seinem Händie telefoniert und war deshalb a) von seiner fahrspur nach rechts abgekommen und hatte b9 das dort haltende Fahrzeug zu spät gesehen. es gab immerhin keinen schweren Personenschaden.

Stets gute Fahrt - mal sehen, was du noch berichtest

Gustav

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Tasse Kaffee

Leider hat unser Nachbar in der Nacht gegen drei irgendetwas gemacht. Jedenfalls war es laut und rumpelte, aber es war vermutlich nicht das, was man denken könnte. Und wenn doch, dann auf höchst unwahrscheinliche Art und Weise.

 

Jedenfalls hat es uns nachts den Schlaf geraubt und uns die Wertschätzung des Calidämmglas oder Calidoppelglas in Abwesenheit nochmals steigen lassen: Denn eine weitere Erkenntnis dieser Erfahrung: Ein Teilintegrierter ist relativ laut. Die Sandwichhaut dämmt Geräusche schlechter als ein Cali, sofern das Dach beim Cali nicht offen ist. 

 

Unser behender Nachbar war früh schon wieder unterwegs, wir hingegen frühstücken ganz in Ruhe, wie immer. Der Ort ist immer noch neblig kalt. Nach gutem Frühstück geht es zurück auf die Autobahn und bald wird klar, wir sind auf der „Route de Soleil.“

 

 

Die Sonne kommt, und die Gegend verändert ihre Formation von Binnen auf Maritim. Jetzt auch links sichtbar: Felsformationen und die Ausläufer der mächtigen Alpengebirgszüge, die sich immer mal am weiten Horizont abzeichnen. Weit ist es nicht mehr bis zum Meer. 

 

 

Vorher aber noch der natürliche Feind aller Teilintegrierten:

 

 

Die Mautstation!

Die Sitzhöhe im Ducato ist zu hoch für die unteren Schlitze und zu tief für die LKW Schlitze. Also Arme lang machen. Gleichzeitig kommt man aber auch nicht nah dran, da die Außenspiegel extrabreit sind, denn der Aufbau ist ja auch breiter. 

Also Arme noch länger machen. 

Zu guter letzt geht die Scheibe nicht komplett runter, also kommt man unten nicht an die PKW- Schlitze. Und wenn da unten Wechselgeld rausfällt (und da kommen 20 Euro in 2 Euro Stücken raus) ist die Katastrophe komplett, denn die lassen sich kaum entnehmen. 

Eine Doktorarbeit.

 

Nach wenigen Stunden erreichen wir unsere erste Urlaubsregion, die Camargue. Sie zeichnet sich durch eine flache Landschaft, durchzogen von Salinen und kleinen Etangs zur Salzgewinnung, aus. Auch leben hier Wildpferde und generell ist die Affinität zu Pferden an jeder Ecke spürbar. Das Land ist flach, grün, und überall Pferde auf Koppeln, gerne auch weiß, und Ranches.

Ein weiteres Merkmal der Camargue sind rosa Flamingos, mit einem Bein in den Salinen stehend. 

 

Obwohl es schon dämmert, durchfahren die Gegend und genießen jeden Meter. Selbst um diese Jahreszeit wirkt die Gegend sonnig. Die volle Pracht zur Blütezeit dürfte jedoch noch einiges beeindruckender sein. 

 

 

Mit Campercontact haben wir vorher in „Saint Maries de la mer“ einen von drei Stellplätzen ausgesucht. Die Bewertungen und die Lage sprechen eine klare Sprache. 

 

Als wir dort ankommen, ist es schon fast dunkel. Der Platz ist großzügig und relativ gut gefüllt, die erste Strandreihe ist fast voll. 

Wir finden einen schönen, freien Platz und freuen uns über eine mediterrane Dämmerung, entspannte Leute und machen noch einen kleinen Spaziergang im Ort. 

 

 

Man läuft direkt vom SP ein paar Meter am Deich entlang und ist dann schnell in dem Städtchen.

 

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Für heute geht es dann, nach ein bisschen chillen, ins Bettchen.

 

 

Weiter im nächsten Teil 

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Hsk2000

Sehr schön, bin auch gespannt wie es so weitergeht....

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Popeye1705

Herrlich! Habe letztes Wochenende mit meiner Frau über so eine Wintertour gesprochen. Bin gespannt wie's weitergeht.

:applaus:

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Tasse Kaffee

Gut ausgeschlafen frühstücken wir. Der Stellplatz zeigt sich morgens schon im Sonnenlicht, so wie man sich das wünscht, wenn man hier hin fährt. Temperatur in Sonne freundliche 16 Grad, im Schatten erträgliche 11.

 

Atmosphärisch hat der Platz zu dieser Zeit sowas Woodstockmässiges; denn alle, die hier stehen, suchen nur eins: Die Sonne- und das, was sich nicht nach Winter anfühlt. 

Denn im Sommer suchen ja alle was unterschiedliches: Die einen Sonne, die anderen Schatten, oder Strand, oder Wasser. Oder Wind.  

Aber jetzt, im Winter, wollen alle nur eins: Sonne.

 

Also stehen alle Reisemobilnasen nach Süden wie eine Pilgerschar gen Mekka und viele haben was kurzes an, obwohl es im Schatten gar nicht so warm ist.

 

 

Zu 90 % stehen hier auch nur „richtige Wohnmobile“ (sic!) mit Klo und so- also wie unseres, bzw. Papis :;-):.

 

Außer neben uns ein Schweizer Allrad Toyota HJZ mit Traileraufbau. Natürlich würdigt er mich keines Blickes, und alle Grüßungsversuche blieben unerwidert. Hätte ich meinen Cali, würden wir vielleicht den Pakt der Andersartigen hier gründen.

Aber so lebe ich -in meinem wahren Wesen unerkannt- damit, und freue mich innerlich dafür schon über meine vollautomatische Alden SAT Anlage, und wie ich heute die früh einsetzende Dunkelheit damit bekämpfen werde. Wenn schon Verräter, dann richtig. 

 

Alle anderen haben ähnliche Wohnmobile wie ich, und viele haben es weihnachtlich geschmückt. Manch Vollintergrierter hat auf seiner riesigen Armaturentafel eine halbe Modelleisenbahn-Winterlandschaft installiert. Oder mehrere Katzenkörbe nebst Bewohnern derselben. Andere haben LED Lichtetketten ins Fenster gehängt, und irgendwie finden wir es nett-skurril, sowas am Strand zu sehen. Hatte ich noch nicht, solche Eindrücke. Alle sind auch sehr nett und entspannt.  

 

Wir schwingen uns nach dem Frühstück Richtung Zentrum auf. Dort finden wir einen großen lebhaften Markt mit vielen Delikatessen und einigen Weihnachtsbuden. Eine cooler Stand mit 2 Aussteiger-Französinnen verkauft Gelates, das sind diese kräftigen Vollkorn-Crêpes. Dazu ein Glühwein und das Willkommensgefühl im Urlaub ist komplett. 

 

 

Der arme Hund

 

 

Nach dem Stadtbummel und einigen käuflich erworbenen Errungenschaften packen wir aus der Heckgarage einen der wesentlichen Beweggründe, weshalb wir den beschwerlichen Weg mit dem Wohnmobil bis hierher auf uns genommen zu haben:

 

Hochlehner mit Liegefunktion!! 

 

Ein Alleinstellungsmerkmal aller größeren Wohnmobile. Da kann ein Cali leider nicht mithalten. Oder wer von euch hat Hochlehner im Cali? Nur Ibmg soweit ich weiß. Crespo Air Elegant. 

 

 

Die Reiseleitung gönnt sich also ein lang ersehntes und verdientes Sonnenbad in Liegefunktion. 

 

Motivator für diese Reise war übrigens unter anderem ein ausführlicher Reisebericht der Blogger „Fluchtauto“. Diese beiden haben diese Reise im Winter 2017 bis Tarifa und weiter unternommen. 

Dort fanden wir auch die Hinweise auf das zu erwartende Wetter. Sonst wären wir vielleicht gar nicht gefahren. 

 

Hinter dem Stellplatz gibt es einen Strandweg zu den Salinen. Man braucht nur wenige Hundert Meter zu laufen, schon steht man Auge in Auge mit Flamingos. 

 

 

 

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Ein schöner Tag geht zu Ende und wir verbringen unsere 2. Nacht hier.

 

...weiter morgen früh...

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Hsk2000

Wir wollen mehr lesen 👍😉

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Hendrixx

Toller Bericht, dankeschön!

Die Crespo-Hochlehner mit Liegefunktion haben wir im Beach auch :;-): 

Liegen während der Fahrt auf dem MFB unter der Matratzenauflage.

Aber das Bettenmachen und Räumen im Beach ist schon manchmal grenzwertig, da beneide auch ich die „echten“ Womolisten.

Manchmal.

Viele Grüße

Hendrik

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Bernd1000

Lieber "Verräter" 🙂😉
Toller Bericht! Sehr schön geschrieben! Ich freue mich immer, wenn ich eine Fortsetzung sehe...

Gruss, Bernd 

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Tasse Kaffee

Bevor es jedoch ins Bett geht, wird zum ersten Mal die bereits angedrohte vollautomatische Alden SAT-Anlage aktiviert. Das funktioniert sehr komfortabel. Man drückt auf dem Receiver einfach das Antennensymbol. Auf dem Dach geht der Spiegel senkrecht und fährt solange Kirmes, bis er seinen Satelliten gefunden hat. Wenn Bäume im Weg stehen, klappt es auch schon mal nicht. 

 

Dann muss man nur noch den Fernseher einschalten, und schon kommt meine Lieblingsserie pünktlich um 19.30: GZSZ!

 

Also schauen wir das Fernsehprogramm von zu Hause, an einem Wunschort in der Ferne, mit dem Wetter einer nichtvorhandenen Jahreszeit. Einer der wenigen Momente des Lebens, in dem der illusionäre Wunsch, alles auf einmal haben zu können, tatsächlich real wird. Manchmal läuft es halt 🙂.

 

 

Es wird auch schön gekocht und ein Fläschchen geöffnet. Immerhin liegen zwischen Dämmerung und Bettzeit 4-5 Stunden. Man schläft hier übrigens daher früh und dennoch gut. Abends hat Frau auch viel Zeit, zb. zum Haare schön machen :;-):

 

 

Kleiner Blick ins Womo: Vorne Sitzgruppe, dann L- Küchen, dann links Toilette und rechts Dusche, dann die Längsbetten. 

 

Nach gutem Frühstück am nächsten Tag gibt es noch einen kleinen Spaziergang.

 

Hier in Saint Maries de la mer ist in den 90ern von Pascal Makka der Speed Rekord im surfen aufgestellt worden. Ungefähr 42 Knoten. 

 

 

Der heutige speedrekord im surfen liegt bei ca 100 km/h.

 

 

Wir verlassen nun dieses schöne Fleckchen und fahren zum nächsten geplanten Ziel, nach Aigues-Mortes, ein historisches Örtchen am Rande der Camargue. Hier gibt es einen großen Parkplatz mit vielen Wohnmobilen. Hinter uns ein Zwillingsbruder. 

 

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weiter im nächsten Teil

Edited by Tasse Kaffee

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Tasse Kaffee

Auf dem Parkplatz, der auch Stellplatz ist, steht meist nur Weißware wie unserer. Calis sieht man um diese Jahreszeit leider kaum. Aber es gibt auch alternative Gefährte:

 

 

 

 

Die Stadt lohnt sich auf jeden Fall. Direkt hinter dem SP beginnt die historische Stadtmauer. Im Innenstadtbereich fühlt man sich wie das in Frankreich zu sein hat: Alte Mauern, alte Autos, und französische Randonneur- Fahrräder mit Gepäck. Fast so alt wie die Stadt selbst.

 

 

Nun wollen wir es wissen: wir suchen uns ein Restaurant und wollen eintauchen, mitten rein in das Savoir-vivre, wie man es zum Beispiel aus Filmen kennt. 

Auf dem historischen Marktplatz finden wir, was danach aussieht. 

Ein belebter Platz, eingedeckte Tischchen mit polierten Weingläsern, flatternde Tauben, eilende Kellner in Schürzen, neben uns ein Pärchen weit nach der Diamanthochzeit mit liebevollen Blicken und einem Fläschchen Roten. Wüsste man nicht genau, es ist 2019, könnte die Szene auch durchaus aus einem Luis-Defunes Film 30 Jahre früher stammen.

 

 

Um die Mittagszeit gibt es oft eine „plate du jour“, das Mittagessen zum Vorzugspreis. Sollte man wissen. Leider sind wir 20 Minuten zu spät, können aber das gleiche bestellen. Kostet aber 5 Euro mehr. Egal. Monsieur „Le garcon“ hat mächtig zu tun, die Organisation scheint leider grauenhaft. Einer räumt nur irgendwas ab, aber nix richtig, ein anderer kann nur kassieren, und ein Dritter macht den Rest- also fast alles.

Die, die nichts machen stehen ständig bei uns, und der, der alles macht, hat keine Zeit. Evi wäre beinahe schon 3 mal aufgestanden, aber ich dachte denn „es ist Urlaub, er tut sein bestes, bestimmt wird alles gut“ 

 

Irgendwann nach einer Stunde kam denn das Bestellte. Stierfleisch war es, glaube ich. Der Name des Restaurants ist kulinarisches Programm der Gegend.

 

 

Man muss aber sagen -und dies ist ja unser erstes Essen hier im Urlaub- hier schmeckt wirklich alles anders und besser. Jedes Mal Essen gehen ist ein Geschmackserlebnis der anderen, aber sehr guten Art. Anders halt als zu Hause. Man muss nur Geduld haben. Es dauert, aber das ist vielleicht auch ein Teil der Kultur. 

 

So ergab es sich , dass man einen großen Teil des Tages mit Essen zugebracht hat, weil es sich so hingezogen hat. Für den eigentlichen Stadtbummel blieb denn nur wenig Zeit.

 

 

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Reichte auch für heute. 

 

Wir bleiben nicht über Nacht, sondern weiter zieht die Karavane Richtung Süden.

 

...weiter im nächsten Teil...

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tasse Kaffee

 

 

 

 

Wir verlassen den Parkplatz und müssen am Ende der Schranke scharf rechts abbiegen. Zum Glück bin ich inzwischen so umsichtig, dass ich bei engen Radien in den Rückspiegel schaue. Man kann gar nicht oft genug betonen, wie ungewohnt es ist, wenn das Heck so stark nach außen schwenkt. Auch hier hätte ich ohne Spiegelblick das Schrankengehäuse übersehen. So konnte ich nochmal zurück setzten. Diese Größe ist für normale Stadtbesuche schon das äußerste der Gefühle. Der Vorteil des Calis liegt in der uneingeschränkt PKW-mäßigen Bewegungsfreiheit. 

 

Wir wollen als nächstes nach Palaves-les-flots, ein Küstenort mit sehr großem und bekannten Stellplatz direkt an einem Sporthafen. 

 

 

Dieser war trotz oder wegen seiner exponierten Lage am Wasser leider voll.

Sieh mal einer an! Da denkt man, man fährt einsam zu einer Zeit, wo alles unterm Tannenbaum sitzt, und dann sowas. 

 

 

Nun aber ist ist guter Rat teuer. Per Campercontact scannen wir die Gegend nach Alternativen ab. Ein weiterer sehr gut bewerteter Platz war auch voll, denn entgegenkommende Womofahrer gaben einem dies freundlich per Handzeichen zu verstehen.

Ob sie deshalb so freundlich waren, weil wir immer eine Gelbweste hinter der Scheibe liegen hatten, oder ob das generell so ist, kann ich nicht sagen. Es war jedenfalls eine sehr gute Erfahrung unter Womo- Fahrern. Jeder entgegenkommende hat gegrüßt. Ein Miteinander wie unter Seglern, wenn es gut läuft. Eine sich gegenseitig emphatisch-wertschätzende Gemeinschaft. Da brauchten wir ja gar nicht mit dem Dickschiff bis vor die Schranke zu fahren und sparten uns ein Wendemanöver, wofür der Beifahrer nämlich immer aussteigen sollte. 

 

Die Erfahrung hat gezeigt, dass begehrte Stellplätze oft voll sind, wenn man später am Tag ankommt.

Demnach ist es eine sinnvolle Taktik, früh zum nächsten Platz los zu fahren, gegen 11 dort anzukommen, und dann die Gegend dort zu erkunden. Erkundet man nach dem Frühstück ohne weiter zu fahren, kommt man zu spät Abends beim Nächsten an.

 

Nach etwas Herumgeirre und einigen Wendemanövern entschieden wir uns mangels Alternative für einen weniger gut bewerteten Stellplatz von Privat in Balaruc-les-Bains, auch an einem Etang gelegen. Das war wie so eine Art Vorgarten vor dem Haus, mit Bäumen.

Es standen schon einige Womos dort, und ein netter Holländer erklärte mir kurz den Platz. Ich also rückwärts mit dem Womo zwischen den Bäumen einegeparkt. Inzwischen habe ich mich auch an die Größe gewöhnt. Der nette Holländer pennte mit seiner Begleitung in einem Land Rover Freelander, welcher auffällig beklebt war und so ein bisschen Dakarmässig daher kam. Es stellte sich heraus, dass das Pärchen wohl tatsächlich  unterwegs war zur Folgeveranstaltung der Ralley Paris- Dakar. Nicht schlecht. Mussten sich aber draußen umziehen. Brrrr. 

 

 

Nach dem Einparken war es auch schon wieder dunkel, wie immer gegen kurz nach 5. Trotzdem gingen wir noch eine kleine Runde, an einem Schwimmbad vorbei, ein paar Stufen runter, und plötzlich, wie aus dem Nichts, stehen wir an einem Riesen-Etang und sehen die letzten Farben des entweichenden Tageslichts. 

 

 

Das Farbspiel von sonnige Wintertag zu kalter Winternacht ist beeindruckend.

 

Es wird aber auch schnell kalt. Also ab ins Womo.

 

Vom gedrehten Fahrerhaussitz aus schaut man sich gerne das umliegende Geschehen an. Gegenüber der Nachbar mit dem Freelander. Selbstkritisch reflektiere ich, dass ich wahrscheinlich genauso herablassend wirke, wie ich als Califahrer andere Womofahrer in ihren Kästen selber eher „erhaben“ finde. Aber ich denke mir dann, bloß kein Neid, dafür fahren wir demnächst nicht in Dakar rum. :;-):

 

Am nächsten Morgen konnten wir noch Wasser bunkern. Zum bezahlen des Platzes gab es keine Möglichkeit, es war einfach niemand da, der Geld wollte. Das sollte auf dieser Reise noch öfters so sein. Die meisten Stellplätze waren gebührenfrei zu dieser Reisezeit. 

 

Die Landstrasse trieb uns nun weiter Richtung Süden. Immer möglichst nahe am Meer entlang, grobes Ziel: Leucate.

Nun nahte aber auch Sylvester, und da will man ja nicht gerade doof stehen. 

 

Irgendwann, nach nur wenigen Kilometern, wird die Straße zu einer Art Damm. Links: Meer. Ein großer Strand. Rechts: Etang. 

 

 

Plötzlich links am Strand Wohnmobile, ein Stellplatz. Spontan fühlen wir uns von der großzügigen Stellfläche und dem Freiheitsgefühl von Strand, Weite und Meer angezogen und beschließen, hier zu gucken. 

 

Zu ein Drittel belegt (weil es noch Vormittag war) , konnten wir uns quasi jeden Platz aussuchen. Die Schranke war defekt, also freie Ein- und Ausfahrt.

 

 

 

Wir fanden einen schönen Platz mit Blick zum Meer und stellen uns leicht schräg, für Windschatten. Der Strand ist schön und groß. Links in 5 Km der Ort Sète, rechts in 10 Kilometern der Ort Agde, beide verbunden durch einen tollen Radweg am Strand entlang. 

 

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Wir unternehmen einen schönen Spaziergang und freuen uns über einen so schönen Platz und dass wir heute nicht mehr fahren müssen. 

 

...weiter im nächsten Teil

 

 

 

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Tasse Kaffee

Man steht hier sehr schön und wir kochen was leckeres. Zum ersten Mal in diesem Urlaub holen wir auch den kleinen Tisch aus der Heckgarage und essen draußen. Sonne, ein windgeschützter Platz im Frontbereich, das Meer nur wenige Meter weit weg - es fühlt sich an wie Campers Paradise. 

 

 

Heute ist Sylvester und wir erfreuen uns abends an den im Supermarche gekauften Riesengarnelen nebst Tischfeuerwerk und Sektchen. 

Die Teller sind ein bisschen hässlich und passen nicht zu den Polstern, hat Papa aber ausgesucht :;-):.

 

 

Um uns herum stehen auch einige Wohnmobile, aber gegen 12 kommt gar keiner raus, und so stoßen wir leicht verdutzt mit uns selbst an. Auch die Erwartung, von hier aus tolle Feuerwerke links in Sète oder rechts in Agde, oder auf dem Meer vor uns, bestaunen zu können, bestätigten sich nicht. Nix Feuerwerk, nix draußen rumstehen. Diese Attribute sind wohl eher unfranzösisch. Also gehen wir um 5 nach 12 wieder ins Bettchen und freuen uns auf einen sonnigen nächsten Tag. 

 

Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, soll heute Papas E-Bike zum Ziehen des Hundeanhängers zum Einsatz kommen. Aus der Heckgarage werden die 2 Räder und der große Hänger gezaubert und ich mache mich dran, Papas Ebike zusammen zu basteln. 

 

So eine Heckgarage ist zwar schön groß, es passt auch viel herein, aber so einfach ist es auch nicht. Zum Rausholen der Räder und des Hängers habe ich mir mal die Mühe gemacht, mitzuzählen:

 

 

Ich muss 47 Dinge in die Hände nehmen und wieder einräumen, um die Räder und den Hänger vor zu kramen.

Dann muss ich 17 Teile am Rad und Hänger zusammen bringen wie Wasserflasche, Ortliebtasche, Hundematte, Akku reinstecken....

..also ich hätte wohl lieber einen Heckträger am Womo. 

 

Das Zusammenbauen klappt gut, und wir starten zu einer Radtour nach links Richtung Sète. 

Der Radweg ist super und führt direkt am Strand entlang. Das Städtchen ist aber eher wie ausgestorben, die strandnahen Feriendomizile liegen im Winterschlaf. Hier und da ein paar Menschen, es ist ruhig, sonnig, und winterwarm. Also schon kühl, aber trotzdem warm auf der Haut. Sehr angenehm.

So fühlt es sich hier an wie die Pause zwischen zwei Theaterstück-Hälften: Der eigentlich erholsame Teil zwischen zwei Ereignis-Mittelpunkten, womit ich hier die letzte und die nächste Saison meine. 

 

Tatsächlich finden wir eine nettes Restaurant an der Strandpromenade, fahren zwei mal dran vorbei, entschließen uns aber dann, dort zu essen. Madame Chefin ist sehr bemüht und es kommt wieder zu diesem „polierte Weingläser und Stoffservietten auf den Tisch stellen“, was ich an Frankreich so liebe. 

 

Unsere seltenerweise auch-deutschen Nachbarn erklären mir die Karte und es ist wieder ein kulinarisches Erlebnis mit einem Fläschchen Rose, aus gegebenem Neujahrs-Anlass schon am frühen Nachmittag.  

 

 

Am Womo zurück genießen wir noch den einsamen Strand, den wir fast für uns alleine haben.

 

 

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Weiter geht es am nächsten Tag.

 

 

 

 

 

 

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Hsk2000

Sehr cooler Bericht. Du hast mich inspiriert mal mit einem Reise-Blog anzufangen.

Ich werde morgen mal eurer Reise mit dem Cali folgen ....😉

Bin gespannt wie es weiter geht ....

 

VG

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sheene

Hallo top reisebericht, vielen dank 😀 grusse aus holland

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Tasse Kaffee

Da bin ich auch gerne. Surf Inn Scharendijke in den 90ern 🙂 

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Tasse Kaffee
Posted (edited)

Der Stellplatz hier ist wirklich schön, wenn man eine gewisse Weite und einen schönen Strand sucht.

Nach zwei Nächten  haben wir genug Ruhe getankt, um weiter zu reisen. Der Aufenthalt am Stellplatz und die Weiterfahrt ist auch immer ein Spannungsspiel zwischen Neugierde und Erholungsbedürfnis, denn das Fahren mit einem deutlich überdurchschnittlich großen Fahrzeug verlangt eine andere Planung als mit einem Cali.

Die Unabhängigkeit im Stehen wird als größer empfunden, aber die Abhängigkeit von den Umständen zur Erreichbarkeit dieses Zustandes ebenso.

 

Daher ist das Fahren anstrengender, das Stehen aber gefühlt etablierter. Es hat mehr sowas vom Segeln mit einer 40 Fuß- Yacht, während der Cali eher sowas wie die kleine trailerbare 22 Fuß Yacht mit Hubkiel ist. (Kleiner Psychodiskurs in die Welt des Wohnmobilreisens 🙂. Ich sagte ja: es wird ein Vergleich) 

 

Weiter geht es nach Leucate.

 

 

In Richtung Leucate bewegen wir uns nun langsam im Einzugsgebiet des Tramontana. Nicht umsonst hat Leucate einen bekannten Ruf unter Wassersportlern als zuverlässiger Lieferant von regelmäßigem Starkwind. 

 

Auch für die jetzige Zeit prophezeit uns die Forecastapp „Windfinder“ nicht nur erfreuliche Sonne und erträgliche Temperaturen, sondern auch semi-erfreulichen Starkwind.

 

Semi, weil ich selber gerne surfe, aber diesmal nicht viel davon habe, denn die Surfsachen sind zu Hause. Dafür bietet das Womo eine Lateralfläche fast wie die Gorch Fock, und eröffnet uns daher eine nicht zu unterschätzende neue Komponente eines großen Wohnmobils: Der Faktor Wind. 

 

Nach ca 100 km Tagesetmale erreichen wir Leucate. Der Stellplatz, recherchiert mit „Campercontact“, liegt direkt an der Surfstation, ist terassenförmig angelegt, bietet daher eine freie Sichtachse auf den Etang und ist zu unserer Überraschung auch noch kostenlos trotz -oder wegen defekter Schranke. Solche positiven Ergebnisse fühlen sich wie das „Tagesbingo“ an, ist man doch eigentlich nur unterwegs, um „den perfekten Ort“ zu finden- und zwar immer wieder aufs Neue. 

 

 

Vor uns die Surfstation.

Im Hintergrund die stolzen Ausläufer des Gebirges. Ein paar versprengte Winterreisende. T4 mit Surfern a.D., Familien mit Kindern im Doppelstockbetten-Alkoven, Phönix-Fahrer im Ledergestühl in der 2.Etage und - mein Verehrer. 

 

Mein Verehrer deshalb, weil ich gerade dabei war, zum ersten Mal auf die Unterlegkeile zum Niveauausgleich zu fahren, und er mich so von der Seite euphorisch anspricht, ob unser Sunlight- Modell Längstbetten hätte, denn sein kürzerer Sunlight hat nur Querbetten, und dass das nicht so einfach sei.

 

Weil ich aber gerade mit den Auffahrkeilen beschäftigt bin, wirke ich wahrscheinlich leicht ungesprächig und ertappe mich bei einer Austrahlung, die ich selbst fraglich finde: Reserviertheit. Irgendwie fasel ich was, erzähle jedoch nicht, dass mein eigenes Womo auch Längsbetten hat, nämlich oben und unten, aber eigentlich nur ein Cali ist, sondern bin ganz bei meinem erfolgreichen Auffahrkeil- Auffahrerlebnis:

 

 

Is nicht leicht! Macht mal selber!

Störrische Ducato- Kupplung, Schotter, Gefälle!

 

Mein Vater hat sich beim ersten Versuch im geliehenen Adria beim Überfahren der letzten Niveaustufe die Keile im Radkasten verklemmt und nur unter Beschädigungen wieder entfernen können.

 

Da der Sonnenuntergang naht, widmen wir uns der Erkundung des Örtchens, stellen aber fest, das in Leucate der Hund begraben ist und freuen uns auf den Tagesausklang im Womo. 

Ein Fläschchen Rotwein wird geköpft, die klischeebediendende Alden-Sat-Anlage Richtung Satellit gedreht und erfreulicherweise schenkt uns das Abendprogramm „Luis Defunes-Die außerirdischen Kohlköpfe“. 

 

Ein Weinchen, ein französcher Film in Frankreich, im Womo im Urlaub:

Man ahnt schon: Ein perfekter Moment. Teilintergrierter hin, Cali her. 

 

Wir freuen uns noch über den Buckligen, der früher mal was mit der süßen, wiedergekehrten Francine vom Luis hatte, jetzt aber nach Paris abgedampft ist und Luis mit dem Außerirdischen allein lässt! Bllllmmmm! Klack-Klack!

 

 

Wir schlummern, in den Ausläufern des Tramontanas geschüttelt, ein.

 

Draußen zerrt es am Wohnmobil und ich träume von Gorch Fock, Auffahrkeilen und dem Buckligen.

 

 

...weiter am nächsten Tag.

 

 

 

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Edited by Tasse Kaffee

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Tasse Kaffee
Posted (edited)

Normalerweise fängt ja jetzt der neue Reisebericht an mit „nach gut geschlafener Nacht...“

...das wäre aber gelogen. Wir haben die Nacht beschissen geschlafen. Trotz Luis Defunes und Rotwein.

 

Die ganze Nacht hat der Tramontana mit 9 Beaufort am Wohnmobil gezerrt. Obwohl unweit von uns auch größere Wohnmobile standen, die einen Teil des Windes abgefangen haben, sorgte das Gezerre für nur flachen Schlaf.

 

Macht aber nix, auf einem Schiff könnte man jetzt bei dem Sturm noch weniger schlafen. 

Trotzdem ist es aber morgens nicht ungemütlich. 

Der Blick aus dem Fenster auf tellerunterfederten Matratzen lässt einen dann doch nochmal umdrehen. Da vorne ist einer im VW Bus und ich frage mich, ob das geht, in so einem Auto :;-):. Nee stimmt nicht, ich vermisse den Cali. Aber nur beim Fahren 😉

 

 

Wir ziehen uns an. Der kalte Wind von den Bergen erfordert warme Kleidung. 

 

 

Wir erkunden ein wenig den Stellplatz. Hier ist eigentlich auch die Surfstation, soll heißen, hier steppt die Luzie in der Saison. 

 

Jetzt zeigt sich alles aber irgendwie leicht im Winterschlaf, und zusammen mit dem Wind wirkt die Atmosphäre leicht surreal, wie in so einem schlechten Italo-Western.

 

Fehlen nur noch diese rollenden Wüstenkakteen und ein paar zwielichtige Jungs vor Holzbarracken wie in „spiel mir das Lied vom Tod“

 

 

 

Mangels zwielichtiger Jungs nehmen wir mal Lotte. 

 

Hier war ich früher im Sommer oft surfen, aber ich habe es größer und das Wasser weniger trüb in Erinnerung. Kann aber auch an der Trockenheit und der winterlichen Jahreszeit liegen. 

 

 

2 Surfer sehen wir trotzdem. Nicht schlecht, die Jungs. Bei dem Wind und der Kälte...

 

 

Ich glaube, das ist ein Apnoe-Tauchanzug für das Abyss ab 5 KM Permafrost in Untersee. Ca 5cm dick. Mein Neid bleibt ihnen also diesmal erspart. 

 

Wir widmen uns derweilen ein wenig der Choreografie mit Lotte. Alles für den Hu-Hu-Hund :;-):

 

 

Zum Schluss geht es noch den terrassenförmigen Stellplatz hinunter zum V&E. 

 

 

Der Stellplatz war auch hier kostenlos, wie meistens bisher. Nach einem schönen Tag verlassen wir als einer der Letzten den Platz.

 

Weiter geht es grob in Richtung Empuria Brava. Es geht direkt am Meer entlang über die spanische Grenze. Mit viel Wind. Sehr viel Wind. Und die Karte zeigt bergige Serpentinen. Und leider nicht mit dem handlichen Cali.

 

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Es bleibt also spannend.

 

 

Edited by Tasse Kaffee

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Tasse Kaffee

Nun ist mal wieder ein bisschen Zeit, um fortzufahren.

 

Von Leucate geht es weiter Richtung Spanien. Es soll möglichst knapp an der Küste entlang gehen. 

 

 

Leider hackt es immer noch ohne Ende.

 

Nach Verlassen des SP‘s in Leucate durchqueren wir noch Port Leucate, wo es wesentlich lebhafter ist, und fühlen uns im Lidl beim Einkaufen wie zu Hause, nur woanders. Toll isses hier. Lidl ist vertraut, aber die Produkte sind regional. Ist so ein bisschen wie Reisemobil- Urlaub. Ein Stückchen Heimat in der Fremde :;-):.

 

Nach Ortsausgang, auf dem Weg Richtung Süden, passieren wir noch einige Etangs auf der rechten Seite. Der Wind ballert unvermindert mit 8 Beaufort über die Weite des Wassers von schräg hinten, am Horizont beschleunigt vom Gebirge, der Sunlight zwischen unsichtbarem Schubmodus bis hin zu hektischen Spurhalteaktionen.

 

 

Beim Segeln würde man sagen „abfallen und reffen“, hier gibt es nichts zu reffen, und das Lenkrad ist jetzt die einzige Trimmmöglichkeit. 

Bis 5 Windstärken fahre ich gerne auch teilintegriert, ab 6 ist mir das Califormat eindeutig lieber. 

 

Unterwegs kommen wir immer wieder direkt am Meer und sehr weitläufigen Strandpassagen vorbei. Auch gibt es großzügige Parkgelegenheiten.

 

Ein Privileg der Reisezeit. 

 

So halten wir an einem Strandabschnitt, kauern uns in den ruhigen, sonnigen Windschatten einer Düne und sehen, wie ein Kiter eine saubere Line in das durch ablandigen Wind plattgebügelte Wasser zieht. 

 

 

 

 

Weiter geht es „close to the Coast“, und langsam gesellt sich zum Wind der Faktor „Serpentine“. 

 

Bei zunehmender Bergfahrt begegnen uns einladende Dörfer. Mit dem Cali hätten wir gerne angehalten, mit dem - hier lieber nicht. 

 

 

Die Serpentinen Schrauben uns kontinuierlich bergauf. In engen Radien sollte man vorher mal hupen, die Länge verteilt sich gerne auf 2 Spuren. Hinzu kommt ein tückischer ablandiger Wind.

 

Sind rechts von uns Steinformationen, fahren wir in Windstille. Unterbrechen diese in freies Geläuf, ballert der Wind ungebremst auf die riesige Seitenfläche. Nicht selten links oder rechts neben der schmalen Straße nur noch Abgrund, dazu enge Kurvenradien und zu erwartender Gegenverkehr. Ich bin hochkonzentriert und unsere Euphorie ist nur ein Resultat der Adrenalinausschüttung, denn eigentlich geht mir hier der Arsch so ein bisschen auf Grundeis - nur habe ich keine Zeit dafür, weil ich mich konzentrieren muss.

 

 

 

In einer Kurve erscheint links von uns ein geschottertes Plateau und wir wollen hier kurz anhalten. 

 

 

 

Nur durch die Beifahrertüre kann ich aussteigen. Die Fahrertür geht erst nicht auf und würde mir sodann wohl aus der Hand gerissen. 

 

Wir werden mit einer bombastischen Aussicht belohnt. Das Meer unter den Klippen erst ruhig; sucht sich der Wind sodann weit und wild den Weg in die Ferne und lässt alles klein und unbedeutend erscheinen.

Mein geistiger Horizont findet seine gefühlte Grenze noch bevor der Wind das Meer berührt. Die zurückliegende Alltagslast findet ihre Bedeutungslosigkeit. Das ist wohl das, was man als einsetzende Erholung empfindet. Wenn einem die eigenen Sorgen lächerlich erscheinen. 

 

 

Wie ein Rettungboot sehen wir hinter einer der vielen nächsten Kurven ein Städtchen wie in den Berg gemeißelt. Das wir inzwischen in Spanien sind, haben wir eigentlich nicht mitbekommen. 

Die letzte Abfaht fordert nochmal Konzentration. 

 

Wie ein Schiff im Antlitz eines Hafens im Sturm beschließen wir, die Fahrt hier auf jeden Fall zu beenden. Der Ort namens Portbou wirkt leicht surrealistisch.

 

Die Sonne schwindet hinter den Bergkuppen, der Ort mit einer kleinen Sandbucht wirkt kühl und trotzdem beherbergend. 

 

Wir parken einfach am unscheinbaren „Zentrum“ direkt am Wasser. 

 

Kühle letzte Böen streichen über das Wasser. 

 

Ein letzter Spaziergang im Ort und ein Gläschen roten zum Runterkommen.

Adrenalin und Reiseendorphine vernebeln in unwirklicher Dämmerung. 

 

 

 

 

Weiter am nächsten Tag. 

 

 

 

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tonitest

Hi,

Sehr schöner Reisebericht.

Rein ergäzend und nicht wertend: Hatte letztens in der FAZ diesen Artikel gefunden

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VG

Jörg

 

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